SWR - Südwestrundfunk

SWR-Hörfunkchefredakteur Wolfgang Pohl geht in Ruhestand
Peter Voß: Eine Institution des SWR-Hörfunks verlässt den Sender

    Baden-Baden (ots) - Baden-Baden. Am 31. März 2006  geht der Chefredakteur Hörfunk und stellvertretende Hörfunkdirektor des Südwestrundfunks (SWR), Wolfgang Pohl, in den Ruhestand. Nach über 40 Jahren Tätigkeit im SDR/SWR verlasse eine Institution des SWR-Hörfunks den Sender, sagte SWR-Intendant  Peter Voß bei der Verabschiedung Pohls.  Die Nachfolge von Wolfgang Pohl als Chefredakteur und stellvertretender Hörfunkdirektor wird der jetzige SWR-Washington-Korrespondent Arthur Landwehr antreten.

    Wolfgang Pohl wurde am 29. März 1944 in Beuthen (Oberschlesien) geboren. Nach dem Volontariat 1963 beim damaligen SDR arbeitete er zunächst als Redaktionsassistent und Reporter in der Hauptabteilung Politik und Zeitgeschehen, bevor er 1965 als Persönlicher Pressereferent des Bundesministers für wissenschaftliche Forschung, Hans Lenz, nach Bonn wechselte. 1966 kehrte Wolfgang Pohl als Redakteur und Reporter zum SDR zurück. 1970 wurde er stellvertretender Leiter der Landesredaktion, von 1977 bis 1984 arbeitete Wolfgang Pohl als Redakteur für Sonderaufgaben in der Chefredaktion Politik. 1984 wurde er Chefredakteur Hörfunk, 1997 folgte die Ernennung zum Hörfunkdirektor des SDR. Seit der Fusion 1998 ist Wolfgang Pohl Chefredakteur Hörfunk und stellvertretender Hörfunkdirektor des SWR.

    SWR-Intendant Peter Voß würdigte besonders Pohls engagierte Rolle im Fusionsprozess von SDR und SWF. Voß: "Wolfgang Pohl hat eine hervorragende, nämlich oftmals klärende, versachlichende, differenzierende und auch vermittelnde Rolle gespielt." Pohl sei schon deshalb "ganz persönlich ein hervorragendes Beispiel für das Zusammenwachsen der beiden Häuser SDR und SWF."  Voß erinnerte daran, dass Pohl nach der Fusion die Herausforderung als Hörfunk-Chefredakteur angenommen habe, obwohl er zuvor bereits Hörfunkdirektor des SDR war. Pohl habe sich die neue Aufgabe im neuen Sender vorbehaltlos zu Eigen gemacht, mit großem Verantwortungsbewusstsein, mit Pflichtgefühl und Loyalität.

    SWR-Hörfunkdirektor Bernhard Hermann charakterisierte Pohl als "Spitzenreporter, Spitzenkommentator und hervorragenden Moderator."   Er habe im damaligen SDR-Hörfunk glänzende Kommentare gesprochen, unaufgeregt und verbindlich im Tonfall, klar in der Sache. Als Beispiel nannte Hermann  den Besuch des französischen Philosophen Jean-Paul Sartre bei dem RAF-Terroristen Andreas Baader in Stammheim. Hermann: "Wie er Sartres Besuch bei Baader kommentierte, das hatte nichts Denunziatorisches oder Hetzendes. Dabei verdiente sein Besuch bei Baader ja durchaus Kritik. So wie sie damals von Wolfgang Pohl artikuliert wurde, war das vorbildlich. Hier sprach ein überaus kompetenter und intelligenter Kommentator, der Sartres Verhalten einigermaßen befremdlich fand, sich aber alle überschießende Ironie verkniff. Ein absoluter Profi, von dem man heute noch viel lernen kann. Zum Beispiel, dass man sich vor dem Kommentieren den Schaum vorm Mund abwischen sollte."

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