SWR - Südwestrundfunk

SWR: Produktionen in Rust sind ein normaler Vorgang

    Baden-Baden (ots) - Gegen den SWR liegt bei der EU-Kommission in Brüssel eine Beschwerde gegen die Kooperation des Senders mit dem Europapark Rust vor. Das hat der SWR auf Anfrage bestätigt. Nach Angaben von SWR-Pressesprecher Wolfgang Utz handelt es sich bei dem Beschwerdeführer offenbar um den Holiday Park in Haßloch, der sich ebenfalls um eine Kooperation mit dem SWR bemüht habe, aber nach Auffassung des Senders für größere Produktionen bisher leider nicht die entsprechenden produktionstechnischen Voraussetzungen bieten könne. Deshalb führe eben nicht nur der SWR, sondern auch das ZDF, Sat1, RTL, Pro7, Vox, N24 und der Bayerische Rundfunk im Europapark Rust Produktionen durch.

    Der Südwestrundfunk wurde nach Angaben von Utz Anfang Januar 2006 von der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei davon in Kenntnis gesetzt, dass im Oktober 2005 bei EU-Kommissarin Viviane Reding eine Beschwerde eingegangen sei, die die Kooperation des SWR mit dem Europapark Rust thematisiere. Die EU-Kommission wolle zunächst wissen, ob das Vorbringen des Beschwerdeführers den Tatsachen entspreche und ob die geschilderte Praxis im Einklang mit den Verpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland aus der Richtlinie "Fernsehen ohne Grenzen" stehe.

    SWR-Justitiar Hermann Eicher bezeichnete diese Anfrage als völlig normalen Vorgang. Für den SWR sei es eine Selbstverständlichkeit, zu dieser Anfrage, die sich ja zunächst an die Bundesrepublik Deutschland richte, Stellung zu nehmen. Im übrigen entspreche die Kooperation mit dem Europapark der staatsvertraglichen Erlaubnis zur Zusammenarbeit mit Dritten (§ 5 SWR-Staatsvertrag) und sei medienrechtlich nicht zu beanstanden. Unabhängig davon gebe es eine Reihe von Sendungen überhaupt nicht mehr, auf die sich der Beschwerdeführer offensichtlich beziehe, und es spreche schon für sich, wenn der SWR unter Bezugnahme auf eine von der EU-Kommission wiedergegebene Aufzählung gar für die ZDF-Sendung "Wetten, dass...?" verantwortlich gemacht werden solle.

    Der SWR finde im Europapark hervorragende Produktionsbedingungen vor, die andere Freizeitparks in dieser Form einfach nicht aufzuweisen hätten. Dies habe eine gründliche Prüfung ergeben, die der SWR gerade vor dem Hintergrund einer Gleichbehandlung mit anderen Freizeitparks im Jahre 2003 durchgeführt habe. Eine Vielzahl anderer, öffentlich-rechtlicher und privater Sender produziere aus diesem Grund ebenfalls im Europapark und nutze die dortigen Produktionsstätten für seine Sendungen, ohne dass dies bislang moniert worden wäre. Gerade der SWR sei aber mit seinen Außenproduktionen nahezu flächendeckend im ganzen Sendegebiet präsent, von einer Konzentration auf den Europapark könne also gar keine Rede sein.

    Eicher betonte, gleichwohl nehme der SWR den Vorgang selbstverständlich ernst und werde die - allerdings nur sehr knapp mitgeteilten - Argumente sorgfältig prüfen. Ein wirklich neuer Aspekt hinsichtlich der nach Auffassung des SWR zulässigen Herstellung von Fernseh- und Hörfunkproduktionen im Europark sei nach erster Einschätzung auch der EU-Beschwerde nicht zu entnehmen.

SWR-Pressestelle

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Wolfgang Utz, Tel.: 07221 / 929 - 2785.

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