SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Mittwoch, 11.01.06 (Woche 2) bis Freitag, 3.03.06 (Woche 9)

    Baden-Baden (ots) - Mittwoch, 11. Januar 2006 (Woche 02)/10.01.2006

    22.30
            Auslandsreporter
            Ein Jahr nach dem Tsunami
            Ein Film von Inge Altemeier

    Ein Jahr nach der Katastrophe hat ein Großteil der Spenden die Tsunamiopfer in Aceh, Indonesien, nicht erreicht. Die Partnerschaftsinitiative der Bundesregierung InWent, die eigens ins Leben gerufen wurde, um die vielen Spendengelder den Betroffenen zukommen zu lassen, vermittelte bisher keine Spenden direkt an indonesische Antragsteller in Aceh. Hingegen wurden reichlich Spenden an einen "Selfmade"-Entwicklungshelfer auf der Aceh vorgelagerten Urlaubsinsel Weh vermittelt. Obwohl der Tsunami da nur wenig zerstört hat. Die FIG - Förder- und Interessensgemeinschaft Indonesien e.V. - ein Verein, der vom Hartz IV-Empfänger Jürgen Klaus Biesenbach alias Yves Dantin aus Hamburg-Harburg gegründet wurde, erhielt nach   Recherchen des "Auslandsreporter" unter anderem auch von "Bild hilft - Ein Herz für Kinder" zwei Millionen Euro gespendet. Die Opfer in Aceh verstehen diese Vorgänge nicht. Viele fühlen sich düpiert, angesichts der einzigartigen Solidarität nach der Katastrophe. Ein Jahr nach dem Tsunami - ein Jahr der großen Versprechen, die nicht gehalten wurden. "Auslandsreporter" berichtet über die heutige Situation in Aceh.

    Freitag, 13. Januar 2006 (Woche 02)/10.01.2006

    22.00
            Nachtcafé
            Gäste bei Wieland Backes
            Was Paare zusammenhält

    Sind es die Kinder? Ist es ein gemeinsames Projekt? Vielleicht sogar der Sex? Oder am Ende einfach nur die Gewohnheit? Angesichts immer weiter steigender Scheidungsraten muss jede Frage erlaubt sein, die eine Antwort auf "Was hält Paare zusammen?" provozieren kann. Mag sein, dass Beziehungen mehr denn je besonderen Ansprüchen gerecht werden müssen.

    Mag sein, dass früher Ehen nur hielten, weil sich die Frau in ewiger Abhängigkeit vom Mann befand und sie sich heute hingegen emanzipiert zur Scheidung trauen kann. Mag auch sein, dass in jeder Liebesgeschichte, die zum Ehedrama wird, irrationale Faktoren eine Rolle spielen. Und doch gibt es allgemein gültige Erkenntnisse, die eine Reihe von Ratgebern damit füllen, wie Beziehungen gelingen, bis dass der Tod sie scheidet. Zum Beispiel dieses Paradoxon: Einfach den nötigen Abstand wahren - gerade das kann Paare zusammenhalten.

    Die Gäste:

    Der ehemalige Sportmoderator Harry Valérien sah seine Angebetete eines schönen Tages auf der Straße und erkannte instinktiv: "Das ist meine Frau." Er suchte nach ihr, fand sie in einer Bar, schummelte sich acht Jahre jünger und machte seinem spontanen Gefühl ohne Umschweife Luft. Nur Monate später traf man sich vor dem Traualtar. Heute, 45 Jahre später, zieht er eine Ehe-Bilanz, die nicht rosiger ausfallen könnte. Glück und Herausforderung zugleich ist ihm seine Randi und er sagt: "Diese Frau ist ein Geschenk, und das muss man pflegen."

    Ewige Liebe - ewiges Glück? Die Paartherapeutin Ursel Bucher räumt mit diesem Mythos auf: "Die Liebe muss entzaubert werden, denn die wahren Schätze gibt es im Alltag zu entdecken." Von ihr selbst durchlebte Höhen und Tiefen in der Ehe und die intensive Zusammenarbeit mit zahlreichen Paaren führen zur These der 67-Jährigen: Paare geben viel zu schnell auf. Doch es lohnt sich zu kämpfen. Nur der gemeinsame Weg, auch durch schwierige Zeiten, vertieft eine Partnerschaft und schafft stabiles Vertrauen.

    Wenn ihr Freund am Morgen gegangen ist, wirft die Journalistin Catrin Barnsteiner das Frühstücksgeschirr in den Müll. Sie will nicht an die gemeinsame Zeit erinnert werden, wenn er bereits im Flugzeug nach Toronto sitzt. Die beiden sehen sich nur alle drei Monate für höchstens zehn Tage. Einen gemeinsamen Alltag kennen sie nicht: "Man zwingt sich, zwei Leben unabhängig von einander zu führen." Trotz widriger Bedingungen und negativer Prognosen halten sie ihre Liebe seit fünf Jahren lebendig - Sehnsucht inklusive.

    Im letzten Jahr geriet der Volkwagen-Konzern in die Schlagzeilen. In einem Schmuddelskandal wurde öffentlich, wie Manager und Betriebsräte mit Sexreisen belohnt wurden. Ilona-Luise Reutter wusste schon lange um die delikaten Lustreisen ihres Mannes, Skoda-Manager Helmuth Schuster. Doch sie litt und schwieg. Als die Affäre aufflog, ging sie in die Offensive und berichtete in Alice Schwarzers "Emma" über ihre Gefühle von Demütigung und Wut. Das Fazit der betrogenen und enttäuschten Gattin: "Heute würde ich viel eher gehen, man muss nicht um jeden Preis zusammenhalten."

    Die Filmemacherin Katarina Peters und der Cellist Boris Baberkoff waren frisch verheiratet und voller Tatendrang, als sie 1999 nach New York aufbrachen. Dort erlitt Baberkoff einen Schlaganfall, alle Zukunftspläne waren zerstört. Mit einem schwer kranken Mann und 350.000 Dollar Schulden für die Intensivbehandlung kehrte Katarina Peters nach Berlin zurück. Jahre des Kampfes um seine Gesundheit und die Existenz brachten sie an den Rand ihrer Kraft. Geholfen hat es Katarina Peters, über diese Zeit einen Film zu drehen. Heute sagt sie: "Wir haben die riesige Krise überstanden. Jetzt ist die Frage für jeden von uns: Wer bin ich und wo will ich hin?"

    Wolfram Zurhorst und seine Frau Eva-Maria waren nicht nur ein Mal entschlossen, sich scheiden zu lassen. Der ehemalige Topmanager hatte lange Zeit eine heimliche Geliebte. Doch irgendwann platzte die Bombe und er musste ein Geständnis ablegen. Rückblickend sagen beide: Dies war der erste Moment wirklicher Wahrhaftigkeit.

    Ein langer, schmerzhafter Weg folgte. Beide retteten nicht nur ihre Ehe, sondern bauten eine ganz neue tiefe Verbindung auf, aus der nebenbei auch der Bestseller "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest" entstand. Zurhorst heute: "Im Nachhinein betrachtet war es notwendig, dass dieses Kartenhaus einstürzte."

    An der Bar:

    Wenn Ramona Gassmann scharfe Messer um die Ohren fliegen, handelt es sich nicht um einen handfesten Streit mit ihrem Freund Patrick Brumbach, es ist alles Show: Sie steht am Brett, und er ist professioneller Messerwerfer. Seit fünf Jahren leben und arbeiten die beiden zusammen. In ihrem Wohnwagen ist kein Platz zum Ausweichen, und wenn ein Auftritt ansteht, müssen alle persönlichen Zwistigkeiten außen vor bleiben. "Da gibt es nur noch den Beruf, ansonsten kann es tödlich enden!"

    Freitag, 13. Januar 2006 (Woche 02)/10.01.2006

    23.30
            Nachtkultur
            Die Kultur-Illustrierte

    unter anderem mit folgenden Themen:

    Intelligent und auch noch sexy - Diane Keaton wird 60 Diese Frau hat ihren eigenen Stil! Ungeliftet, unverheiratet, unübersehbar gerne Außenseiterin wird Diane Keaton am 5. Januar 60 Jahre alt. Die Kalifornierin gibt die New Yorker Großstadtneurotikerin so wunderbar exzentrisch wie keine andere, bei ihr sind blitzgescheite Dialoge zum Brüllen komisch. Erotik hat bei Diane Keaton mit Intelligenz zu tun, und deshalb war Hollywood immer ein wenig reserviert. Sie hat es trotzdem geschafft, ganz groß zu werden. Schon 1977 in "Der Stadtneurotiker" von Woody Allen trug sie anstatt Minirock viel zu große Herrenanzüge und wurde mit diesem Antilook zur Stilikone. Für ihr Spiel als charmante Nonkonformistin Annie Hall gab's einen Oscar. Zahlreiche Filme mit Lebens- und Filmpartner Allen folgten, auch nach der Trennung waren sie ein eingespieltes Team. Diane Keaton ist immer die Manhattan-Intellektuelle geblieben, wurde zur Idealbesetzung für intelligente Komödien. In die 80er Jahre der Reagan-Ära hat sie nicht so recht gepasst. Aber 2003 kam sie noch mal ganz groß raus. In "Was das Herz begehrt" gelangt ihr ein fulminantes Comeback. An der Seite von Jack Nicholson gab sie erneut die Frau im Geschlechterkampf aus dem "Stadtneurotiker". Mit atemberaubender Selbstironie gespielt, lag ihr diesmal ganz Hollywood zu Füßen. Als rabiate Mutter einer durchgeknallten Sippe ist sie jetzt mit der Weihnachtskomödie "Die Familie Stone" im Kino zu sehen.

    In den Fußstapfen des Clans - Michael Verhoevens Familien-Saga Er ist der Sohn des Schauspielers und Regisseurs Paul Verhoeven und der Schauspielerin Doris Kiesow. Michael Verhoeven, selbst Regisseur, Produzent, Autor und Schauspieler und seit fast vierzig Jahren mit einer der erfolgreichsten Schauspielerinnen Deutschlands verheiratet, mit Senta Berger. Jetzt hat der Münchner ein Buch über seine Familie geschrieben. In "Paul, ich und wir" (Ullstein Verlag) erzählt er seine bewegende Lebens- und Familiengeschichte - es ist aber auch ein Buch über einen der letzten großen deutschen Schauspieler-Clan.

    Mit zwölf stand der Kinder- und Jugendstar Michael Verhoeven zum ersten Mal auf der Bühne. Später spielte er an der Seite von Heinz Rühmann und Horst Buchholz. Dann kam der Bruch mit dem Künstlerdasein - und mit dem Vater. "Sie müssen sich das so verstellen, dass das Spielen auf der Bühne und vor der Kamera in meiner Familie fast bedeutungslos selbstverständlich war ... Es wurde bei uns nie darüber gesprochen, was wir mal werden sollen. Nur, als ich dann gesagt habe, das ich Medizin studiere, war das plötzlich eine Katastrophe." Dennoch setzte sich Michael Verhoeven durch, er wurde Arzt und arbeitete im Krankenhaus und ging schließlich doch wieder zurück zum Film ... Ende der 60er Jahre gründete er gemeinsam mit seiner Frau Senta Berger eine Produktionsfirma und arbeitete als Regisseur. Spätestens seit seinen Filmen "Die weiße Rose", "Das schreckliche Mädchen" und "Mutter Courage" zählt der 67-Jährige zu den renommiertesten Filmemachern Deutschlands. Nachtkultur hat Paul Verhoeven in München getroffen.

    Auferstanden aus der Hölle - Wie Johannes Groschupf sein Schicksal meisterte Als freier Reisejournalist war er in der ganzen Welt unterwegs, bis er im Frühjahr 1994 auf einer Pressereise durch die algerische Sahara bei einem Hubschrauberabsturz schwerste Verbrennungen erlitt. Johannes Groschupf hat ein Unglück überlebt, das eigentlich nicht zu überleben war - über 80 Prozent seiner Haut waren verbrannt. In seinem Debütroman "Zu weit draußen" (Eichborn Verlag) schildert er, dass der Absturz sein ganzes Leben verändert hat. Über ein Jahr lang liegt er im Krankenhaus - er muss zahlreiche Hauttransplantationen über sich ergehen lassen, jeder Verbandwechsel wird zur Höllenqual, und als der zweifache Vater sich zum ersten mal im Spiegel sieht, erkennt er sich nur an seinen Augen. Dennoch möchte der heute 42-Jährige das Erlebte "nicht missen". Die anstrengende Reise ins Unbekannte, ins zweite Leben, sei ein Geschenk gewesen, trotz allem. Heute tut Johannes Groschupf das, wovon er schon als Kind geträumt hat. Er schreibt Drehbücher, Theaterstücke und Erzählungen. Für sein Radio-Feature "Der Absturz" erhielt er 1999 den Robert-Geisendörfer-Preis. Nachtkultur hat Johannes Groschupf in Berlin getroffen.

    Ein Virtuose alter Schule - Der Pianist Alfred Brendel Er ist ein Grandseigneur am Klavier. Der österreichische Pianist Alfred Brendel setzt sich bei seinen Konzerten einfach an den Flügel und spielt. Und vielleicht gerade deswegen füllt er schon seit Jahrzehnten die Konzertsäle dieser Welt und  fasziniert das Publikum. Am 5. Januar wird er 75 Jahre alt. Bereits mit 17 stellte der Österreicher seine breite künstlerische Begabung unter Beweis, als er bei seinen ersten öffentlichen Konzerten in Graz auch eigene Kompositionen spielte und seine Aquarelle vorstellte. Kurz darauf hat Alfred Brendel beschlossen, nur noch solche Werke zu spielen, "mit denen man ein Leben verbringen kann". So hat der Ausnahmepianist dafür gesorgt, dass Franz Liszt wieder entdeckt wurde, er spielt mit Vorliebe Klassiker wie Haydn, Mozart und Schubert und zählt zu den besten Beethoven-Interpreten aller Zeiten. Einen Namen hat sich der Österreicher aber auch als scharfzüngiger Kritiker, als Essayist, Lyriker und Autor von zwei brillanten Mozart-Büchern gemacht. Bei Universal Music sind jetzt vier neue Einspielungen von Alfred Brendel erschienen, im Januar folgt eine DVD mit einem Londoner TV-Konzertmitschnitt aus dem Jahre 1988. Nachtkultur über die vielen Facetten des österreichischen Klavier-Virtuosen.

    Freitag, 27. Januar 2006 (Woche 04)/10.01.2006

    00.00
            Literatur im Foyer
            mit Thea Dorn
            Gäste: u.a. Jan Assmann und Dieter Borchmeyer

    Alle 14 Tage präsentiert Thea Dorn im SÜDWEST Fernsehen und auf 3sat Schriftsteller, Dichter, Sachbuchautoren: Ob Romane, Gedichte, Briefe, Analysen, Polemiken, alles ist möglich - Bücher: welthaltig, gegenwärtig, lebendig.

    Gesprächsrunde: Mozart Worin besteht Mozarts Genie? Wie lässt sich Liebe in Musik verwandeln? Oder verwandelt die Musik Menschen in Liebende? Dieter Borchmeyer liest Mozart als Zeitgenossen der Empfindsamkeit, als einen, der ans Herz glaubt, ohne die Vernunft zu vernachlässigen - ein musikalischer Utopist. Ist "Die Zauberflöte" ein Sammelsurium vieler Einflüsse oder doch ein Ritual, ein logischer Ritus, sogar ein Bühnenweihfestspiel? Warum ist das Werk so rätselhaft? Wie viel Ägypten ist in der Zauberflöte und wie viel Freimaurerei, Logengeheimnis und politische Aufklärung? Jan Assmann stellt den Logenbruder Mozart in den Mittelpunkt seiner Studie.

    Gesprächsrunde: Krankheit zum Tod "Ich werde nicht mehr schlucken können, und am Ende ersticke ich." Mit dieser nüchternen Diagnose beginnt ein langsames Sterben. Und im Augenblick ihres Vergehens kommt sich die Familie erneut näher. Björn Kern erzählt in seinem zweiten Roman "Einmal noch Marseille" von einer unheilbaren Krankheit, die alles verändert, vom Versuch, mit einer Gewissheit umzugehen, die man nicht erträgt. Von Augenblicken, die dem nahen Tod abgerungen sind. "Schlemm" ist eine Spielsituation beim Bridge. Der Vater ist Bridgemeister und Mathematiker. Er erfährt, dass er an Krebs leidet. Die Eltern beschließen, sich selbst zu töten. In seinem Debütroman erzählt Nicola Bardola eine persönliche Geschichte und mischt sich gleichzeitig hochaktuell in die Diskussion um Patientenautonomie und Sterbehilfe ein.

    Samstag, 25. Februar 2006 (Woche 9)/10.01.2006

    Geändertes Programm für SR beachten!

    18.15    (VPS 18.14)
            Narrenschau
            Saarländische Karnevalsvereine präsentieren sich

    (bis 19.15 - weiter wie mitgeteilt)

    Freitag, 3. März 2006 (Woche 9)/10.01.2006

    Nachgelieferten Beitrag beachten!

    13.50    Frühling auf Jersey
            Ein Film von Andrea Tebart

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