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27.12.2005 – 16:07

SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Freitag, 3.02.06 (Woche 5) bis Freitag, 24.02.06 (Woche 8)

    Baden-Baden (ots)

Freitag, 3. Februar 2006 (Woche 05)/27.12.2005

    22.00 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Katastrophe Krankenhaus

    Übermüdete Ärzte, gestresste Krankenschwestern, überfüllte Krankenzimmer, lange Wartezeiten - die Liste der Kritikpunkte an Krankenhäusern ist derzeit lang. Vor allem Ärzte klagen über schlechte Arbeitsbedingungen und miesen Lohn. Aber auch  Patienten fühlen sich im Krankenhaus häufig nicht mehr gut aufgehoben. Fehler in der medizinischen Betreuung sind scheinbar nicht mehr selten, sondern Folge der Überlastung des Personals. Manche sehen in der Privatisierung der Krankenhäuser einen Weg aus dem Dilemma, andere glauben, dass dann nur noch reiche Privatpatienten, die Geld bringen, gut versorgt werden. Wie steht es um unsere Krankenhäuser? Wie schlecht geht es den Ärzten wirklich? Wie gut ist die medizinische Versorgung? Welche Lösungen gibt es für das Dilemma?

    Freitag, 10. Februar 2006 (Woche 06)/27.12.2005

    22.45 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Höllenjob Hausfrau?

    In Sonntagsreden wird sie gerne als Improvisationstalent, Dompteurin des Chaos oder als Meisterin der Flexibilität gepriesen. Doch im Alltag helfen ihr diese Lobreden nur wenig. Eingezwängt in ein straffes Zeitkorsett, hin- und hergerissen zwischen Küche und Kindern, oft kritisiert vom eigenen Partner: "Was für ein Höllenjob!", denkt manche Hausfrau und fühlt sich dabei auch noch im Stich gelassen. Von der eigenen Familie, die häufig undankbar reagiert, von der Politik, die sich beharrlich weigert, den Full-Time-Job entsprechend zu vergüten. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Allensbach sitzt der Frust bei den 15 Millionen Hausfrauen und Müttern in Deutschland deshalb tief: Nur sieben Prozent erfahren Anerkennung für ihre Leistung und weit mehr als ein Drittel von ihnen greift regelmäßig zum Glas oder Glimmstängel. Wie steht es um die Befindlichkeiten der deutschen Hausfrau? Wie sehen sie ihre Rolle im Familiengefüge? Was ist nötig, damit ihre Arbeit die nötige gesellschaftliche Anerkennung erfährt?

    An die Programmredaktionen Fernsehen Südwest

    Freitag, 24. Februar 2006 (Woche 08)/27.12.2005

    22.00 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Leben in einer anderen Welt (Erstsendung: 16.09.2005)

    Was treibt den Forscher freiwillig auf Eisschollen und in sengende Wüsten? Wieso flüchtet sich der Computerfreak nächtelang in Phantasiewelten? Jenseits von Steuererklärung, Karriereplanung und der Frage, wer den Müll 'runterbringt lockt das Fremde einer anderen Welt. Alles ist anders, neu, manchmal reizvoll, manchmal beängstigend. Aber immer alles andere als langweilig. Da lauert das Geheimnisvolle, locken Abenteuer und oft das Unerwartete: Der eine findet in der Fremde eine neue Familie, für den anderen wird die lebensfeindliche Antarktis zur Heimat. Was aber, wenn man die andere Welt nicht freiwillig gewählt hat? Oder sich mühsam den Weg in eine normale Welt zurück erobern muss? Für Gehörlose ist die Welt der Hörenden eine tägliche Bewährungsprobe. Die Sekte, die einem einst den Himmel auf Erden versprach, wird auf einmal zur Bedrohung. Kulturelle Unterschiede in einer Beziehung, zunächst anziehend und spannend, können über kurz oder lang zur Hypothek werden. Was macht andere Welten so reizvoll? Und was das Leben in ihnen schwierig? Wie wirklich ist unsere Wirklichkeit?

    Die Gäste:

    Die behütete Kindheit von Lea Laasner nahm ein jähes Ende, als sich ihre Mutter einer Sekte anschloss. Nachdem Haus und Hof verkauft und die Kinder von der Schule abgemeldet waren, lebte die Familie fortan in völliger Isolation in einer Gemeinschaft in Zentralamerika. Anfangs war die Zwölfjährige noch neugierig auf das neue Leben in der anderen Welt. Als der Sektenguru sie aber zu seiner Geliebten auserwählte, folgten Jahre der Verzweiflung und Depression. Dank ihres rebellischen Charakters gelang ihr nach neun Jahren die spektakuläre Flucht.

    Ihre Liebe zu einem afrikanischen Massai machte die Schweizerin Corinne Hofmann einst als "Weiße Massai" bekannt. Der Traum vom exotischen Liebesglück in der kenianischen Savanne währte jedoch nur kurz. Schon vier Jahre nachdem die Schweizerin Hals über Kopf ihr Leben als Geschäftsfrau gegen das Leben an der Seite eines "jungen Gottes" eintauschte, kehrt sie geläutert in die zivilisierte Welt zurück. Millionenfach haben sich die Bücher der geschäftstüchtigen Schweizerin bislang verkauft und sie trifft damit bei den Lesern offenbar einen Nerv. Das Interesse an der Verwirklichung geheimer Sehnsüchte ist sogar so groß, dass die Verfilmung der Lebensgeschichte vergangenes Jahr in die Kinos kam.

    Hermann Meuter kennt die Faszination für andere Welten. Gemeinsam mit seiner Frau hat er sich auf einer einsamen Insel in Kanada ein eigenes Refugium geschaffen. Hier erforscht er fernab jeglicher Zivilisation die Welt der Wale. Doch ohne seine große Leidenschaft für die Säugetiere wäre das einfache Leben in der Wildnis, ohne Strom und fließend Wasser nicht möglich, so der 38-Jährige. An den wenigen Tagen, wo ihm doch Zweifel an seinem Lebensprojekt kommen, setzt er sich vor  sein Haus und beobachtet das Meer: "Und wenn ich dann die Wale vor mir auftauchen sehe, dann weiß ich, wofür ich diese Entbehrungen in Kauf nehme."

    An die Programmredaktionen Fernsehen Südwest

    Sarah Neef ist seit ihrer Geburt gehörlos und kennt das Gefühl von Isolation trotzdem nur bedingt. Den unerschütterlichen Bemühungen ihrer Eltern hat die Psychologiestudentin zu verdanken, dass sie nicht auf einer Insel der Gehörlosen leben  muss. In jahrelangem Training hat die inzwischen 23-Jährige gelernt von den Lippen abzulesen und zu sprechen. Mittlerweile spricht Sarah Neef fünf Sprachen fließend und hat eigentlich kaum mehr das Gefühl, dass es noch etwas gibt, was sie von der Welt der Hörenden trennt.

    Lisa Moos lebte 20 Jahre lang in der Welt der Prostitution. Durch den frühen Tod des Vaters, die schwere Krankheit der Mutter und den Missbrauch als Kind traf sie im Milieu auf Menschen, denen sie sich zugehörig fühlte. Jahrelang war die Welt der Edel-Etablissements und schäbiger Bordelle ihr zu Hause, bis sie durch die Beziehung zu einem Kunden vor vier Jahren den Ausstieg wagte. Doch die Wiedereingliederung in die vermeintlich bürgerliche Gesellschaft fällt ihr schwer: "Das was mir über Jahrzehnte vertraut war ist das Milieu der Prostitution. Seit meinem Ausstieg habe ich große Schwierigkeiten, in dieser so genannten 'normalen' Gesellschaft wieder einen Platz zu finden."

    Als Soziologe befasst sich Ronald Hitzler mit der Sehnsucht der Menschen nach anderen Lebenswelten. Für den Wissenschaftler lebt jeder Mensch in seiner eigenen Welt. "Weil wir alle die Schnauze voll haben vom Alltag", ist es für den 55-Jährigen nichts Außergewöhnliches, dass "in jedem von uns der geheime Wunsch nach einem Leben in einer anderen Welt verborgen liegt."

    An der Bar:

    In regelmäßigen Abständen taucht Lars Ruth in eine andere Welt ab. Als U-Bootkommandant spielt sich dann sein Leben mit 25 Kameraden auf 25 Quadratmetern ab. Ein Leben im Ausnahmezustand ohne Privatsphäre, fern der Heimat, ohne Handy, Email  oder Fernsehen. Dennoch übt dieses Leben auf den 34-jährigen Kapitänleutnant große Faszination aus: "Je länger man auf Komfort und Luxus verzichtet, desto mehr gewinnt das soziale Miteinander an Bedeutung und desto sensibler wird man für den Umgang mit anderen."

    Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ursula Foelsch, Tel.: 07221/928-2285.

SWR-Pressestelle

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ursula Foelsch, Tel.: 07221 / 929 - 2285.

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