SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Freitag, 16.12.05 (Woche 50) bis Mittwoch, 8.02.06 (Woche 6)

    Baden-Baden (ots) - Freitag, 16. Dezember 2005 (Woche 50)/14.12.2005

    23.30
            Nachtkultur
            Die Kultur-Illustrierte
Moderation: Markus Brock

    unter anderem mit folgenden Themen:

    Was für ein Mann! - Erinnerungen an Curd Jürgens Er liebte die Frauen und diese lagen ihm gleich reihenweise zu Füßen. Mit seinen stolzen 1,92 Meter und seinen stechend blauen Augen war er der Vorzeigeschauspieler des Nachkriegsdeutschlands: sinnlich, glamourös, unwiderstehlich! Curd Jürgens wurde am 13. Dezember 1915 als Sohn eines Hamburger Kaviar-Händlers und einer Südfranzösin in München geboren. Nach einem kleinen Ausflug ins journalistische Fach entschied er sich fürs Schauspiel. Die Theaterbühnen von Berlin und Wien wurden seine Heimat, doch der internationale Durchbruch kam erst mit dem Film. Unter Helmut Käutner spielte er sich 1955 in Zuckmayers "Des Teufels General" in die erste Schauspielerliga. Nun konnte er das Leben führen, das er liebte: vier Häuser, einen Rolls Royce und jede Menge Ehefrauen . Brigitte Bardot nannte ihn einen "normannischen Kleiderschrank", und die junge Romy Schneider schickte ihm Liebesbriefe, und als Curd Jürgens 1976 seine Memoiren unter dem Titel "... und kein bisschen weise" veröffentlichte, ging ein Raunen  durch die Boulevard-Presse: Mit so viel Freizügigkeit und einer fast exhibitionistischen Schilderung seines Liebeslebens hatte keiner gerechnet. Sein früher Tod - er starb 1982 mit nur 66 Jahren - war eigentlich ganz in seinem Sinne: denn mehr als einmal hat er betont: "Ich koste das Leben aus, auch wenn es mich das Leben kostet." Zu seinem 90. Geburtstag erinnert Nachtkultur an den Jetset-Dandy.

    Was für eine Musik! - Mozart in Mannheim Am 27. Januar 2006 jährt sich Wolfgang Amadeus Mozarts Geburtstag zum 250. Mal. Anlass, das Leben und Werk des bekanntesten Komponisten der Welt genauer unter die Lupe zu nehmen. Nachtkultur hat sich auf Spurensuche nach Mannheim begeben, denn Mozart hatte ein ganz besonderes Verhältnis zu der kurpfälzischen Residenzstadt. Vier Mal war er ab 1777 in Mannheim, insgesamt waren es 176 Tage. Am Hof des Mannheimer Kurfürsten hörte er zum ersten Mal das beste Orchester seiner Zeit  und schloss enge Freundschaften mit den Ausnahmemusikern der berühmten "Mannheimer Schule".

    Vor allem aber begegnete Mozart seiner ersten großen - und unglücklichen - Liebe: der damals 16-jährigen Sängerin Aloysia Weber. Ihre Schwester Konstanze wurde später seine Frau. Mannheim war also weit mehr als nur eine Episode in Mozarts Leben - aber auch mehr als eine Episode in seinem Werk. Zwar entstanden hier keine seiner großen Opern und Sinfonien, aber - nicht zuletzt wohl Aloysias wegen - einige der schönsten Konzert-Arien, sein berühmtes Flötenkonzert und viele Sonaten für Klavier und Violine. Wo ist Mozart heute in Mannheim zu finden? Wie setzen sich junge Menschen mit ihm und seiner Musik auseinander? Harold Woetzel hat unter anderem Xavier Naidoo, den berühmtesten "Sohn Mannheims" getroffen, der gemeinsam mit Wolfram Christ, dem Chef des Kurpfälzischen Kammerorchesters, eine Mozart-Arie neu interpretiert hat - im typischen "Mannheimer Soul" mit großem Orchester.

    Programmtipp 8. Januar 2006, 10.25 Uhr SÜDWEST Fernsehen Mozart in Mannheim Ein Film von Harold Woetzel

    Weitere Sendungen zum 250. Geburtstag von W.A. Mozart im SÜDWEST Fernsehen (Auswahl)

    12. Januar 2006, 22.30 Uhr SÜDWEST Fernsehen Mozart in Wien Film von Marieke Schroeder

    19. Januar 2006, 22.30 Uhr SÜDWEST Fernsehen Mozart in Salzburg Film von Daniel Finkernagel und Alexander Luck

    Was für eine Sicherheit! - die Geschichte des Bausparens 1957 gab Bundespräsident Theodor Heuss das Motto "Schaffe, spare, Häusle baue" beim "Weltkongress des Internationalen Bausparerverbandes" in Stuttgart aus, und Schlagersänger Ralf Bendix machte mit seiner Interpretation das Klischee eines Schwaben populär. Tatsächlich wurde die erste Bausparkasse des Kontinents vor rund 80 Jahren im deutschen Südwesten gegründet. Lange gehörte der Bausparvertrag in Baden-Württemberg zur Grundausstattung wie anderswo das Tafelsilber, und die Abschaffung der Eigenheimzulage sorgt jetzt wieder für eine verstärkte Anziehungskraft des etwas in die Jahre gekommenen Modells. Der Begriff "zuteilungsreif" findet sich im Wörterbuch der Deutschen Sprache erst seit den 30er Jahren und zwar ausschließlich im Zusammenhang mit einem Bausparvertrag - und "Zuteilungsreif" ist auch der Titel der Sonderschau, die bis Juli 2006 im Haus der Geschichte in Stuttgart zu sehen ist. Die Ausstellung erzählt sechs "Bausparer-Geschichten", die jeweils für eine Generation stehen, von den 20er Jahren bis heute. Der persönliche Traum vom Eigenheim ist eingebettet in das historische, soziale und wirtschaftliche Umfeld, Bauspar-Werbung in Bild und Ton lässt die jeweilige Zeit und ihre Ideale lebendig werden. Nachtkultur mit einem Rundgang durch die Geschichte des "Häusle-Bauens".

    Was für eine Farbenpracht! - der schönste Bildband über Indien Eine Gruppe von Jain-Nonnen auf dem Weg zu ihrem Tempel, ein Flickschuster mit Turban, Gläubige beim heiligen Bad im Ganges, üppige Reisfelder oder die von den Indern verehrten heiligen Kühe mitten im Trubel einer Großstadt. Man kommt ins Schwärmen, wenn man die brillanten Aufnahmen des Schweizer Fotografen Olivier Föllmi betrachtet. Zweihundert Aufnahmen stellt der Schweizer Fotograf Olivier Föllmi in seinem großformatigen "Indien"-Bildband vor, der im Knesebeck-Verlag erschienen ist.

    "Ich wurde von Indien verführt wie ein Seefahrer, der auf der Suche nach neuen Ufern voller Erstaunen auf einen Kontinent des Lebens stößt, bevölkert von würdevollen Männern und Frauen, die stolz auf ihre Traditionen sind und von zahlreichen Göttern behütet werden." Olivier Föllmi ist fasziniert von der Vielfalt und Farbenpracht des Subkontinents und hat auf seinen Reisen nahezu alles fotografiert: atemberaubende Landschaften, religiöse Zeremonien und ganz alltägliche Szenerien. Fasziniert ist Olivier Föllmi auch von den Menschen, denen er in den pulsierenden Großstädten und in abgelegenen Dörfern begegnet ist. Er hat Männer, Frauen und Kinder aller Kasten porträtiert, darunter Bauern, Tänzerinnen, Musiker und Brahmanen. Nachtkultur nimmt den Zuschauer mit auf eine Bilderreise durch Indien.

    Sonntag, 25. Dezember 2005 (Woche 52)/14.12.2005

    10.30
            Weihnachtskonzert 2005
            Johannes Wildner und das Rundfunk Sinfonieorchester
            Saarbrücken spielen Werke von Bach, Tschaikowsky und
Mussorgsky

    Unsterbliche Musikwerke hören und sehen, neu entdecken und somit hautnah als Aufzeichnung miterleben - in seiner weihnachtlichen, traditionell dem großen Repertoire verpflichteten Soirée spielt das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken "Bilder einer Ausstellung" in der Orchestrierung von Maurice Ravel, das Violinkonzert D-Dur von Peter Tschaikowsky und die Bach-Fuge Es-Dur BWV 552 in der Orchester-Bearbeitung von Arnold Schönberg. Die musikalische Leitung hat Johannes Wildner. Solist in Tschaikowskys Violinkonzert ist Olivier Charlier.

    Mittwoch, 8. Februar 2006 (Woche 06)/14.12.2005

    22.30
            Auslandsreporter
            Bella Olympia
            Turin bereitet sich vor
            Ein Film von Christoph-Michael Adam

    Turin ist "geliftet", wenn derzeit 2.500 Sportler, noch einmal so viele "Offizielle", 10.000 Journalisten und mehr als eine Millionen wintersportbegeisterte Zuschauer, Stadt und Umland bevölkern. Für 1,5 Milliarden Euro wurden Sportstätten,  Straßen und Tiefgaragen gebaut, Plätze und Paläste restauriert. Es herrscht Aufbruchstimmung: Tausende haben sich freiwillig als Helfer gemeldet, Zehntausende Betten wurden von Privatleuten zur Verfügung  gestellt, und die Schaufenster der  berühmten Turiner Cioccolaterien sind mit köstlichen Olympiasymbolen gefüllt. Doch auch Kritiker melden sich zu Wort. Es sind Umweltschützer, die einen Raubbau an der Natur beklagen, Demonstrationen und Blockaden androhen. Dass die 2O. Olympischen Winterspiele in Turin und den angrenzenden Bergregionen stattfinden, ist vor allem dem vor zwei Jahren verstorbenen FIAT-Patriarchen Gianni Agnelli zu verdanken, der die Spiele in "seine Stadt" holte. Seitdem ist die norditalienische Autometropole dabei, ihr einseitiges Image zu verändern, mit dem sie seit Jahrzehnten zuerst gut und dann immer schlechter gelebt hat. "Wir müssen uns mit FIATs Hilfe von FIAT befreien", sagt Sergio Chiamparino, der Bürgermeister der Olympia-Stadt Turin. Das Wintersport-Spektakel, das am 10. Februar beginnt, hat sich als Initialzündung erwiesen für die "Transformatione", wie die Turiner die Umwandlung ihrer Stadt zu einem Zentrum für High Tech, Sport- und Kulturtourismus zu nennen.

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