SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweis für Freitag, 25. November 2005 (Woche 47)

    Baden-Baden (ots) - Freitag, 25. November 2005 (Woche 47)/24.11.2005


23.30
            Nachtkultur
            Die Kultur-Illustrierte
Moderation: Markus Brock

    unter anderem mit folgenden Themen:

    Ein Großstadtneurotiker par excellence - Woody Allen wird 70 Wenn er alleine ist, dann schläft er bei eingeschaltetem Licht, und um die "Balance des Universums nicht zu zerstören", schneidet er seine Frühstücksbanane immer in exakt sieben Scheiben. Woody Allen hat jede Menge Marotten und braucht seine Arbeit, um Abstand zu finden. "Ich würde am liebsten ganz in meinen Filmen leben, um mich vor der Realität zu verstecken", sagt der kleine Mann mit dem scheuen Blick und der schwarz umrandeten Brille. Am 1. Dezember wird er 70 Jahre alt. Als Alan Stewart Konigsberg wird er 1935 in New York geboren. Bereits mit 16 Jahren verkauft er seine Witze an Zeitungen, kurz darauf wird er als Gagschreiber für Talkshows engagiert. Sein erstes Drehbuch, "Was gibt's neues, Pussy?", schreibt Woody Allen 1965. Eine Erotiksatire, in der er auch in einer Nebenrolle als Filmkomiker zu sehen ist. Seitdem hat er fast jedes Jahr mindestens einen Film gedreht, meistens hat er auch das Drehbuch geschrieben und oft die Hauptrolle gespielt. Ob "Was sie schon immer über Sex wissen wollten.", "Der Stadtneurotiker" oder "Hannah und ihre Schwestern". Es sind vor allem Beziehungsprobleme, die er meisterhaft zu intelligenten Komödien verarbeitet. Oft sind sie autobiographisch geprägt. Das Buch "Woody Allen im Gespräch mit Jean-Michel Frodon" gibt Einblicke in Woody Allens Arbeitsweise. Dank Interviews, die der französische Kritiker Jean-Michel Frodon über zehn Jahr lang regelmäßig mit ihm geführt hat. Es ist gleichzeitig eine Hommage an einen Mann, der sich immer seine filmische Unabhängigkeit bewahrt hat.

    Afghanische Frauenwelten unter der Lupe - Das Tübinger Filmfest "Terre des Femmes" Eine junge Amerikanerin indischer Abstammung auf der Suche nach ihrer Herkunft, ein kleines Mädchen, das zusammen mit ihrem Bruder im Nachkriegs-Afghanistan um das tägliche Überleben kämpft oder die Erfahrungen einer salvadorianischen Immigrantin in New York. Persönliche Schicksale und Geschichten stehen im Mittelpunkt des Filmfests "FrauenWelten", das vom 17. bis 23. November in Tübingen stattfindet und zum mittlerweile fünften Mal den internationalen Tag "Nein zu Gewalt an Frauen" illustriert.

    Von der Menschenrechtsorganisation "Terre des Femmes" veranstaltet, werden über dreißig Dokumentar- und Spielfilme aus aller Welt gezeigt, die "frauenpolitisch interessante Themen und cineastische Qualität zusammenbringen". Viele der Filme sind erstmals in Deutschland zu sehen. Einen besonderen Blick richten die Veranstalter in diesem Jahr auf die Rechte von Frauen in Afghanistan. Auch nach dem Fall des Taliban-Regimes sind sie nach wie vor extremen Beschränkungen ausgesetzt. Nachtkultur über Spiel- und Dokumentarfilme, die die Situation von Frauen in dem krisengebeutelten Land thematisieren.

    Skurriles aus dem Schwabenland - Martina Kieningers Debütroman Persiflagen auf den Aberglauben, schwäbische Provinzlegenden, kurzum schräge Geschichten - Martina Kieningers Debütroman gehört zum Originellsten, was dieser Bücherherbst zu bieten hat. "Die Leidensblume von Nattersheim" ist bei Liebeskind erschienen. Martina Kieninger, gebürtige Stuttgarterin und heute Chemieprofessorin in Uruguay, hat die schwäbische Alb als Schauplatz ihrer Provinzposse gewählt. Protagonistin ihres Romans ist "die Leidensblume von Nattersheim" - die 80-jährige katholische Metzgerstochter Emma. Emma trägt die Stigmata Christi an den Händen und lebt seit Jahrzehnten von nichts anderem als der heiligen Kommunion ... Eine aberwitzige Satire auf Religion, Kirche und Wissenschaft. Bislang hat Martina Kieninger hauptsächlich im Internet veröffentlicht. Stammtischhocker, Elferrat und andere Sonderlinge sind typische Helden ihrer absurden Erzählungen. Sie schreibt bewusst nicht über das, was gerade en vogue ist. Für ihre literarischen Experimente wurde sie u. a. mit dem Würth-Preis und dem Internet-Literaturpreis der "Zeit" ausgezeichnet. Nachtkultur hat die Autorin in ihrer alten Heimat getroffen.

    Reise nach Absurdistan - Der slowakische Fotograf Martin Kollar in New York Mit leiser Ironie fotografiert Martin Kollar scheinbar banale, oftmals absurde Momente des Alltags: einen Arbeiter, der kopfüber im Abwasserkanal verschwindet etwa oder eine Familie beim Picknick auf dem schäbigen Parkplatz eines Supermarkts. Mit seinen Fotos zeichnet der 1971 geborene Slowake ein sarkastisches Portrait des heutigen Osteuropa, einer Gesellschaft im Umbruch auf dem Weg nach Europa. Nicht nur in seiner Heimat gilt Martin Kollar als einer der wichtigsten Vertreter der Dokumentarfotografie, viele seiner Arbeiten wurden international preisgekrönt. Doch seine Leidenschaft gehört nicht allein dem Fotografieren, auch zahlreiche Filme hat der ausgebildete Kameramann bereits gedreht. Jetzt ist Martin Kollar zum ersten Mal auf Fotoreise in den USA und sucht dort nach skurrilen Blickwinkeln. Nachtkultur hat ihn nach New York begleitet.

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