SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Freitag, 9.12.05 (Woche 49) bis Freitag, 16.12.05 (Woche 50)

    Baden-Baden (ots) - Freitag, 9. Dezember 2005 (Woche 49)/16.11.2005

    22.15 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Kinder vorm Bildschirm - Förderung oder Verblödung?

    Gefragt danach, was es auf eine einsame Insel mitnehmen würde, antwortete jedes dritte Kind: den Fernseher! Wie lebenswichtig dieses Gerät für viele ist, spiegelt auch wider, dass eben bei jener Befragung nur ein Prozent daran dachte, Essen und Trinken mitzunehmen. Klarer Fall also: Fernsehen macht blöd! Machen aber Computer schlau? Zumindest sind einer amerikanischen Studie zufolge Kinder ohne TV, aber mit Computer im Zimmer am besten in der Schule. Diejenigen, die ohne Computer, aber mit TV ausgestattet sind, erbringen die schlechtesten Leistungen. Was lernen wir daraus? Dass man alle Fernsehgeräte verbannen und gleichzeitig die Kinderzimmer mit Computern ausrüsten muss? Wenn nur alles so einfach wäre, denn wie förderlich für die Entwicklung sind schon "Ego-Shooter-Spiele"? Und sind wirklich alle Kinderprogramme schädlich?

    Die Gäste: "Fernsehen macht aggressiv, hemmt die Sprachentwicklung, verhindert eine vielseitige körperliche und geistige Entwicklung von Kindern" - so die Erkenntnisse des Ulmer Hirnforschers Professor Manfred Spitzer. Die Folgen von zuviel TV- und PC-Spielekonsum: Gewaltverbrechen, weil Ballerspiele und Morde auf dem Bildschirm langfristige Spuren im kindlichen Gehirn hinterlassen. "Wer Gewalt sieht, wird selbst gewalttätig."

    Claude Schmit, Geschäftsführer von "Super RTL", weiß, was Kinder wollen. Die hohen Einschaltquoten seines Programms sprechen für sich - auch wenn nicht alles das Prädikat "pädagogisch wertvoll" erhält. Den Medienkonsum seiner eigenen Kinder reguliert Schmit mit Jetons, mit denen sich die Kleinen die TV- und Computerspiel- Portionen pro Woche selbst einteilen müssen: "Wenn sie die schon nach drei Tagen verbraten haben, ist das ihr Pech."

    Silke Brand ist schlecht auf das Fernsehen zu sprechen. Denn im Bann der Mattscheibe wird ihre neunjährige Tochter regelmäßig aufgedreht und aggressiv. Wegen ständiger Streitigkeiten und schlechter Schulleistungen sieht die Mutter vorläufig nur eine Möglichkeit: das strikte Fernsehverbot. "Meine Tochter soll sich erst mal ihre 50 wunderschönen Kinderbücher vornehmen, die im Regal stehen!"

    Sebastian Gronbach ist in einem anthroposophischen Haushalt ohne Fernsehen aufgewachsen. Nur ab uns zu linste er beim Nachbarn durchs Wohnzimmerfenster oder bei der Großmutter durch den Türschlitz. Gefehlt hat ihm ohne Flimmerkiste nichts, und so darf auch sein sechsjähriger Sohn nur 20 Minuten DVD in der Woche schauen. Wichtig ist, so Gronbach, "dass man selbst bestimmen kann, wann Schluss ist. Ende ist, wenn ich das Knöpfchen drücke und nicht, wenn es das Fernsehprogramm vorgibt."

    Michael Wallies hat seine Kindheit zuerst vor dem Fernseher und später sieben lange Jahre mit Computerspielen verbracht. Hinter heruntergelassenen Jalousien saß er allein bis zu 20 Stunden vor dem Monitor. Im Rückblick sagt der Schüler heute: "Ich habe nichts Wertvolles geleistet, nichts, außer dass ich ein virtueller Massenmörder war!" Erst als er aufhörte und die CD-Rohlinge zerbrach, konnte er Freundschaften schließen und "anfangen, richtig zu leben."

    Bei Regina Dirkmanns Tochter Julia wurde im Alter von 13 Jahren Leukämie diagnostiziert. Von einem Tag auf den anderen lag sie isoliert und für lange Zeit im Krankenhaus. Erst als sie ein Laptop bekam, blühte sie wieder auf: Im Bett konnte sie am Unterricht ihrer Klasse teilnehmen und Kontakt zu Freundinnen halten. Regina Dirkmann ist der festen Überzeugung: "Der Computer hat den Heilungsprozess meiner Tochter beschleunigt."

    An der Bar:

    "Bei uns wurde der Fernseher nach ewigen Diskussionen einfach abgeschafft." Der Grund: Ingrun Dürr konnte mit ihrem Sohn nach dem Fernsehen nichts mehr anfangen. Der damals Fünfjährige fand kein Ende vor der Glotze, weil ein Zeichentrickfilm den nächsten jagte. Daheim war ständig schlechte Stimmung, doch die verschwand - gemeinsam mit dem Fernseher.

Dienstag, 13. Dezember 2005 (Woche 50)/16.11.2005

    Geänderten Programmverlauf nur für SR beachten!


8.55    (VPS 8.54)
            Live aus dem Landtag des Saarlandes
            Haushaltsberatungen 2006

(bis 16.00 - weiter wie mitgeteilt)

Mittwoch, 14. Dezember 2005 (Woche 50)/16.11.2005

    Geänderten Programmverlauf nur für SR beachten!


8.55    (VPS 8.54)
            Live aus dem Landtag des Saarlandes
            Haushaltsberatungen 2006

(bis 16.00 - weiter wie mitgeteilt)

Freitag, 16. Dezember 2005 (Woche 50)/16.11.2005


22.00
            Nachtcafé
            Gäste bei Wieland Backes
            Vaterfiguren

    "Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr", sagt der Volksmund. Nie war er so aktuell wie heute: Als Ideal gilt der liebende, sorgende Vater, der zu Hause ist und den Kinder bei den ersten Schritten hilft, aber gleichzeitig auch Karriere macht und der Familie einen hohen Lebensstandard sichert. Dieser Anspruch richtet sich an Väter, die ihre eigenen Väter häufig nur als Schattenväter wahrgenommen haben. Viele suchen als Erwachsene immer noch nach ihrem Vater oder wenigstens einer Vaterfigur. Andere schaffen es nie, sich aus dem Schatten ihres Vaters zu befreien. Was macht einen guten Vater aus? Wie viel Vater braucht ein Kind? Wie steht es generell um "Vaterfiguren" in unserem Land? Und welche gesellschaftliche Rolle kommt den Vätern zu?

SWR-Pressestelle

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ursula Foelsch, Tel.: 07221 / 929 - 2285.

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