SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Freitag, 11.11.05 (Woche 45) bis Sonntag, 27.11.05 (Woche 48)

    Baden-Baden (ots) - Freitag, 11. November 2005 (Woche 45)/9.11.2005


23.30
            Nachtkultur
            Die Kultur-Illustrierte
            Moderation: Markus Brock

    unter anderem mit folgenden Themen:

    Ein echter Traummann - Erinnerungen an Richard Burton Er war ein Frauenheld, alkoholabhängig und ein begnadeter Charakterdarsteller. Richard Burton, der mit Klassikern wie "Blick zurück im Zorn", "Alexander der Große" und "Cleopatra" Filmgeschichte geschrieben hat. Am 10. November wäre er 80 Jahre alt geworden. Richard Jenkins, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, als zwölftes von dreizehn Kindern. Trotzdem wurde er zu einem Filmstar mit internationalem Ansehen. Nicht zuletzt weil sein Lehrer und Mentor Philipp Burton in ihm die Liebe zu Literatur und Theater geweckt hatte - aus Dankbarkeit nahm er später dessen Nachnamen an. Mit seinem Privatleben lieferte er immer wieder Stoff für die Klatschpresse, denn am liebsten sprach Richard Burton über sich selbst. "Andere gehen zum Psychiater, ich gebe Interviews", hat der Sohn eines walisischen Bergmanns einmal gesagt. An Gesprächsthemen mangelte es nie. Schließlich führte er ein ausschweifendes Leben und war fünfmal verheiratet - gleich zweimal mit Elizabeth Taylor, mit der er in elf Filmen gemeinsam vor der Kamera stand. Richard Burton hat in fast 70 Filmen mitgespielt. Zuletzt war er in dem Meisterwerk "1984" nach dem Roman von George Orwell zu sehen. Kurz nach den Dreharbeiten starb Richard Burton im August 1984 in der Schweiz an einem Gehirnschlag.

    Mann und Frau - Georg Preuße über seine Bühnenfigur "Mary" Seit fast drei Jahrzehnten ist er der Mann hinter Mary Morgan. Georg Preuße, der zunächst gemeinsam mit seinem Bühnenpartner Reiner Kohler als "Mary & Gordy" erfolgreich war und 1988 eine fulminante Solokarriere startete. In eng anliegenden Glitzerkostümen, hohen Stöckelschuhen und mit langen Beinen, die so manche "echte" Frau vor Neid erblassen lassen, hat Georg Preuße alias Mary die Travestie in Deutschland salonfähig gemacht. Mary eroberte die großen Konzert- und Theaterbühnen, war Stammgast in unzähligen Unterhaltungssendungen und hat auch als Werbeträger für Marmelade eine gute Figur gemacht.

    Jetzt hat der 55-jährige Travestie-Star seine Autobiografie veröffentlicht. Georg Preuße schreibt über seine schwierige Kindheit im niedersächsischen Ankum und seinen Lebensgefährten Jack Amsler, den er vor drei Jahren geheiratet hat. Er schildert, wie es zur Trennung von "Mary & Gordy" kam und erzählt von seiner Arbeit als Sänger, Kabarettist und ernst zu nehmender Schauspieler, der auch in klassischen Rollen zu überzeugen weiß. "Mary - Mein Leben in ihrem Schatten" ist bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen.

    Rettet die deutsche Sprache! - "Denglisch" überrollt uns Wir schauen News statt Nachrichten, wir kaufen Tickets statt Fahrkarten, und wir genießen das Weekend, wenn wir es uns am Wochenende gut gehen lassen. Anglizismen und künstliche geschaffene "Denglisch-Wörter" nehmen in der deutschen Sprache immer mehr Platz ein. Sie werden uns täglich mit der Werbung eingetrichtert, machen uns hip, cool und trendy. Auch sonst ist die Vermischung von Deutsch und Englisch längst eine Selbstverständlichkeit. In der Wissenschaft spielt Deutsch fast gar keine Rolle mehr, immer mehr Unternehmen führen Englisch als Konzernsprache ein. Ist die deutsche Sprache in Gefahr? Keine andere Nation in Europa begrüßt englische Wörter und Wortkonstruktionen so bereitwillig wie wir Deutschen. In Frankreich hingegen gilt die eigene Sprache als Kulturgut Nummer eins und wird per Gesetz geschützt. In Deutschland hat der "Verein deutscher Sprache" den englischen Spracheinflüssen den Kampf angesagt. Aus den sieben Gründungsmitgliedern von 1997 ist mittlerweile die stattliche Zahl von fast 30.000 geworden. Nachtkultur hat sich umgehört und den sprachlichen Status quo in Deutschland bisweilen satirisch unter die Lupe genommen.

    Hintergründige Kunst - Der lateinamerikanische Maler Fernando Botero Seine Figuren platzen aus allen Nähten. Ob Balletttänzerinnen, Heilige, Stierkämpfer oder ganz normale Menschen. Fernando Botero malt barocke Körper mit maskenhaften Gesichtern und arbeitet dabei stets ohne Modell, nur aus dem Gedächtnis. Ausladend sind auch seine Skulpturen, und selbst wenn er Stillleben malt, bestehen diese aus überdimensionalen Früchten oder Kerzenständern. "Mein Interesse gilt der Form - sanften, runden Oberflächen, die die Sinnlichkeit meines Werks betonen", meinte der kolumbianische Künstler einmal. Es sind Arbeiten von vermeintlicher Heiterkeit, doch die Werke von Fernando Botero sind brüchig. Immer wieder hat sich der 73-Jährige auch mit politischen Themen auseinander gesetzt. In seinem jüngsten Bilderzyklus beschäftigte er sich mit den Folterungen im irakischen Gefängnis Abu Ghraib. Gemälde und Zeichnungen, mit denen er seinem Unmut und seiner Empörung über die körperlichen und psychischen Misshandlungen im Irak bildhaft Ausdruck verlieh. Ab 11. November stellt die Kunsthalle Würth das umfangreiche Werk des derzeit berühmtesten Künstlers Lateinamerikas vor. Rund 150 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen sind in Schwäbisch Hall zu sehen, darunter auch Boteros "Abu Ghraib-Zyklus", der erstmals in Deutschland präsentiert wird.

Samstag, 12. November 2005 (Woche 46)/9.11.2005


Kabarett & Comedy
23.30
            Sigi Zimmerschied
            Werkschau III: Betondeppen

    Seit mehr als 20 Jahren ist er der "Hintergründigste" der Kabarettszene: Sigi Zimmerschied. Aus der tiefsten niederbayrischen Provinz - Zimmerschied lebt in Passau - zieht er regelmäßig ins deutschsprachige "Ausland", um Menschen und Politiker seinen bösartig scharf geschliffenen Spiegel vorzuhalten. Zimmerschied ist eine Ein-Mann-Truppe, die mit unglaublicher Power auf den Kabarettbühnen aufmischt und aufräumt. Und wie nur sehr wenige deutsche Kollegen hat er es geschafft, auch in Österreich erfolgreich zu sein. Sigi Zimmerschied hat lange jegliche Fernsehaufzeichnung seiner Programme abgelehnt.

    Nur der jahrelangen Überzeugungsarbeit von SWR-Redakteur Eberhard Streul ist es zu verdanken, dass es heute Zimmerschied auch auf dem Bildschirm gibt - exklusiv beim SÜDWEST Fernsehen.

    Zimmerschied hat ihnen einen Namen gegeben und ihnen ein kabarettistisches Denkmal gebaut. Den Betondeppen, den blutleeren Grinsern und Asphaltierern, die alles niederwalzen, was ihrer militanten Spießigkeit im Wege steht. Zwanzig Jahre nach seinem fulminanten Soloprogramm lässt sie Zimmerschied wieder aufmarschieren in seiner menschlichen Monstershow. Die Betondeppen und die kleinen Widerständler wie Autolackerier und Eckenbrunzer Maurer, der ungeniert in die Passauer Geschichte pieselt.

Freitag, 25. November 2005 (Woche 47)/9.11.2005


22.00
            Nachtcafé
            Gäste bei Wieland Backes
            Die beste Freundin

    Männer kommen und gehen. Die beste Freundin bleibt. Oft ein ganzes Leben. Und nie war sie so wertvoll wie heute. Sie mag einen - weil und obwohl sie einen besser kennt als jeder andere. Zwei wie Pech und Schwefel. Man teilt Pubertätssorgen, Klamotten, Liebeskummer und Wellness-Wochenenden. Nichts ist zu albern oder peinlich, dass man es mit der besten Freundin nicht besprechen könnte. Was die eigene Mutter nicht weiß, der Gatte kaum ahnt - die beste Freundin ist eingeweiht. Argwöhnisch beobachtet vom jeweiligen Partner. So mancher Ehemann ist genervt von der besten Freundin seiner Liebsten. Oder womöglich so begeistert, dass er ein Verhältnis mit ihr beginnt. Der schlimmste Vertrauensbruch überhaupt. Und nicht selten wiegt der Verlust der Freundin dabei schwerer als der des Partners.

    Die Gäste:

    Katrin Sass hat keine beste Freundin mehr. Zu tief sitzt bis heute ihre Enttäuschung darüber, dass sie von ihrer besten Freundin verraten wurde. Jahrelang teilte sie ihrer Freundin Sabine alles mit, was sie bewegte und verbrachte so gut wie jede freie Minute mit ihr und ihrer Familie. Nach der Wende in der DDR kam dann die Ernüchterung. Die Einsicht in ihre Stasi-Akte war für sie wie das Lesen in ihrem Tagebuch. Ein gewisser Kasimir hatte das Leben der Schauspielerin minutiös ausgespitzelt. Bald stellte sich heraus: Kasimir war ihre Freundin Sabine.

    Maria Körber und Sibylle May sind seit 67 Jahren unzertrennlich. Weder die Wirren des Zweiten Weltkrieges, noch die Liebe zum selben Mann konnte die beiden trennen. Im Gegenteil, gerade schwierige Zeiten haben den beiden gezeigt, dass sie zueinander gehören. Sie sind sich einig: "Uns kann nichts mehr trennen."

    Karin Dietl-Wichmann weiß, wie die beste Freundin zur schärfsten Konkurrentin werden kann. Als Chefredakteurin einer Frauenzeitschrift arbeitete sie eng mit ihrer besten Freundin zusammen und war damit Vertraute und Vorgesetzte zugleich. Die Freundin war damit nicht nur in private, sondern auch in alle beruflichen Details eingeweiht - das wurde ihr zum Verhängnis. Als Karin Dietl-Wichmann nach einer vierwöchigen Kur in die Redaktionsräume zurückkehrte, saß auf ihrem Chefsessel eine Neue: ihre beste Freundin.

    Frauenfreundschaften sind für "Frau-TV"-Moderatorin Lisa Ortgies wichtig. Regelmäßig trifft sie sich mit ihren besten Freundinnen, um sich abendfüllend über Männer, Sex und Figurprobleme auszutauschen: "Unsere Abende laufen genau so ab, wie es Männer eigentlich immer befürchten. Ich habe Infos über die Männer meiner Freundinnen, die ich deren Meinung nach nicht wissen sollte."

    Jörg Thadeusz hat für solche Frauenrunden nur ein Schmunzeln übrig. Für besonders bemerkenswert hält der Journalist das Phänomen, dass sich Frauen in allen Lebensfragen uneingeschränkt und vorbehaltlos Recht geben - allerdings nur so lange, wie sie sich den ungeschriebenen Gesetzen der Gruppe anpassen: "Wenn da eine aus diesem "inner circle" mal durch den Rost gerutscht ist, dann ist bei den Frauen aber so was von der Ofen aus."

Annette Rexrodt von Fircks weiß, wie wichtig es ist, eine beste Freundin zu haben. Vor sieben Jahren durchlebte die 42-jährige Mutter von drei Kindern nach einer Brustkrebsdiagnose eine tiefe Lebenskrise. Da ihr Ehemann mit der fast aussichtslosen Diagnose hoffnungslos überfordert war, wurde ihre Freundin Carmen zur wichtigsten Ansprechpartnerin: "Carmen hat für mich eine Psychologin ersetzt. Sie gab mir die Lebensqualität und Energie, die man fürs Gesundwerden braucht

    An der Bar: Janina Stopper und Klara Schneider kennen sich seit der ersten Klasse und sind seitdem beste Freundinnen. Als Busenfreundinnen ist für die beiden klar, dass sie über alles sprechen: den ersten Liebeskummer, Jungs und Schule. Und obwohl sich die Jungschauspielerin Janina bisweilen in anderen Welten als Klara bewegt, kann das der Freundschaft nichts anhaben. Für die 15- jährigen Mädchen steht fest: "Wir werden auch noch mit 80 Jahren so gut befreundet sein wie heute."

Sonntag, 27. November 2005 (Woche 48)/9.11.2005

    Geänderten Titel und Gesprächsteilnehmer beachten!


22.35    Wortwechsel extra
            Kloppo und der Kardinal

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