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13.10.2005 – 16:25

SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Samstag, 15.10.05 (Woche 42) bis Sonntag, 27.11.05 (Woche 48)

    Baden-Baden (ots)

Samstag, 15. Oktober 2005 (Woche 42)/13.10.2005

22.20    Frank Elstner: "Menschen der Woche"

    Die Gäste:

    Montserrat Caballé Seit 3.Oktober ist der Opernstar Montserrat Caballé auf Deutschland- Tournee. Die vielseitige Sopranistin, die zu den weltbesten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts gehört, begann schon im Kindesalter ein Musikstudium am Liceo der katalanischen Metropole, wo sie 1954 die Goldmedaille des Konservatoriums bekam. Die "Mimi" in Giacomo Puccinis "La Bohème" wurde 1956 ihre Debütrolle am Basler Stadttheater. Weitere Debüts folgten in Bremen, Mailand, Barcelona, Lissabon und Mexico City, bis ihr in New York der internationale Durchbruch gelang.

    Dietz-Werner Steck Seit 1992 ermittelt er als Kommissar Bienzle im SWR-Tatort. Nächstes Jahr geht er in Rente. Dann ist nach 25 Folgen Schluss. Bis zu neun Millionen Zuschauer schalteten bei Bienzle ein. Seit dem 8. Oktober 2005 läuft um 8.30 Uhr im Ersten die neue Kinderkrimiserie "Ein Fall für B.A.R.Z". Darin spielt Dietz-Werner Steck den pensionierten Kriminalkommissar Alwin Schuster, der den Kindern hilft, Kriminalfälle aufzuklären.

    Rüdiger Hoffmann Am 21. Oktober tritt Rüdiger Hoffmann wieder auf mit "Kostbarkeiten. Das Beste aus fünf Programmen".

    Prof. Dr. Ernst-Martin Lemmel Der langjährige Chefarzt der Max-Grundig-Klinik auf der Bühlerhöhe und des Rheumazentrums Baden-Baden, feierte in diesem Jahr sein 25- jähriges Jubiläum als Publizist. Bis heute ist er der herausgebende Redakteur der renommierten Medizin-Fachzeitschrift "Rheumatology International" (Springer-Verlag, Heidelberg). Prof. Lemmel stand auf der "Focus-Liste der 1000 besten Ärzte in Deutschland".

Sonntag, 16. Oktober 2005 (Woche 42)/13.10.2005


22.35
            (VPS: 22.34)
Wortwechsel
            Jacqueline Stuhler im Gespräch mit Joachim Fuchsberger
            (Showmaster)

    Er ist der Grandseigneur des deutschen Fernsehens und Star der Edgar Wallace-Klassiker - Joachim Fuchsberger. Die ganze Familie versammelte sich auf dem Sofa, wenn Fuchsberger "Auf los geht's los" verkündete. Eine Rate- und Spieleshow, die lange vor "Wetten dass?" zum Publikumsmagneten wurde. Jahrzehntelang hat "Blacky" die deutsche Fernsehgeschichte mitgestaltet. Kaum einer weiß aber, wie der 78-Jährige zu seinem Spitznamen kam. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft arbeitete Fuchsberger als Bergmann in einer Zeche. Seitdem hat der nicht ganz uneitle gebürtige Stuttgarter seinen Namen. In diesem Jahr hat er für sein Lebenswerk den Bayerischen Fernsehpreis erhalten. In der Begründung heißt es "Durch seine Eleganz, durch Takt, Charme und Witz spielte, talkte und moderierte sich Joachim Fuchsberger in die Herzen eines breiten Fernsehpublikums." Das ist und bleibt "Blacky", der noch immer regelmäßig auf der Bühne steht und sein Publikum begeistert. Jacqueline Stuhler spricht mit Joachim Fuchsberger über Krimis, Olympische Spiele und das Eheleben.

Sonntag, 23. Oktober 2005 (Woche 43)/13.10.2005

    Nachgelieferte Gesprächsteilnehmer beachten!


22.35    Wortwechsel
            Walter Janson im Gespräch mit Matthias Deutschmann
            (Kabarettist)

Sonntag, 6. November 2005 (Woche 45)/13.10.2005


09.15
            (VPS: 09.50)
Roger Norrington dirigiert Brahms:
            1. Sinfonie c-moll op. 68

    Mit seiner ersten Sinfonie hat sich Brahms lange Zeit gelassen: Erste Skizzen entstanden bereits 1855. Abgeschlossen hat er die Komposition, an der er mit Unterbrechungen immer wieder arbeitete, allerdings erst 21 Jahre später: 1876. Im selben Jahr wurde sie in Karlsruhe unter der Leitung von Otto Dessoff uraufgeführt. Brahms wollte das Stück zunächst in einer kleineren Stadt erproben, bevor es in die großen Musikmetropolen ging. Schließlich fand er die Sinfonie "lang und nicht gerade liebenswürdig". Der Dirigent Hans von Bülow nannte sie "Beethovens Zehnte". Brahms war dieses 'Lob' nicht ganz recht, denn es verkannte das Individuelle der Werke von Brahms. Brahms sah deutlich, dass er - um dem langen Schatten des Sinfonikers zu entkommen - eigene, neue Wege einschlagen musste. Dies war auch der Grund, warum er diese Sinfonie erst 1876, mit bereits 43 Jahren, abschloss: Er hörte den "Riesen Beethoven hinter sich marschieren". Sir Roger Norrington sieht aber noch einen anderen Grund, warum Brahms seine erste Sinfonie ausgerechnet 1876 fertiggestellt: "Einer der Gründe war ein gewisser Wagner, der im selben Jahr Bayreuth eröffnete. Brahms dachte sich also: Wenn ich nicht jetzt meine Sinfonie veröffentliche, bevor Wagner mit seiner neuen Musik die ganze Welt aufrührt, dann schenkt mir keiner mehr Beachtung.

    Dann schrieb er ziemlich schnell eine langsame Einleitung zum schnellen Teil des ersten Satzes." Norrington liest auf seine Weise bestimmte Geschichten in dem Stück: "Thema des 1. Satzes ist der Tod von Robert Schumann. Der 2. Satz handelt von seiner Liebe zu Clara. Brahms hätte das natürlich niemals zugegeben. Aber es ist die Musik eines Liebenden. Seine Liebe zu Clara war das Wichtigste in seinem Leben. Dass er sich in sie verliebt hatte, ist klar. Er hat es nie überwunden, nie. Sie ist das Hauptthema seiner Sinfonie vor allem im letzten Satz, da gibt es diese wunderschöne Hornmelodie, er notierte sie zum ersten Mal auf einer Postkarte, die er Clara zum Geburtstag schickte. Er war in den Alpen und hatte dieses Thema in den Bergen gehört, auf einem Alphorn. Darunter schrieb er: "Hoch vom Berg, tief im Tal, grüße ich zehntausend Mal". So lautete seine Geburtstagskarte an Clara, das war einige Jahre bevor er seine Sinfonie vollendete. Die Melodie war sozusagen Clara, in seinem Kopf war nur Clara. Und der Choral, der darauf folgt im letzten Satz, das ist sein Freund Joachim. Es gab also viele Personen, die er mit seiner Musik verband, ähnlich wie Schumann es machte."

Sonntag, 13. November 2005 (Woche 46)/13.10.2005


09.15
            Roger Norrington dirigiert Brahms
            2. Sinfonie D-Dur op. 73

    Die Komposition der Zweiten fällt in das Jahr 1877, also das Jahr nach der Vollendung seiner Ersten. Uraufgeführt wurde sie Ende 1878 in Wien. Mit der ihm eigenen Launigkeit nannte Brahms seine 2. Sinfonie einmal sein "liebliches Ungeheuer", und gegenüber dem Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick äußerte er, die neue Sinfonie werde "so heiter und lieblich klingen, dass Du glaubst, ich habe sie extra für Dich oder gar Deine junge Frau geschrieben! Das ist kein Kunststück, der Wörther See ist ein jungfräulicher Boden, da fliegen die Melodien, dass man sich hüten muss, keine zu treten." Sir Roger Norrington beschreibt das Werk folgendermaßen: "Die Zweite ist fröhlicher, zwar voller Sehnsucht und Wehmut, aber nicht so dramatisch wie die Erste. Ich bin ziemlich sicher, dass diese Sinfonie ganz von seiner Liebe zu Clara beseelt ist. Der langsame Satz ist voller Leidenschaft und Sehnsucht. Aber die Musik ist nicht nur unterhaltsam, nicht nur hübsch. Am ehesten vielleicht noch der dritte Satz, der ist schon sehr reizvoll und schön. Hier sehe ich immer die Schumann-Kinder vor mir, das gebe ich zu. Vielleicht interpretiere ich zu viele Bilder in die Musik, aber sie animieren mich. Man kann ja nicht nur stur vor sich herdirigieren. Gefühlvolle Musik schafft eben Emotionen, und Brahms hatte sehr starke Gefühle. Vor der Öffentlichkeit konnte er sie gut verstecken, aber in der Musik tauchen sie wieder auf. Da konnte er sie nicht verleugnen. Die Musik von Brahms schäumt über vor Gefühlen!"

Sonntag, 20. November 2005 (Woche 47)/13.10.2005


09.15
            Roger Norrington dirigiert Brahms
            3. Sinfonie F-Dur op. 90

    Brahms' dritte Sinfonie entstand im Jahr 1883 und wurde noch im selben Jahr im Wiener Musikvereinsaal unter Hans Richter uraufgeführt. Im Januar des gleichen Jahres war Richard Wagner gestorben, und nun hatten sich die Anhänger der sogenannten 'Neudeutschen', die vor allem Wagner und Liszt verehrten, im Konzertsaal eingefunden, und jeden Satz des vermeintlichen Gegners Brahms mit einem einstudierten Zischen kommentiert - das allerdings vom Applaus übertönt wurde. Der folgende Triumph der Dritten unter der Leitung des Komponisten in Berlin, Wiesbaden, Meiningen und Leipzig war eindeutig und blieb unangefochten.

    Die 3. Sinfonie ist oft als Brahms' persönlichste bezeichnet worden, trägt sie doch am deutlichsten alle Züge seiner Wesensart in sich: Herbheit und Innigkeit, kämpferischen Trotz, die Liebe zum Volksliedhaften und den Trost-Charakter seiner Kunst. Sir Roger Norrington sieht in Brahms' Dritter ein Selbstportrait des Komponisten, das auch mit einer guten Portion Optimismus und Lebensmut gezeichnet ist: "Ich sehe Brahms in der Nordsee schwimmen. Er verbrachte seine Ferien gerne an der Nordsee, 1876 war er mit Georg Henschel dort. Sie gingen über die Heide und schwammen im Meer, es war kein gutes Wetter, das Wasser war kalt. Das war ein Teil von Brahms, den wir gerne vergessen. Lieber sehen wir ihn Kaffee trinken in einem der vielen Wiener Kaffeehäuser, mit einem langen Bart, als alten, langweiligen Mann. Und natürlich ist die Musik von Schumanns dritter Sinfonie inspiriert. Brahms war ein Zahlenmensch wie Schumann. Als er seine dritte Sinfonie schrieb, hat er sich wahrscheinlich gedacht: "Ach ja, die Eroica und Roberts' Dritte!".

Sonntag, 20. November 2005 (Woche 47)/13.10.2005


10.15
            Werke von Bach, Mozart und Webern
            Badenweiler 2004

    Zum achtzigsten Geburtstag von Walter Levin - Musikvermittler und Primarius des legendären LaSalle Quartetts - haben die Römerbad Musiktage im Dezember 2004 ein besonderes Geburtstagsständchen geboten: Streichquartette aus ganz Europa sowie der Pianist Stefan Litwin spielten in insgesamt vier Konzerten von Freitag Abend bis Sonntag Vormittag ein breites Repertoire von Stücken Walter Levin zu Ehren. Alle Musiker und Formationen sind im Laufe der letzten Jahrzehnte bei Walter Levin in die Lehre gegangen. In dieser Konzertaufzeichnung spielt das Pellegrini-Quartett drei Fugen aus Bachs 'Wohltemperiertem Klavier II' in einer Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozart. Im Anschluss präsentiert das spanische Cuarteto Casals Fünf Sätze für Streichquartett op. 5 aus dem Jahre 1909 von Anton Webern. Das 1989 gegründete Pellegrini-Quartett gehört zu den wenigen bedeutenden Streichquartetten des internationalen Musiklebens, die sich über die klassisch-romantische Literatur hinaus der Musik der unmittelbaren Gegenwart widmen. Sein kontrastreiches Repertoire spannt sich von Bachs "Kunst der Fuge" bis zu Michael von Biels radikalem 2. Streichquartett und enthält u.a. das Gesamtwerk Morton Feldmans, John Cages und Giacinto Scelsis. Eine intensive Zusammenarbeit verbindet das Pellegrini- Quartett mit Musikern wie Klaus Huber, Peter Eötvös, Salvatore Sciarrino, Walter Levin und Adriana Hölszky. Die inzwischen recht umfangreiche Discographie enthält u.a. die Ersteinspielung der Quartette Ferruccio Busonis und Karl Amadeus Hartmanns, sowie Artur Schnabels 5. Streichquartett. Das Pellegrini-Quartett gastierte bei internationalen Festivals wie den Berliner Festwochen, dem Schleswig- Holstein Musik Festival, dem Kopenhagen Summer Festival und dem Kuhmo Chamber Music Festival (Finnland). Seit seiner Gründung an der Escuela Reina Sofia in Madrid 1997 wurde das Cuarteto Casals schnell als eine der außergewöhnlichsten jungen Quartettformationen bekannt. Das spanische Quartett hat bald Preise bei internationalen Wettbewerben erhalten, so u.a. den ersten Yehudi Menuhin Preis beim London International String Quartet Competition 2000 sowie beim Brahms-Wettbewerb in Hamburg 2002. Das Cuarteto Casals wurde stark beeinflusst durch intensive Studien bei Walter Levin und Rainer Schmidt sowie beim Alban Berg Quartett.

Dienstag, 22. November 2005 (Woche 47)/13.10.2005


            Menschen unter uns
23.00
            Ein Tag im Truckerparadies
            Eine Reportage von Annette Wagner

    Ein Ort der Stille und der Einkehr am Rande der lärmigen A3: Zwischen Würzburg und Nürnberg steht auf dem Rasthof Geiselwind Deutschlands einzige privat finanzierte Autobahnkirche. Sie heißt "Licht auf unserem Weg". Das lichtdurchflutete Gotteshaus ist das spirituelle i-Tüpfelchen auf einer besonderen Raststätte: eines Familienbetriebes, den schon Gunter Gabriel besungen hat: "Der Himmel beginnt in Geiselwind, da wo die Trucker zuhause sind." In den 25 Jahren seit seiner Gründung wuchs Geiselwind von der simplen Tanke mit Imbiss zum riesigen "Erlebnis-Rasthof". Anton Strohofer baute Restaurants, eine Disco, ein Hotel mit osmanischem Dampfbad, Casino - und eben eine Kirche. Geiselwind ist riesig: 10.000 Reisende kehren hier täglich ein, 1.500 Lastwagenfahrer machen Zwischenstopp. Viele Trucker verbringen ihr Wochenende bei Strohofers, weil sie sich bei Begründer und Macher Anton seit Jahren zu Hause fühlen. "Und wenn Manuela dann predigt, kommen die Trucker sogar in die Kirche!" strahlt der Vater stolz. Seine Tochter wollte eigentlich Theologin werden. Doch dann starb ihr Bruder bei einem Verkehrsunfall, und sie musste rein ins väterliche Unternehmen. Mittlerweile ist sie Geschäftsführerin, Mutter von fünf Kindern - und predigt und singt alle drei Wochen im eigenen Gotteshaus: "Du bist das Licht auf meinem Weg, Du bist die Hoffnung, die mich trägt .

Sonntag, 27. November 2005 (Woche 48)/13.10.2005


09.15
            Faszination Musik
            Roger Norrington dirigiert Brahms
            4. Sinfonie e-moll op. 98

    Die Sommer der Jahre 1884 und 1885 verbrachte Brahms in Österreich: Im steirischen Mürzzuschlag, in fast 700 Meter Höhe, entstand in diesen zwei Jahren seine vierte Sinfonie. 1885 fand in Meiningen die Uraufführung statt. Bei ihrer Wien-Premiere kurze Zeit später wurde sie mit viel Missfallen bedacht, vor allem durch die sattsam bekannte Gegnerschaft der Wagnerianer und 'Neudeutschen'. Der rabiate Brausekopft Hugo Wolf sah in der Vierten Brahms nichts anderes als "Nichtigkeit, Hohlheit und Duckmäuserei". Aber es herrschte auch Ratlosigkeit unter den Umstehenden: Selbst enge Freunde Brahms, die bei einem ersten Durchspielen des Werkes mit Brahms und seinem Freund Ignaz Brüll am Klavier zugegen waren, wussten nicht weiter. Der anwesende Musikkritiker Eduard Hanslick bemerkte nach dem ersten Satz: "Den ganzen Satz über hatte ich die Empfindung, als ob ich von zwei schrecklich geistreichen Leuten durchgeprügelt würde." Mittlerweile wissen wir: Brahms' Vierte gehört unbestritten zum Besten und, ja: Größten, was er uns hinterlassen hat. Sir Roger Norrington reiht die vierte Sinfonie in den Zyklus ein und reflektiert über Abstraktion und Gefühl: "Die erste Sinfonie bezieht sich auf den Tod Robert Schumanns. Die Zweite erzählt von seiner Liebe zu Clara, die Dritte ist ein Selbstporträt. Die vierte Sinfonie scheint kein bestimmtes Programm zu haben. Man sagt, die Musik von Brahms wäre abstrakt, aber die Vierte ist viel abstrakter als alle anderen, sie ist Musik über Musik. Natürlich findet man auch darin Gefühle. Mit diesem Stück will er zeigen, was er kann, als ob er sagen wollte: 'Ich lebe alleine, ich bin einer der größten Komponisten meiner Zeit. Das habe ich bewiesen. Nun zeige ich euch, wie ich eine Sinfonie schreiben kann, die dem Vormarsch der neuen Musik von Wagner und Liszt Einhalt gebieten wird.' Er geht in dieser Sinfonie zurück zu den Anfängen der großen klassischen Musik, zu Bach. Er verwendet Bach, die Melodie und das Variationssystem, die Chaconne, sind von Bach. Er versucht damit die neuen Bewegungen in der Musik aufzuhalten, denen er im späten 19. Jahrhundert begegnete. Die alte klassische Musik war am Verschwinden.

    Heute, hundert Jahre später, geht es uns ähnlich. Auch wir haben das Gefühl, dass die klassische Musik verschwindet. Das stimmt nicht, aber Brahms spürte, dass sich die alten Traditionen auflösten und die neue Musik der alten den Kampf ansagt. Er wollte etwas schreiben, das diese Strömungen wie ein Damm aufhalten kann. Wie jemand, der eine Brücke gegen die Feinde verteidigen muss. Und das konnte er nur mit seinen Sinfonien, besonders mit der Vierten. Während er es zu Beginn der ersten Sinfonie krachen lässt, in der Zweiten mit einer wunderschönen Melodie schmeichelt und in der Dritten in die kalte Nordsee springt, lässt er es in der vierten Sinfonie ganz ruhig angehen. Leicht melancholisch, typisch für einen Brahms am Montagmorgen .

SWR-Pressestelle

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ursula Foelsch, Tel.: 07221 / 929 - 2285.

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