SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Programmhinweise von Freitag, 7.10.05 (Woche 40) bis Sonntag, 6.11.05 (Woche 45)

    Baden-Baden (ots) - Freitag, 7. Oktober 2005 (Woche 40)/5.10.2005

    22.15 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Homöopathie, alternative Medizin: Alles fauler Zauber?

    Welcher Typ sind Sie denn so? Ein Arsenmensch, adrett und obrigkeitshörig, oder zählen Sie mehr zu den Graphitesmenschen mit Neigung zu körperlicher Fülle und Hautausschlägen? Dann wissen Sie sicher auch, welche Kügelchen Ihnen am besten helfen. Aber wissen Sie was? Vergessen Sie es einfach wieder! In einer jüngst veröffentlichten Studie wurden nämlich 110 Studien über den Nutzen homöopathischer Mittel ausgewertet. Mit dem Ergebnis: Sie sind nicht wirksamer als Scheinmedikamente - das heißt also: Nehmen Sie doch, was Sie wollen - Sie müssen nur dran glauben, und schon geht es Ihnen besser. Ein Aufschrei geht durchs Land - sollen mehr als 200 Jahre homöopathischer Praxis nutzlos gewesen sein? Steht, nachdem auch schon die gezielte Wirksamkeit von Akupunktur widerlegt wurde, mit der Homöopathie ein weiterer Meilenstein der alternativen Medizin auf dem Prüfstand? Wie sieht es mit anderen Methoden aus: Misteltherapie, Eigenurin - alles Humbug? Muss sich eine ganze Industrie aus dem Gesundheitssystem verabschieden und sind wir einzig auf die Errungenschaften der Schulmedizin angewiesen?

    Die Gäste: Tourneestress machte Katja Ebstein regelrecht krank. Weil die ständige Einnahme von Antibiotika die Sängerin massiv belastete, wendete sie sich vor über 25 Jahren alternativen Methoden zu - mit durchschlagendem Erfolg. Dabei schreckt sie auch vor so ungewöhnlichen Maßnahmen wie der Eigenurintherapie nicht zurück und sagt: "Das ist ein ganz anderes Körperbewusstsein, wenn sie wissen, dass sie immer eine kleine Apotheke mit sich rumtragen."

    Die Wissenschaftsjournalistin Krista Federspiel stellt der sogenannten sanften Medizin knallharte Fakten entgegen. In einem jüngst von der Stiftung Warentest veröffentlichten Buch belegt die Österreicherin, dass zwei Drittel aller gängigen alternativen Therapien wirkungslos sind. Ernüchternd auch ihr Fazit zur Homöopathie: "Als allgemeines Behandlungskonzept ist die Homöopathie zur Behandlung von Krankheiten und Störungen nicht geeignet."

    Diese Einschätzung beeindruckt den Chefarzt Dr. Uwe Friedrich nicht. Denn wer heilt, hat Recht. In seiner homöopathischen Klinik hat er genügend Heilungserfolge vorzuweisen, die für sich und für ihn sprechen. Der ehemalige Schulmediziner ist sich sicher: "Am besten wirkt die Homöopathie gerade bei schweren und chronischen Krankheitsverläufen."

    Nach einer Brustkrebsdiagnose wurden Andrea Sixt von Schulmedizinern wenig Überlebenschancen eingeräumt. Doch statt Chemoherapie setzte sie auf Misteltherapie und lebt seit fast zehn Jahren symptom- und beschwerdefrei. Die Cousine des Mietwagenkönigs Sixt sagt: "Heilen tut die Schulmedizin nicht wirklich. Sie beseitigt ja nur die Symptome."

    Wenn sich der Bruder von Wolfgang Adelhelm rechtzeitig in schulmedizinische Behandlung gegeben hätte, würde er heute wahrscheinlich noch leben. Er starb vor wenigen Wochen an Leukämie, weil er der kruden "Neuen Germanischen Medizin" des Ryke Geerd Hamer glaubte. Der Pfarrer einer kleinen Gemeinde weiß heute: "Bei uns hat das absolute Heilsversprechen nicht funktioniert."

    Für Professor Beda M. Stadler sind Homöopathie und andere alternative Heilmethoden reine Glaubenssache ohne nachgewiesene Wirkung. Der Schweizer Immunologe ist nicht nur entschiedener Globulisierungsgegner, sondern er setzt sich auch dafür ein, dass manche Methoden nicht mehr von den Krankenkassen gezahlt werden, denn: "Diese ganze alternative Medizin gehört doch in den Korb menschlicher Hysterien!"

    An der Bar:

    Die jüngste Tochter der Familie Schuttenberg erkrankte bereits im zarten Alter von sechs Monaten an Epilepsie. Schulmediziner rieten zu einer konventionellen Behandlung, deren Heilungserfolg lediglich bei 50 Prozent liegt und schwere Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Die Eltern beschlossen gegen den Rat der Ärzte, die kleine Hanna stattdessen homöopathisch behandeln zu lassen. Ein kleines Wunder geschah: Nach nur drei Wochen war das Mädchen geheilt - bis heute.

Freitag, 7. Oktober 2005 (Woche 40)/5.10.2005


23.45
            Nachtkultur
            Die Kultur-Illustrierte
Moderation: Markus Brock

    unter anderem mit folgenden Themen:

    Unvergessen - der außergewöhnliche Musiker John Lennon John Lennon (1940-1980) war weit mehr als ein erfolgreicher Sänger und Songschreiber. Der intellektuelle Kopf der Beatles zählte zu den einflussreichsten politischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Am 9. Oktober wäre er 65 Jahre alt geworden. Zur Erinnerung an die britische Musiklegende ist bei Schwarzkopf & Schwarzkopf ein Bildband erschienen, der John Lennons New Yorker Jahre dokumentiert. Als der gebürtige Liverpooler 1971 in die amerikanische Metropole zieht, beginnt eine der wichtigsten Perioden seines Lebens - sowohl als Künstler, politischer Aktivist und auch als Familienvater. Einer seiner Nachbarn ist der Starfotograf Bob Gruen. Im Herbst 1971 macht er das erste Foto von John Lennon, wenige Monate später ist er sein persönlicher Fotograf und bleibt es bis zu Lennons Tod im Dezember 1980.

    Jetzt hat Bob Gruen sein umfangreiches Fotoarchiv geöffnet und die schönsten John Lennon-Bilder veröffentlicht. Er hat John Lennon zusammen mit Yoko Ono fotografiert, bei Konzerten, mit dem neugeborenen Sohn Sean, im Plattenstudio mit Mick Jagger oder beim Umzug ins Dakota Building. "John Lennon: Die Jahre in New York" ist nicht nur ein Fotoalbum, es ist ein Zeitdokument eines ganzen Jahrzehnts.

    Hintergründig - der neue Roman von Hanns-Josef Ortheil Nach dem Erfolgsroman "Die große Liebe" und dem vielbeachteten Essayband "Die weißen Inseln der Zeit" hat der in Stuttgart lebende Autor Hanns-Josef Ortheil jetzt einen Gesellschaftsroman über eine Kölner Verlegerfamilie geschrieben. Das Buch "Die geheimen Stunden der Nacht" ist im Luchterhand Literaturverlag erschienen. Als Georg von Heuken die Nachricht vom zweiten Herzinfarkt seines Vaters erhält, beginnt für den ältesten Sohn einer alten rheinischen Unternehmer-Dynastie der Kampf um die Nachfolge. Zum einen bekommt er es mit seinen beiden Geschwistern zu tun, die ebenfalls als Verleger im Familienunternehmen tätig sind, zum anderen mit einem gefeierten Autor, einem Lektor und dem Biographen des Vaters, die jeweils mit eigenen Mitteln versuchen, die Nachfolge zu beeinflussen. Außerdem macht er eine merkwürdige Entdeckung: Offenbar hat der alte Herr schon seit Jahren heimlich eine Suite im feinen Kölner Dom-Hotel gemietet und dort ein nächtliches Zweitleben geführt. Zur Zeit ist Hanns-Josef Ortheil mit seinem neuen Werk auf Lesereise.

    Entdeckt - der italienische Komponist Luciano Berio Der Prototyp einer Primadonna auf der Bühne und inmitten der Zuschauer ein Opernchor, der aus den Fugen gerät. Vorn ein Individuum, das leidet, das sich anpöbeln lässt, das ans Kreuz genagelt wird, und im Saal die blutrünstige Masse, eine hysterischer Mob, der schreit, zischt und sich immer mehr hochschaukelt. Das Ganze heißt "Passagio", nennt sich szenische Messe, und wurde Anfang der 60er Jahre von Luciano Berio als Kritik am aktuellen Opernbetrieb komponiert. In Mannheim fand am 3. Oktober die deutsche Erstaufführung dieses Werkes statt, inszeniert von Joachim Schlömer. Soweit die erste Hälfte des etwas anderen Opernevents. In der zweiten Hälfte spinnt Joachim Schlömer die Geschichte weiter: Der Chor ist verstummt und hampelt in einem schalltoten Raum herum, und aus der einen Primadonna sind drei Frauen geworden: Die erste - wir erkennen unsere Primadonna wieder - ist eine Art stimmlose Babypuppe, die zweite eine äußerst expressive Tänzerin und die dritte eine neue Primadonna, wesentlich selbstbewusster, wandlungsfähiger und avantgardistischer als die erste. "Tre Donne" nennt Schlömer diesen Part, der in Mannheim ebenfalls uraufgeführt wurde. Musiktheater, völlig schnörkellos inszeniert, ohne Effekthascherei und doch sehr emotional. Nachkultur war bei der Generalprobe dabei.

    Gefeiert - 20 Jahre Debüt im Dritten Es liest sich wie das "Who is who" der Filmbranche: Ob Nico Hofmann, Sönke Wortmann, Nina Grosse, Hans-Christian Schmid, Andreas Dresen oder Romuald Karmakar - sie alle haben ihren ersten Spielfilm für die SWR-Reihe "Debüt im Dritten" gedreht. Und alle erinnern sich gerne an "das verflixte 1. Mal": Andreas Dresen hatte Alpträume, das Filmbudget in den Sand zu setzen, Nico Hofmann wechselte seine Kameramänner so oft wie seine Hemden, und Nina Grosse sammelte Brennholz, um am Set eigenhändig einzuheizen.

    Den Rücken gestärkt hat ihnen die Debüt-Redaktion mit aufmunternden Ratschlägen: "Erzähl' Deine eigenen Geschichten, hab' Mut zur eigenen Handschrift, trau Dich!" Und viele Regisseure und Regisseurinnen haben sich getraut und - haben Karriere gemacht; "Debüt im Dritten" gilt als die erfolgreichste Talentschmiede des deutschen Fernsehens. Seit zwanzig Jahren fahndet die Debüt-Redaktion nach jungen Nachwuchs-Regisseuren und Drehbuch- Autoren und ermöglicht den ersten großen Film.

    Nachtkultur gratuliert mit Highlights aus 20 Jahren Debüt im Dritten.

Samstag, 8. Oktober 2005 (Woche 41)/5.10.2005


22.20    Frank Elstner:
            Menschen der Woche

    Die Gäste:

    Erwin Teufel Am 17. Oktober beginnt der ehemalige Ministerpräsident von Baden- Württemberg seine zweite Karriere. Der 66-Jährige nimmt das Studium der Philosophie an der Münchner Jesuiten-Hochschule auf. Auch ohne Abitur darf Erwin Teufel seinen Wissensdurst stillen und sich einen lang gehegten Traum erfüllen. Im April 2005 trat er als dienstältester Ministerpräsident eines Bundeslandes nach 14 Jahren Amtszeit zurück.

    Heintje Simons (Heintje) Heintje, geboren 1955 im holländischen Heerlen als Hendrik Simons, war ein Kinderstar. Mit Liedern wie "Ich bau dir ein Schloss", "Eine kleine Abschiedsträne", "Heidschi Bumbeitschi", aber vor allem mit "Mama" (1967) sang er sich in die Herzen so vieler, dass er rund 13 Millionen Schallplatten verkaufte. In dem Titellied seiner neuen CD "Ich sag danke" blickt Heintje Simons auf seine bisherige, überaus erfolgreiche Karriere zurück. "Ich sage danke für alles, für Glück und Applaus, für die Grüße, die Briefe, manchen Blumenstrauß", heißt es in dem Lied. In diesem Jahr feiert er sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Heute lebt er sehr idyllisch in Belgien, nur unweit der deutschen und der holländischen Grenze in einem Dreiländereck. Er besitzt einen großen Reiterhof mit zwei kleinen Wäldern und einem Bach, in dem Forellen schwimmen. Heintje Simons ist mit einer Deutschen verheiratet und hat drei Kinder.

    Georg Preuße (/Mary) In extravaganten Kostümkreationen, mit Glitter und Glamour beladen und auf zwölf Zentimeter hohen Absätzen eroberte Georg Preuße jahrelang mit Reiner Kohler als "Mary & Gordy" die Herzen des Publikums und startete nach der Trennung eine fulminante Solokarriere. Am 1. Oktober erschien die Autobiografie "Mary - mein Leben in ihrem Schatten" (Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin). Zitat aus dem Vorwort: "Dies ist ein Buch über Frau Mary und Herrn Preuße. Sehen Sie selbst, ob Sie auch Herrn Preuße zuhören wollen."

    Prof. Voß Der SWR-Intendant sprach sich Ende September für den Verbleib des Fußballs im frei empfangbaren Fernsehen aus. "Wer die Bundesliga ins teure Bezahlfernsehen verbannt, schadet den Fußballfreunden, den Vereinen und darüber hinaus einer Gesellschaft, die identitätsstiftende Gemeinschaftserlebnisse braucht", so der Sender- Chef. Neben diesem medienpolitischen Reizthema wird sich Prof. Voß mit Herrn Elstner auch über etwas sehr Erfreuliches unterhalten. Gemeinsam blicken die beiden auf 200 Sendungen "Menschen der Woche" zurück.

    Petra Hohn Durch Selbstmord sterben jährlich etwa 300 Kinder und Jugendliche. Das Thema wurde diese Woche wieder aktuell durch den Tod von Bernhard Bogner, dem Sohn von Willy Bogner. Er hat Selbstmord begannen. nur eine Woche, nachdem ein Mitschüler sich selbst angezündet hat und später an den Brandverletzungen gestorben ist. Petra Hohns Sohn starb 1998 durch Suizid. Seit 1999 ist sie Mitglied im Bundesverband "Verwaiste Eltern" und seit 2003 Trauerbegleiterin.

Freitag, 14. Oktober 2005 (Woche 41)/5.10.2005

    Gäste beachten!

    00.00 Literatur im Foyer mit Thea Dorn Gäste: Susanne Fengler, Bettina Gaus, Katja Kullmann und Cora Stephan (Tom Wolfe wegen Krankheit ausgefallen!)

Sonntag, 16. Oktober 2005 (Woche 42)/5.10.2005

    Geänderten Beitrag beachten!


22.35    (VPS 22.34)
            Wortwechsel
            Jacqueline Stuhler im Gespräch mit Joachim Fuchsberger
            (Showmaster)

Sonntag, 30. Oktober 2005 (Woche 44)/5.10.2005

    Nachgelieferten Gast beachten!


22.35    Wortwechsel
            Birgitta Weber im Gespräch mit Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer
            (Mediziner und Autor)

Sonntag, 6. November 2005 (Woche 45)/5.10.2005

    Korrektur im Titel beachten!


23.05    Mit innigster Empfindung - Walter Levin zum 80. Geburtstag
            Folge 1/11

SWR-Pressestelle

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