SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR) Texte und Änderungen von Freitag, 30. September 2005 (Woche 39) bis Mittwoch, 2. November 2005 (Woche 44)

    Baden-Baden (ots) - Freitag, 30. September 2005 (Woche 39)/ 20.09.2005

    22.00 Nachtcafé (27/38) Gäste bei Wieland Backes Adel - Mehr Schein als Sein?

    Eigentlich existiert er in Deutschland gar nicht mehr, der Adel. Genau genommen seit dem 11. August 1919. An diesem Tag erklärte die Weimarer Verfassung alle Staatsangehörigen für gleichberechtigte Bürger und den Adel für abgeschafft. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Und egal ob Hoch-, Erb-, Ur-, Brief- oder niederer Adel: Die Blaublüter haben nichts von ihrer Faszination verloren. Ein "von" im Namen öffnet so manche Tür und garantiert bei entsprechend skandalöser Lebensführung einen sicheren Platz in der Regenbogenpresse. Hochzeiten und Todesfälle "bei Königs" liefern verlässliche Quotenrekorde. Einigen Adligen wird diese Form der Aufmerksamkeit allerdings zu viel. Sie meiden Presse und Öffentlichkeit. Statt Tradition und Standesdünkel hoch zu halten, verschweigen sie ihr "von" diskret. Warum übt der Adel immer noch solch ein Zauber aus? Wofür steht Adel heute? Ist er nach wie vor privilegiert trotz abgeschaffter Privilegien? Und wozu verpflichtet er, der Adel?

    Die Gäste:

    Brigitta Prinzessin von Preußen repräsentiert ein Haus, das immerhin den letzten deutschen Kaiser hervorgebracht hatte. Als Eingeheiratete musste sie sich allerdings die Achtung von ihrem strengen Schwiegervater, dem 1994 verstorbenen Louis Ferdinand, hart erarbeiten. Nun gibt sie ihrerseits das stolze Bewusstsein an die Kinder weiter und sagt: "Wir sind das Haus Preußen!"

    Auch Prinz Heinrich von Hannover stammt aus einem gutem Hause - dem berühmten Welfengeschlecht. Daher ist er wenig amüsiert, dass sein Bruder Ernst August als "Prügelprinz" das öffentliche Ansehen des Adels schädigt. "Ich versuche das möglichst nicht zu lesen", kommentiert er die Tatsache, dass der Gatte von Prinzessin Caroline von Monaco ständig durch die Klatschpresse geistert.

    Leontine von Schmettow ist "Hofberichterstatterin" im wahrsten Sinne des Wortes. Da sie selbst von edler Herkunft ist, fällt ihr die Arbeit nicht schwer - zumal sie mehr über prunkvolle Großereignisse als über Skandale berichtet. Ob zu Besuch bei Königin Silvia oder in den Ahnengalerien deutscher Fürstenhäuser: Die als Gräfin Geborene weiß eben, wie man sich in edlen Kreisen zu bewegen hat.

    Für Rayk Wieland ist es unbegreiflich, dass das Getue um die Hochwohlgeborenen immer noch für so viel Aufsehen sorgt. Der Publizist hält es für eine verlogene Angelegenheit, wenn der Adel auf großen Events mit edlen Gesten und Wohltätigkeit glänzt. So sieht er einen eindeutigen Zusammenhang: "Je weniger politische Macht man hat, desto lieber repräsentiert man."

    Paula Beate von Pückler hat ihren Grafentitel schon längst abgelegt und der feinen Gesellschaft den Rücken gekehrt. Seit neun Jahren lebt die Nachfahrin des legendären Fürsten Pückler in einfachsten Verhältnissen in der Einöde Andalusiens und züchtet Ziegen. Für sie ist klar: "Der Adel ist heutzutage durch. Er hat ausgespielt und ist nur noch bunte Presse."

    Otto von Boyneburgk hingegen nimmt das geistige wie materielle Erbe seiner Ahnen sehr ernst. Er klagte vergeblich bis vor den Europäischen Gerichtshof, um ein von den Russen enteignetes Rittergut wieder in Familiensitz zu bekommen. Die Tradition seines 600 Jahre alten Geschlechts ist dem Baron so viel wert, dass er sich für den Rückkauf von Land hoch verschuldet hat.

    An der Bar:

    Bastian Rütten ist jüngstes Mitglied der "Friends of British Royalty", deren Lebensinhalt darin besteht, englische Traditionen zu pflegen und die Queen zu ehren - zu ihrem Geburtstag sogar mit einer Parade durch die 5000-Seelen-Gemeinde Hinsbeck am Niederrhein. Inzwischen dürfen sich er und seine Clubmitglieder sogar Laird of Clencairn nennen, haben sie doch jeweils ein halben Quadratmeter Hochmoor von einem schottischen Lord günstig erwerben können .

Dienstag, 4. Oktober 2005 (Woche 40)/ 20.09.2005

00.30 Täter unbekannt (12/23) Verräterische Spuren Tchechoslowakei 1927 Regie: Antonin Moskalyk Rollen und Darsteller: Hawlitscheck Karel Hermanek Ignat Ondrej Vetchy Ferda Vaclav Postranecky Jetschminek Jan Teply Pivec Bronislav Poloczek Schuhlein Tatjana Medvecka Pepi Petra Lustigova u.a. Kamera: Juraj Sajmovic (Dauer: 49:25)

    Mehrere Tresore in verschiedenen Städten sind aufgebrochen worden. Oberwachtmeister Hawlitscheks Passion ist der Vergleich von Werkzeugspuren bei solchen Einbrüchen, die Mechanoskopie. Sie bringt ihm Erkenntnisse, die sich zu einem Verdacht verdichten und schließlich zu mehreren Verhaftungen führen.

Dienstag, 11. Oktober 2005 (Woche 41)/ 20.09.2005

00.30 Täter unbekannt (13/23) Die Phantomzeichnung Italien 1932 Regie: Antonin Moskalyk Rollen und Darsteller: Graf Bononcini Peter Bongartz Paolo Narvi Gustav Opocensky Detektiv Fassaroli Eduard Cupak Oberin Carmella Vera Galatikova Schwester Julia Regina Zahradnikova Antiquitätenhändler Malipieri Jaroslav Kepta Antiquitätenhändler Botti Gaston Subert u.a. Kamera: Juraj Sajmovi (Dauer: 48:02)

    Ein Adliger veranlasst einen Sterbenskranken, die Identität mit ihm zu tauschen. Der Kranke meint, ihm sollen die letzten Tage verschönt werden, der Graf begeht auf diese Weise einen perfekten Versicherungsbetrug: Er kassiert einen hohen Betrag aus seiner Lebensversicherung. Der nächste Betrug kann verhindert werden, weil sich eine Nonne mit zeichnerischem Talent gut an ihn erinnert und in der Lage ist, eine detaillierte Zeichnung von ihm anzufertigen.

Samstag, 15. Oktober 2005 (Woche 42)/ 20.09.2005

21.50 Schätze des Landes Römer, Kelten und Sesterzen Mainz als Grenzgarnison vor 2.000 Jahren

    Seit Jahrhunderten gibt der Boden, auf dem die Stadt Mainz steht, Funde aus der Römerzeit preis - bis zum heutigen Tag. Jeder Fund ist Stück eines Puzzles, aus dem langsam ein Bild des römischen Mainz entsteht. Von einem Außenposten am Rande des römischen Reichs stieg Mogontiacum zur Hauptstadt der Provinz Niedergermanien auf. Steine erzählen Geschichte(n), wie z. B. der Grabstein des Blussus. Der war allerdings kein Römer, sondern ein ansässiger Kelte, der die Ankunft der Römer erlebte - und durch sie zum reichen Unternehmer wurde. Durch seine Augen erlebt der Zuschauer den Aufstieg der Stadt und die rasche Romanisierung der ansässigen Kelten.

Sonntag, 16. Oktober 2005 (Woche 42)/ 20.09.2005

10.15 Das SWR Radio-Sinfonieorchester Stuttgart spielt berühmte Ouvertüren von Mozart bis Verdi Schwetzinger Festspiele 1999

    Im Rahmen der Schwetzinger Festspiele 2005 fand am 13. Mai 2005 eine Operngala mit Vesselina Kasarova im Langen Saal im Schwetzinger Schloss statt. Es begleitete das SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern unter der Leitung von David Syrus. Syrus ist erster Kapellmeister am Royal Opera House Covent Garden in London, wo er seit 1971 arbeitet. In der Sendung sind die instrumentalen Zwischenspiele zusammengefasst.

GEORG FRIEDRICH HÄNDEL (1685 - 1759) Aus der Oper "Ariodante": Ballo" (Erster Akt)

WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756 - 1791) Aus der Oper "La Clemenza di Tito": Ouvertüre

CHRISTOPH WILLIBALD GLUCK (1714 - 1787) Aus der Oper "Orphée et Eurydice": Ballett (Zweiter Akt)

Sonntag, 16. Oktober 2005 (Woche 42)/ 20.09.2005

03.30 Vis-à-Vis (WH von SA)

    In "Vis-à-Vis" geht es um Winzer in Baden und im Elsass. Beide traditionelle Weinanbauregionen trennt nur der Rhein, doch bleibt auf den ersten Blick jeder auf seiner Seite und beschäftigt sich wenig mit dem Nachbarn. "Vis-à-Vis" zeigt, dass das so nicht stimmt. Wir fragen natürlich: Kennen und mögen Sie den Wein vom Nachbarn? Wir bringen Weinköniginnen zusammen, sprechen über Schraubverschluss in Deutschland und Wein im Karton in Frankreich und warum solche schockierenden Stilbrüche mit der Winzertradition ihr Gutes haben. Wir organisieren eine deutsch-französische Wettlese und begleiten eine Winzerin aus Frankreich und eine Sommelière aus Deutschland. "Vis-à-Vis" zeigt erstaunliche Bilder aus der guten alten harten Zeit der Weinlese, besucht einen badischen Winzer, der aus Überzeugung keinen deutschen, sondern französischen Wein macht. Und zum Schluss stellen wir einen Maler vor, der seine Aquarelle mit Wein malt.

Montag, 17. Oktober 2005 (Woche 42)/ 20.09.2005

10.30 Vis-à-Vis (WH von SA)

    In "Vis-à-Vis" geht es um Winzer in Baden und im Elsass. Beide traditionelle Weinanbauregionen trennt nur der Rhein, doch bleibt auf den ersten Blick jeder auf seiner Seite und beschäftigt sich wenig mit dem Nachbarn. "Vis-à-Vis" zeigt, dass das so nicht stimmt. Wir fragen natürlich: Kennen und mögen Sie den Wein vom Nachbarn? Wir bringen Weinköniginnen zusammen, sprechen über Schraubverschluss in Deutschland und Wein im Karton in Frankreich und warum solche schockierenden Stilbrüche mit der Winzertradition ihr Gutes haben. Wir organisieren eine deutsch-französische Wettlese und begleiten eine Winzerin aus Frankreich und eine Sommelière aus Deutschland. "Vis-à-Vis" zeigt erstaunliche Bilder aus der guten alten harten Zeit der Weinlese, besucht einen badischen Winzer, der aus Überzeugung keinen deutschen, sondern französischen Wein macht. Und zum Schluss stellen wir einen Maler vor, der seine Aquarelle mit Wein malt.

Dienstag, 18. Oktober 2005 (Woche 42)/ 20.09.2005

01.30 Täter unbekannt (14/23) Der Meisterfälscher Amsterdam 1945 Regie: Antonin Moskalyk Rollen und Darsteller: Anthonius van Meegeren Andrej Hryc Joan Zuzana Geislerova Inspektor Wooning Jan Hartl Ferry Pavel Travnicek Ralph Miroslav Vladyka Walter Svatopluk Skopal Doktor Frontjes Ivan Rezac u.a. Kamera: Juraj Sajmovic (Dauer: 49:29)

    Die gesamte Kunstwelt wurde von Anthonius van Meegeren gefoppt: Er hat mehrere alte holländische Meister so perfekt kopiert, dass sie von den Kunstexperten als echt anerkannt worden sind. Nun will er selbst beweisen, dass es sich um Fälschungen handelt, um die Fachleute bloßzustellen. Dies ist seine Rache für die Missachtung seiner künstlerischen Fähigkeiten. Die Durchleuchtung der fraglichen Bilder mit Röntgenstrahlen verhilft ihm zu diesem Triumph.

Freitag, 21. Oktober 2005 (Woche 42) )/ 20.09.2005

22.00 Nachtcafé (30/38) Gäste bei Wieland Backes Demenz - der lange Weg ins Vergessen

    Über die glühende Herdplatte sieht man noch hinweg, mal die Einkäufe im Supermarkt vergessen - das kann passieren. Doch wenn der eigene Partner einen plötzlich nicht mehr erkennt, wenn er anfängt, seine Sprache zu verlieren oder einfach wegläuft, ist es klar: Es handelt sich um Demenz. Diese Krankheit wird in den kommenden Jahrzehnten massiv zunehmen, Heilungsmöglichkeiten sind trotz intensiver Forschung nicht in Sicht. Für die Angehörigen stellt sich die Frage: Soll man versuchen, eine scheinbare Normalität zu bewahren, auch wenn das eigene Leben zur Qual wird? Wie viele Wutausbrüche und zerschlagene Teller kann man aushalten? Wie viele Opfer kann man bringen, bevor man den geliebten Partner, die Oma oder die eigene Mutter in ein Heim gibt?

Mittwoch, 26. Oktober 2005 (Woche 43)/ 20.09.2005

21.00 Inseln: Martinique Ein Film von Mouhcine El Ghomri

    Martinique zählt sicherlich zu den abwechslungsreichsten Inseln der Karibik. Neben Traumstränden findet man hier auch eine einzigartige Flora und Fauna, hügeliges Bergland, bedeckt mit Regenwald. Nicht umsonst wird Martinique auch die "Blumeninsel" genannt. Christoph Kolumbus entdeckte die Insel im Jahre 1502 und schwärmte, sie sei das "fruchtbarste, süßeste, mildeste und zauberhafteste Fleckchen Erde."

    Doch mit Kolumbus begann auch die Kolonialvergangenheit der Insel, die ihre Schatten bis in die heutige Zeit wirft. Noch immer finden sich Spannungen und Konflikte zwischen den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Kali, ein international erfolgreicher kreolischer Musiker, sagt: "Man hat die Ketten entfernt, aber die Leine ist noch dran." Martinique ist auch die Heimat des großen Dichters und Denkers Aimé Césaire. Sein literarisches Werk, in dem er insbesondere für die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung eintritt, hat ihn weltweit zu einer Legende werden lassen. In der Vergangenheit prägte er auch jahrzehntelang das politische Geschick der Insel. Für den Film gibt Aimé Césaire eines seiner sehr selten gewordenen Interviews. Martinique ist vor allem ein buntes und fröhliches Land: Die Martiniquais verstehen es zu feiern. Am 22. Mai wird auf allen Antillen-Inseln der Nationalfeiertag begangen. Mit Musik, Trommeln, Federschmuck und Tanz feiert man die Abschaffung der Sklaverei. Auch die populäre Yole-Regatta ist ein buntes Spektakel. Kimper Rafael baut nun schon sein drittes Boot in Handarbeit und ist jedes Jahr bei der Regatta mit von der Partie - zusammen mit weiteren 13 Besatzungsmitgliedern. Das Gleichgewicht der Boote hängt von der Kraft und der Geschicklichkeit des Teams ab, das mitunter an Holzstangen weit über den Rumpf hinaus hängt, um möglichst viel Geschwindigkeit zu erreichen. Fehler führen schnell zu Unfällen - und so bietet das Großereignis neben dem Farbenspiel und der Geschwindigkeit auch schiffbrüchige Mannschaften, gebrochene Masten, spektakuläre Überholmanöver und Kollisionen. Ob Bootsregatten, Boule-Spiel, Domino oder rhythmische Musik - Martinique ist eine multikulturelle Trauminsel zwischen Karibik, Afrika und Frankreich.

Sonntag, 30. Oktober 2005 (Woche 44)/ 20.09.2005

    Geändertes Programm beachten!

16.45 (VPS 16.44) Zeichen der Versöhnung Die Dresdner Frauenkirche Ein Film von Irene Klünder

17.30 (VPS 16.45) Eisenbahn-Romantik Le Plandampf Folge 577

(bis 18.00 – weiter wie mitgeteilt)

Sonntag, 30. Oktober 2005 (Woche 44)/ 20.09.2005

    Geändertes Programm beachten!

23.05 (VPS 23.04) Die lange Nacht der Frauenkirche (bis 03.05 h) Zeichen der Versöhnung (WH) Die Dresdner Frauenkirche Ein Film von Irene Klünder

23.50 Wunder Frauenkirche: 12 Jahre für die Ewigkeit Erstsendung: 20.10.2005 MDR

03.05 Armenien – Biblisches Land am Kaukasus Ein Film von Ute Werner

(ab 03.30 – weiter wie mitgeteilt)

Montag, 31. Oktober 2005 (Woche 44)/ 20.09.2005

    Geändertes Programm beachten!

23.15 (VPS 23.14) Das süße Jenseits (The sweet hereafter) Spielfilm CAN 1997 Regie: Atom Egoyan Rollen und Darsteller: Mitchell Stevens Ian Holm Nicole Burnell Sarah Polley Billy Ansel Bruce Greenwood Sam Burnell Tom McCamus Wanda Otto Arsinee Khanjian Risa Walker Alberta Watson Dolores Driscoll Gabrielle Rose Wendel Walker Maury Chaykin Mary Burnell Brooke Johnson Hartley Otto Earl Pastko Abbott Driscoll David Hemblen Allison O’Donnell Stephanie Morgenstern Schwartz Peter Donaldson und andere Drehbuch: Atom Egoyan, nach dem gleichnamigen Roman von Russel Banks Kamera: Paul Sarossy Musik: Mychael Danna Hörfilm

01.00 (VPS 00.40) internationalermedienpreis 2005 Video only – Die Preisträger

02.20 (VPS 02.00) internationalermedienpreis 2005 Die ausgezeichneten Videos in voller Länge

03.20 Faszination südliches Afrika Eine Safari von Botswana in die Kalahari

04.00 (VPS 03.59) Aktueller Bericht (WH)

04.30 Treffpunkt Sport (WH)

05.00 Unterwegs im Land (WH) kabarett, Könige und Karibik Rund um Nassau an der Lahn Erstsendung: 11.10.2001

05.30 Landesschau Rheinland-Pfalz (WH)

Dienstag, 1. November 2005 (Woche 44)/ 20.09.2005

    geänderten Programmverlauf beachten!

    Für SR geänderten Beitrag beachten!

18.15 (VPS 18.14) Trödler, Sammler, Schnäppchenjäger Geschichten vom Flohmarkt Von Kai Diezmann Erstsendung: 26.04.2002 Das Erste

Dienstag, 1. November 2005 (Woche 44)/ 20.09.2005

18:15 Trödler, Sammler, Schnäppchenjäger Geschichten vom Flohmarkt Von Kai Diezmann

    Die Jagd lohnt sich nur früh am morgen. Uwe sammelt Super 8-Filme. Um kurz nach sieben Uhr streift er über den Frankfurter Flohmarkt. Viele Verkäufer sind noch am Auspacken. Aber Super 8-Filme sind rar und die Konkurrenz schläft nicht. Deshalb ist der Kunststudent um kurz nach sechs Uhr mit der S-Bahn aus Mainz gekommen. Er hat Glück: Nach einer halben Stunde wird er fündig. Unter einer Kamera und allerlei anderen technischen Geräten versteckt, findet er bei einem polnischen Verkäufer einige Super 8-Film-Spulen. Stückpreis fünf Mark. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. "Feiern 1971" steht auf einer der Spulen. Jede birgt ein Geheimnis. Martin Schwarzer ist seit vier Uhr in der Nacht unterwegs. Der Profi kommt aus Recklinghausen. Jedes Wochenende verkauft er auf einem der großen Märkte. Er hat sich auf Sakrales spezialisiert: alte Kreuze, Bibeln, Heiligenbilder. Heute hat er ein Biedermeierbild mitgebracht. Für 100 Mark in Belgien eingekauft. "900 Mark soll es schon bringen," sagt er. Aber die Geschäfte laufen nicht so gut an diesem Samstag: "Zu wenig echte Sammler unterwegs", sagt er. Doch kurz vor Ende des Marktes um halb eins, gibt es doch noch einen ernsten Interessenten. Und der ist mindestens genauso gewieft wie der gestandene Profi. Das Feilschen beginnt. Martin Schwarzer ist einer von rund 500 Verkäufern, die auf dem Frankfurter Flohmarkt ihre Waren anbieten: Profis, Laien, Hausfrauen - alle hoffen sie auf guten Umsatz. Über 20.000 Besucher des Marktes sind potentielle Käufer. Mario zieht erst gegen elf Uhr mit seinem Handwagen los. Der Ex- Junkie sammelt Sperrmüll und fertigt Modeschmuck an. Die Standgebühren auf dem offiziellen Flohmarkt kann er sich nicht leisten. Deshalb verkauft er auf dem Eisernen Steg, der Brücke über den Main, die den Flohmarkt mit der City verbindet. 100 Mark nimmt er an diesem Tag ein - ein Zusatz zu seiner Sozialhilfe, mit der Mario fest rechnet. Schließlich muss er außer für sich auch noch seine zwei Hunde versorgen.

    Der Flohmarkt bringt sie alle zusammen: die Profihändler, die Familien, die süchtigen Sammler, die kleinen Nebenexistenzen. Woher die Waren kommen, die hier verkauft werden: So genau weiß man das nicht. Angeboten wird alles vom Handy über Kleidung und Antiquitäten bis zu afrikanischer Kunst fürs Wohnzimmer und Topflappen für die Küche. Kai Diezemann hat einige Flohmarktler begleitet. Beim Verkauf, beim Feilschen, beim Sammeln und beim Einkaufen. Beim Einpacken am frühen Morgen und beim Resümee am Nachmittag. Die Laien und die Profis. Die Erfolgreichen, die gutes Geld verdienen und die Gestrandeten, die ein paar Mark suchen, um sich über Wasser zu halten.

Mittwoch, 2. November 2005 (Woche 44)/ 20.09.2005

    Für BW geänderten Untertitel beachten!

18.15 Koch-Kunst mit Vincent Klink Großmutters schwäbische Landküche

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