Alle Meldungen
Abonnieren
Abonnieren Sie alle Meldungen von SWR - Südwestrundfunk

21.07.2004 – 07:00

SWR - Südwestrundfunk

ARD und Stern: Neuer Korruptionsverdacht gegen Pfahls

    Stuttgart/Hamburg (ots)

Im Fall des am Dienstag vergangener
Woche in Paris festgenommenen Ludwig-Holger Pfahls kommt nun auch
DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp unter Druck. Wie der SWR
Hörfunk, die ARD und das Hamburger Magazin "stern" übereinstimmend
berichten, soll Pfahls bereits während seiner Tätigkeit als beamteter
Rüstungsstaatssekretär einen Beratervertrag mit der Daimer-Tochter
Daimler-Benz Aerospace AG (DASA) gehabt haben. Schrempp war damals
Vorstandsvorsitzender der DASA, die zu den wichtigsten Lieferanten
der Bundeswehr gehörte. Pfahls hatte bekanntlich noch während seiner
Dienstzeit auf der Hardthöhe bereits einen Arbeitsvertrag mit seinem
späteren Arbeitgeber Daimler ausgehandelt.
    
    Wie der SWR-Hörfunk, das ARD-Magazin "Monitor" und der "stern"
berichten, gehe aus Ermittlungsakten der Augsburger
Staatsanwaltschaft hervor, dass Pfahls 1991 einen Betrag von 12.030
Mark im Rahmen eines DASA-Beratervertrages bekommen habe. 1992 -
Pfahls war Ende Februar 1992 aus dem Staatsdienst ausgeschieden -
habe er 238.438 Mark bezogen. DaimlerChrysler wollte sich zu diesen
Zahlungen nicht äußern. Eine Konzern-Sprecherin: "Kein Kommentar."
    
    Am 12. Juli 1989 trafen sich - nach Angaben beteiligter Personen
gegenüber dem "stern" - Vertreter des Verteidigungsministeriums unter
Führung von Staatssekretär Pfahls und Vertreter der Industrie unter
Führung von Schrempp. Thema der Zusammenkunft auf der Hardthöhe:
Vorgaben, Stand und Kostenentwicklung des Rüstungsprojekts "Jäger
2000" (auch: "Jäger 90", heute "Eurofighter"). Pfahls und Schrempp
sollen sich während der Konferenz in einen abgeschlossenen Nebenraum
zurückgezogen und Preise und Gewährleistungsbedingungen ausgehandelt
haben. Pfahls habe dabei, so zitiert der "stern" damalige Beteiligte,
Schrempps Vorgaben größtenteils abgenickt und für den Bund
zusätzliche Risiken des Geschäfts in Kauf genommen - zulasten des
Staates.
    
    Ex-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls war seit 1999 auf der
Flucht, weil ihm die Staatsanwaltschaft Augsburg vorwirft, für die
Lieferung von 36 "Fuchs"-Panzern nach Saudi-Arabien Bestechungsgelder
in Höhe von 3,8 Millionen Mark bekommen zu haben.
    
    
ots Originaltext: SWR
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Ansprechpartner beim SWR: Michael Gfrörer (Telefon 0711-929 24 62).
Ansprechpartner beim STERN: Rainer Nübel (Telefon 07151 - 61 05 16).

Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell