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Der Schauspieler Oscar Müller ist tot

    Baden-Baden (ots) - Der Stuttgarter Schauspieler Oscar Müller ist
tot. Er starb am 2. August im Alter von 82 Jahren. Müller war mehr
als 50 Jahre lang beim früheren Süddeutschen Rundfunk (SDR) tätig und
erreichte große Popularität vor allem seit 1972 als Radiomoderator
der SDR-Sendung "Fröhlicher Feierabend". Als Schauspieler,
Conferencier, Hörspiel-Sprecher und schwäbischer Humorist wurde
Müller auch über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus bekannt.
Vielen Fernsehzuschauern ist er in besonderer Erinnerung als
Wurstfabrikant "Bullinger" in den "Schwäbischen Geschichten" an der
Seite von Willy Reichert, als Hauptkommissar Simon in "Köberle
kommt", in diversen Tatort-Produktionen und in der Reihe "Pfarrerin
Lenau". Im Hörfunk machte er sich bei den Kindern als "Fridolin"
neben dem "Radio-Kasperle" Fred Höger beliebt. Oscar Müller spielte
darüber hinaus in zahlreichen Sketchen und Studiohörspielen mit
anderen Publikumslieblingen wie Oscar Heiler, Walter Schultheiß,
Willy Sailer, Georg Thomalla und Willy Reichert.
    
    Oscar Müller wurde am 20. Januar 1921 in Stuttgart geboren. Nach
einer Banklehre verwirklichte er sein Berufsziel und nahm
Schauspielunterricht bei Rudolf Fernau. 1946 stand er das erste Mal
auf der Bühne und bewies sein komödiantisches Talent im Stuttgarter
Wilhelma-Theater und im "Marquardt". 1948 startete Müller mit
bestandener Mikrofonprüfung seine Rundfunkkarriere. Es folgten
zahlreiche Engagements an Bühnen, in Fernsehspielen und im Radio. Die
Sendung "Fröhlicher Feierabend" wurde in der Zeit von 1972-1992 zu
einem seiner Markenzeichen. Musikalisch setzte er seine eigenen
Akzente und feierte viele Erfolge mit Liedern wie "Dätsch mr net",
"Ein Viertele zum Frühstück" und "Opa, was moinsch du". Als Humorist
wurde er immer wieder auch in Amerika engagiert, vor allem in Chicago
und New York. Im Jahre 1984 veröffentlichte er das Buch "Meine Tante
Mechthild - die nettesten Geschichten aus dem "Fröhlichen
Feierabend". Müller galt als schwäbischer "Vierteles-Philosoph", der
sich mit großem Verve und Erfolg dagegen gewehrt hat, die Schwaben
als gutmütige Trottel der leichfertigen Lächerlichkeit preiszugeben.
"Nix Schlemmer's gibt's, als wenn mr d' Schwoba verdackelt", sagte er
einmal in einem Zeitungsinterview.
    
ots Originaltext: SWR
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