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09.01.2020 – 16:38

SWR - Südwestrundfunk

SWR
Textergänzung zu "Wilde Schweiz" am Sonntag, 12. Januar 2020 (Woche 3)

Baden-Baden (ots)

Sonntag, 12. Januar 2020 (Woche 3)/09.01.2020

17.15	(VPS 17.14)
	Wilde Schweiz
	Erstsendung:	30.01.2018  in WDR 

Grandiose Bergkulissen, vor denen der Steinbock auftritt. Bunte Bergwiesen und verzauberte Winterwälder. Bilder, die viele mit der Schweiz verbinden. Doch das kleine Land hat mehr zu bieten. Hier entspringen vier von Europas größten Flüssen, liegen über 1.400 Seen und erstreckt sich der größte und längste Gletscher der Alpen. "Wasserschloss Europas" wird die Schweiz deshalb auch gern genannt.

Aufgrund der großen Höhenunterschiede auf kleinstem Raum durchfließen manche Flüsse wie die Verzasca auf nur wenigen Kilometern fast alle Klimazonen - von alpin bis mediterran. Hinzu kommt, dass sich die feuchten Luftmassen auf ihrem Weg vom Atlantik ins Landesinnere an den Nordwesthängen der Alpen abregnen und dort für reichlich Niederschlag sorgen. Hingegen herrscht im Südosten trockenes mediterranes Klima, weil die Wolken die hohen Gipfel nicht überwinden können. Deshalb hat die Schweiz so viele Lebensräume auf engstem Raum zu bieten, in denen die unterschiedlichsten Tiere, vom Gletscherfloh bis zum Wiedehopf, eine Heimat finden.

Steinbock und Gämse halten sich als typische Gebirgstiere eher oberhalb der Baumgrenze auf. Dank ihrer trittsicheren Hufe finden sie selbst bei Verfolgungsjagden während der Brunft immer festen Halt. Für den Wolf, der seit 1995 aus Italien in die Schweiz zurückkehrt, sind die Wildziegen keine leichte Beute. Der Rothirsch, der noch Mitte des 19. Jahrhunderts in der ganzen Schweiz ausgerottet war, bevorzugt dagegen eher die niedrigeren Lagen. Dem Alpenschneehuhn, das sich im Winter in schlichtes Weiß kleidet, macht der Klimawandel zu schaffen. Denn die Schneegrenze steigt stetig an, und die Vögel müssen ihr immer höher hinauf folgen, um ihre Tarnung nicht zu verlieren.

Der Film gibt einen Eindruck von den vielfältigen Lebensräumen der Schweiz: von den eisigen Höhen der insgesamt 48 Viertausendern bis zum Luganer See mit seinem mediterranen Flair. Sigurd Tesche und sein Team zeigen auch die Unterwasserwelt des kleinen Landes, etwa an der Mündung der Flüsse Ticino und Verzasca. Dort erstreckt sich eine der letzten Flussdeltas der Schweiz. Zwischen umgestürzten Bäumen und Wasserpflanzen haben viele Fische ihre Kinderstuben, und so finden selbst große Raubfische wie Welse ein Auskommen.

Wegen der hohen Bergbarriere fällt nirgendwo in Europa so viel Niederschlag wie in der Schweiz. So kommt es, dass das kleine Land vier von Europas größten Flüssen speist, einer davon ist der Rhein. Auch hier geht die Kamera unter Wasser und zeigt den seltenen Huchen und dessen Beute, die geselligen Barben.

Die Schweiz kann auch den größten Zirbelkieferwald Europas aufweisen. Ohne den Tannenhäher aber könnte der Wald kaum gedeihen. Der mit dem Eichelhäher verwandte Vogel füllt seinen ganzen Kropf mit Kiefersamen und legt im Herbst unzählige Nahrungsdepots an. Er merkt sich hunderte - aber nicht alle. Aus den vergessenen Samen wachsen neue Bäume. Tannenhäher und Wasser, beide lassen die Zirbelkiefern gedeihen. Deren bizarre Formen zeugen von Wind und Wetter, jenen gewaltigen Kräften, die das kleine Alpenland zu etwas besonderem machen: dem Wasserschloss Europas.

Pressekontakt: Grit Krüger, Tel 07221/929-22285, grit.krueger@SWR.de

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