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21.11.2019 – 16:22

SWR - Südwestrundfunk

Umweltminister wollen schärfere Verordnung beim Verkehrslärm

Umweltminister wollen schärfere Verordnung beim Verkehrslärm
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Baden-Baden / Hamburg (ots)

Beschluss der Umweltministerkonferenz zwei Wochen nach SWR Schwerpunkt "Hier ist es zu laut" / Lärmschutzbeauftragter der Landesregierung zeigt sich gegenüber SWR erfreut

Zwei Wochen nach Abschluss des SWR Schwerpunktes "Hier ist es zu laut" haben die Umweltminister*innen auf ihrer Konferenz in Hamburg einstimmig beschlossen, auch Verkehrslärm als gesundheitsgefährdend einzustufen, der bislang als unbedenklich galt. Der SWR hatte dem Thema Straßenverkehrslärm den Schwerpunkt gewidmet und mit eigenen Messungen, einer Mitmach-Aktion, vielen Hintergrundbeiträgen und Reportagen über die Gesundheitsgefahren von Verkehrslärm berichtet. Thomas Marwein, Lärmschutzbeauftragter der Landesregierung von Baden-Württemberg, zeigte sich gegenüber dem SWR hoch erfreut über den Beschluss.

Schwelle zur verkehrslärmbedingten Gesundheitsgefährdung bislang zu niedrig Die Umweltministerien wollen eine schärfere Rechtsetzung und Rechtsprechung für die Gesundheitsgefährdung durch Verkehrslärm. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Umweltministerkonferenz am 15. November in Hamburg einstimmig beschlossen, die Schwelle für die gesundheitsschädigende Wirkung durch Verkehrslärm abzusenken und nächtlichen Verkehrslärm schon ab 55 Dezibel als gesundheitsgefährdend einzustufen. Im vorläufigen Protokoll heißt es: "Die Umweltministerkonferenz nimmt die Erkenntnisse der Lärmwirkungsforschung zur Kenntnis, dass die in der Rechtsetzung und Rechtsprechung in der Regel herangezogene Schwelle zur verkehrslärmbedingten Gesundheitsgefährdung von 70 dB(A) tags und 60 dB(A) nachts zu hoch angesetzt ist." Die Umweltministerinnen und -minister stellen in ihrem Beschluss zum Lärmsanierungsfinanzierungsgesetz weiter fest, dass nach einer Auswertung des Umweltbundesamtes in Deutschland mehr als 2,6 Millionen Menschen nachts gesundheitsschädlichen Lärmpegeln über 55 dB(A) durch den Straßenverkehr ausgesetzt sind. In Baden-Württemberg sind knapp 245.000 Menschen von solchen Lärmpegeln durch den Straßenverkehr betroffen.

"Handlungsbedarf in Sachen Lärmschutz" Der SWR hatte dem Thema Gesundheitsgefährdung durch Straßenverkehrslärm vom 24. April bis 30. Oktober dieses Jahres den Schwerpunkt "Hier ist es zu laut" gewidmet und mit eigenen Messungen, einer Mitmach-Aktion, vielen Hintergrundbeiträgen und Reportagen über die Gesundheitsgefahren von Straßenverkehrslärm berichtet. Thomas Marwein, Lärmschutzbeauftragter der Landesregierung von Baden-Württemberg, sagte dem SWR: "Der Beschluss der Umweltministerinnen und -minister greift die Forderung Baden-Württembergs auf, die angesichts der Erkenntnisse der Lärmwirkungsforschung nicht mehr tragbaren Werte von 70 Dezibel am Tag und 60 Dezibel in der Nacht um 5 dB(A) auf 65 Dezibel tags und 55 Dezibel nachts abzusenken. Davon würden die Lärmbetroffenen an unseren Straßen und Schienenwegen immens profitieren: Bei baulichen Eingriffen bestünde früher ein gesetzlicher Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen. Auch die Möglichkeiten für Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Lärmschutzgründen und zum Einsatz lärmmindernder Fahrbahnbeläge würden deutlich ausgeweitet. Das muss unser Ziel im Sinne eines besseren Lärmschutzes sein. Dass auch in Baden-Württemberg - trotz der in den vergangenen Jahren erzielten Erfolge - noch Handlungsbedarf in Sachen Lärmschutz besteht, haben auch die zahlreichen Meldungen von Lärmbetroffenen der SWR Aktion #zuLAUT gezeigt."

Weitere Infos unter: http://swr.li/swr-zu-laut-schwelle-wird-abgesenkt

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Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285, grit.krüger@SWR.de

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