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08.10.2019 – 16:40

SWR - Südwestrundfunk

Programmhinweise und -änderungen für das SWR Fernsehen von Donnerstag 10. Oktober 2019 (Woche 41) bis Freitag, 18. Oktober 2019 (Woche 42)

Baden-Baden (ots)

Donnerstag, 10. Oktober 2019 (Woche 41)/08.10.2019

23.00 Kunscht! Kultur im Südwesten

Moderation: Ariane Binder

Barocke Bildwelten und Klänge: Warum Operndiva Diana Haller fasziniert ist von "Tiepolo - Der beste Maler Venedigs" - in der Staatsgalerie Stuttgart.

Die Fratze des Bösen: ein Meisterwerk oder Gewaltverherrlichung? "Joker" - ein Film, der polarisiert - jetzt im Kino.

Ungewohnte Perspektiven, Licht- und Farbeffekte - der Künstler Christoph Brech und sein zeitgenössischer Blick auf Tiepolo. Steffen König schaut mit und fragt nach.

"Winterbienen" - Norbert Scheuer erschafft Bilder des Lebens mitten im Schrecken des Zweiten Weltkriegs und ist nominiert für den "Deutschen Buchpreis" - ein Besuch bei dem Schriftsteller in der Nordeifel.

In diesem Jahr gibt es gleich zwei Literaturnobelpreise! SWR "lesenswert"-Literaturkritiker Denis Scheck kommentiert.

Zwischen Wirklichkeit und Illusion - Karin Kneffel und ihre magischen, rätselhaften Bilder - jetzt im "Museum Frieder Burda" in Baden-Baden.

"Von Mexiko an den Neckar" - "Azteken" im Linden-Museum Stuttgart und das Musical "The Performer" am Staatstheater Mainz" - "Kunscht!"-Kulturtipps!

Freitag, 11. Oktober 2019 (Woche 41)/08.10.2019

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Der Knacks im Kopf - Leben mit psychischen Störungen

"Der hat doch eine Schraube locker" oder "Die hat einfach eine Macke" - schnell werden Menschen, die scheinbar nicht ins Raster passen, abgestempelt. Dabei ist der Grund oftmals eine ernstzunehmende Erkrankung, die Betroffenen ihr Leben und den Umgang mit ihren Mitmenschen erschweren.

Der junge Mann mit Tourette, der - egal ob im Bus oder beim Bäcker - durch seine lauten Ausrufe und unkontrollierten Bewegungen auffällt. Oder die Autistin, die in Privat- und Berufsleben immer wieder aneckt, weil sie in ihrem Sozialverhalten einfach anders tickt als ihr Umfeld. Auch Menschen mit Panikattacken, Angst- und Zwangsstörungen bis hin zu Schizophrenie und anderen Psychosen kennen diese Herausforderungen. Sie alle sind eingeschränkt im alltäglichen Umgang mit anderen Menschen und sie alle werden schnell schief angeschaut und in eine Schublade gesteckt. Viele Menschen wissen nicht mit Betroffenen umzugehen. Daher werden diese Erkrankungen allzu oft nicht erkannt oder nicht ernst genommen.

Das alles führt dazu, dass Betroffene stigmatisiert werden. Es wird ihnen schwer gemacht, offen über Ihre Krankheit zu sprechen und sich Hilfe zu holen. So bleiben sie oftmals auf sich allein gestellt mit den Problemen, mit denen sie im Alltag konfrontiert sind. Nicht nur Arbeitssuche, sondern auch Freundschaften und Beziehungen sind gefährdet - und das nicht nur durch die konkreten Symptome, sondern häufig durch Vorurteile. Nicht selten hat das für die Betroffenen existentielle Konsequenzen.

Welche Schwierigkeiten und Hindernisse erleben Betroffene? Was brauchen sie, um den Alltag meistern zu können? Was können Angehörige unterstützend tun? Und wie kann man seinen Blick auf diese Erkrankungen korrigieren?

Die Gäste bei Michael Steinbrecher:

Als sein Sohn Daniel immer stärkere Anzeichen einer Psychose zeigte, setzte Günther Küblböck alles in Bewegung, um ihm zu helfen. Doch Polizei, Behörden und auch die Ärzte des Schiffes, von dem der Sänger vor einem Jahr in den Tod sprang, konnten nicht gegen Daniels Willen eingreifen. So blieb der Vater machtlos: "Wenn jemand einen Herzanfall hat, dann wird ganz schnell reagiert, aber bei einer starken psychischen Erkrankung wird ewig lange nichts unternommen."

"Ich habe immer abgeguckt, was die anderen tun und das irgendwie nachgemacht", sagt Birgit Saalfrank, die sich im Umgang mit anderen Menschen schon immer schwertat. Doch erst im Alter von 39 Jahren erhielt sie die Diagnose Asperger-Syndrom und verstand, warum sie ist, wie sie ist. Diese Erkenntnis stellte allerdings auch ihre komplette bisherige Identität in Frage, was tiefgreifende Konsequenzen für ihren beruflichen und privaten Lebensweg hatte.

Cordt Winklers Kindheit war von Scham und Unsicherheit geprägt, denn sein Vater litt an paranoider Schizophrenie. Mit Anfang 20 dann erlebte er selbst seine erste Psychose, in der er überzeugt war, Bundeskanzler zu sein und die Weltformel gefunden zu haben. In Angst mischte sich auch Erleichterung für den jungen Mann: "Davor hatte ich also die ganze Zeit Angst. Das ist das, was meinen Vater über all die Jahre bewegt hat."

Vor sechs Jahren kamen die Tics in Fabiene Wengerts Leben: plötzliche Zuckungen, Schläge mit der Faust gegen Kopf und Brust, Schnalzlaute und Schimpfworte. Erst mit Hilfe von Selbsthilfegruppen und ärztlich verschriebenem Cannabis konnte die 23-Jährige ihre Erkrankung teilweise kontrollieren und vor allem akzeptieren. "Tourette ist mittlerweile ein Teil von mir, ohne den ich gar nicht mehr leben will. Ich habe mein Leben damit gut arrangiert."

Als Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar hat Prof. Dr. Hans Förstl tagtäglich mit psychischen Erkrankungen zu tun. "Nichts ist ganz typisch bei psychischen Erkrankungen", weiß der Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. Betroffene gehen sehr unterschiedlich mit ihrer Krankheit um und selbst bei der gleichen Diagnose können die symptomatischen Unterschiede groß sein.

Freitag, 18. Oktober 2019 (Woche 42)/08.10.2019

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Nachbarn zwischen Hilfe und Hölle

Die Menschen können sich ihre Nachbarn nicht aussuchen und sind ihnen auf beunruhigende Weise hilflos ausgeliefert. Die unfreiwillige räumliche und soziale Nähe sorgt oft für dicke Luft statt gegenseitiger Rücksichtnahme.

Jeder Dritte hatte schon Ärger mit seinem Nachbarn. Ob es um die dröhnende Musikanlage, den nächtlich bellenden Terrier oder das falsch geparkte Auto geht - oft sind es Kleinigkeiten, die den einst freundlichen Nachbarn zum nervigen Spießbürger mit Terrorqualitäten machen. Gestern noch die idyllische Doppelhaushälfte mit gemeinsamen Grillabenden - heute der Vorplatz der Hölle und die tägliche Angst, das eigene Haus zu verlassen. Es wird gegenseitig provoziert, schikaniert, beleidigt. Mauern werden hochgezogen, Überwachungskameras aufgestellt, Morddrohungen in den Hausflur gebrüllt.

"Ein guter Nachbar ist jemand, der Dir über den Gartenzaun zulächelt, aber nicht darüber klettert." Würde jeder dieses Zitat von Schriftsteller Arthur Bär beherzigen, hätten Deutschlands Richter jedes Jahr etwa 500.000 Fälle weniger zu schlichten. Und dennoch gibt es sie - nette Nachbarn, die sich gegenseitig umeinander kümmern. Da ist die wärmende Suppe, mit der die Nachbarin vor der Tür steht, weil die ganze Familie krank ist. Dort ist der handwerklich begabte Rentner, der mit seinem Akkubohrer parat steht, wenn der Schrank aufgebaut werden muss. Und manchmal wird aus dem unverbindlichen Flirt im Treppenhaus sogar die ganz große Liebe. Michael Steinbrecher spricht mit genervten, gequälten und glücklichen Nachbarn in "Nachbarn - zwischen Hilfe und Hölle".

Pressekontakt: Grit Krüger, Tel 07221/929-22285, grit.krueger@SWR.de

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