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18.09.2019 – 09:58

SWR - Südwestrundfunk

"Nachtcafé" zum Thema Umweltschutz

"Nachtcafé" zum Thema Umweltschutz
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Baden-Baden (ots)

Hitzewellen und Dürreperioden, Regenfluten und Gewitterstürme - wie sehr das Konsumverhalten den Klimawandel beeinflusst, wird hitzig diskutiert. Die Forderungen nach einem radikalen Wandel der Lebensgewohnheiten werden immer lauter und der moralische Druck auf den Einzelnen wächst. Darf man noch mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen? Darf man guten Gewissens Fleisch essen oder mit dem Auto fahren? Manche Menschen wollen ihren Lebensstil nicht einschränken, andere verlangen ein grundsätzliches Umdenken. Sie sind davon überzeugt, dass die kleinen Veränderungen im Alltag eines jeden Einzelnen ökologisch eine große Wirkung erzielen. Großmutters Wissen, getragene Kleidung, das Einkochen von heimischem Obst und der eigene Gemüsegarten liegen voll im Trend. Rohstoffe schonen, Müllberge vermeiden, dafür ökologisch konsumieren - ist das die richtige Antwort oder hilft am Ende nur der konsequente Verzicht? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im "Nachtcafé: Von Einmachglas bis Flugverzicht - wie retten wir unsere Zukunft?" am Freitag, 20. September, 22 Uhr, im SWR Fernsehen.

Die Gäste im "Nachtcafé":

Andreas Frisch bringt in einem Repair-Café defekte Geräte wieder zum Laufen Seit Jahren schon versucht Andreas Frisch, seinen Alltag umweltfreundlicher zu gestalten. Umso mehr ärgerte sich der Diplomingenieur über die grassierende Wegwerfmentalität. Kaum ist etwas kaputt, fliegt es in den Müll. Seitdem hämmert und schraubt er in einem Repair-Café gegen den Konsumwahn. Ob Fahrrad, Bügeleisen oder Toaster - der Hobbybastler erweckt so manches Lieblingsstück wieder zum Leben: "Viele Geräte werden heute so gebaut, dass sie einfach nicht lange halten."

Heidi Huttenlocher ist in Armut aufgewachsen und liebt es, Obst und Gemüse einzukochen Verschwenderisch hat Heidi Huttenlocher noch nie gelebt. Die Stuttgarterin ist in der Nachkriegszeit aufgewachsen. Sparsamkeit war für sie schon immer eine Selbstverständlichkeit - vor allem wenn es um Lebensmittel geht. Aus altem Brot macht die Schwäbin Semmelbrösel. Bleibt Essen übrig, wird der Rest eingefroren. Vor allem aber das Einmachglas hat bei ihr Hochkonjunktur: "Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe, dass Sachen verderben."

Maria Henke kann sich nachhaltiges Einkaufen als junge Mutter nicht mehr leisten Bio, regional und unverpackt - das war lange Zeit die Einkaufswelt von Maria Henke. Doch damit ist Schluss, denn seit der Geburt ihres Kindes kann sich die junge Familie konsequente Nachhaltigkeit nicht mehr leisten. Statt Wochenmarkt und Bio-Laden geht es jetzt in den Discounter. Zwar hat das die Lebensmittelkosten mehr als halbiert, der Preis dafür aber ist hoch: "Ich bin gezwungen, unnötig viel Plastik einzukaufen und habe dabei ständig ein schlechtes Gewissen."

Kathrin Hartmann deckte als Journalistin Umweltsünden bei großen Unternehmen auf Für Kathrin Hartmann liegt die Verantwortung nicht bei uns Verbrauchern, sondern bei Politikern und Unternehmern. Die Journalistin hat bei ihren weltweiten Recherchen festgestellt: Viele Firmen schwimmen nur auf der grünen Welle mit und verstecken ihr schmutziges Kerngeschäft hinter schönen Öko- und Sozialversprechen: "Die Weltrettung ist ein äußerst profitables Geschäftsmodell. Gerade auch eine gebildete Zielgruppe sitzt den Öko-Lügen gerne auf."

Borris Brandt ist Kreuzfahrt-Manager und möchte seinen Lebensstil nicht ändern Die hitzigen Debatten rund um den Klimawandel sieht Kreuzfahrt-Manager Borris Brandt eher kritisch. Der vierfache Familienvater ist bekennender Sportwagen- und Motorradfan, liebt seinen prall gefüllten Schuhschrank und steigt auch ohne schlechtes Gewissen mit seiner Familie für einen kurzen Städtetrip in den Flieger: "Ich halte nichts von den ganzen Weltuntergangsszenarien. Ich bin mit der Angst vor dem sauren Regen aufgewachsen, der uns angeblich alle vernichten wird. Wie wir sehen: Hat er nicht."

Uli Burchardt rief als Oberbürgermeister der Stadt Konstanz den Klimanotstand aus Unter Deutschlands Bürgermeistern ist Uli Burchardt ein Klima-Pionier: Er war der Erste, der für die Bodenseestadt Konstanz den Klimanotstand ausgerufen hat. Ob in der Bau- oder Verkehrspolitik - seit Mai wird jeder Gemeinderatsbeschluss auf seine Klimaauswirkung überprüft: "Es sind unsere Städte, die die Probleme der Zukunft lösen müssen. Denn dort wird auch die Masse des CO2 ausgestoßen", so der CDU-Politiker, dessen Entscheidung bundesweit Wellen geschlagen hat.

Dr. Volker Quaschning ist Experte für regenerative Energien "Wir müssen handeln - und zwar jetzt.", davon ist Dr. Volker Quaschning überzeugt. Der Professor für regenerative Energien gründete deshalb eine Forscher-Initiative, der sich mittlerweile tausende Wissenschaftler angeschlossen haben. Sie fordern von der Politik einschneidende Maßnahmen bei der Umsetzung von Energiesparmaßnahmen und von den Verbrauchern ein konsequentes Umdenken beim Konsumverhalten, der Ernährung und der Mobilität.

"Nachtcafé" - anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe Das "Nachtcafé" ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen.

"Nachtcafé: Von Einmachglas bis Flugverzicht - wie retten wir unsere Zukunft?" am Freitag, 20. September 2019, 22 Uhr im SWR Fernsehen

Weitere Informationen unter: http://swr.li/swr-fernsehen-nachtcafé-umweltschutz

Fotos über www.ARD-Foto.de

Pressekontakt: Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285, grit.krueger@SWR.de

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