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23.04.2019 – 15:33

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"Nachtcafé: Gefangen"

"Nachtcafé: Gefangen"
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Baden-Baden (ots)

Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Marc Wallert, der 140 Tage in der Gewalt einer islamistischen Terrororganisation war / Freitag, 26. April 2019, 22 Uhr, SWR Fernsehen

Jeder kennt die Gefühle, wenn man sich plötzlich in einer scheinbar ausweglosen Situation wiederfindet. Doch was passiert, wenn man in eine lebensbedrohliche Situation kommt - zum Beispiel als Entführungsopfer oder Geisel? Zum Eingesperrt-Sein kommen Angst und Ausweglosigkeit hinzu. Ähnlich ergeht es Opfern eines Unglücks - beispielsweise, wenn man von einer Lawine verschüttet wird. Welche Gedanken gehen Menschen während einer solchen Erfahrung durch den Kopf? Wie gelingt es, durchzuhalten und die Hoffnung nicht zu verlieren? Gefangen sein kann man auch in ganz anderen Zusammenhängen - zum Beispiel in einer ungesunden Liebesbeziehung, in der man vom Partner unterdrückt wird. Wie ist es, sich im eigenen Körper gefangen zu fühlen? Betroffene des sogenannten Locked-in-Syndroms sind bei vollem Bewusstsein und gleichzeitig fast vollständig gelähmt. Während sie alles wahrnehmen und verstehen, können sie sich weder durch Sprache noch durch Bewegungen mitteilen. Was macht es mit Menschen, eingesperrt zu sein? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im "Nachtcafé: Gefangen" am Freitag, 26. April, 22 Uhr, im SWR Fernsehen.

Die Gäste im "Nachtcafé":

Marc Wallert war 140 Tage in der Gewalt einer islamistischen Terrororganisation 140 Tage lang war Marc Wallert in der Hand von Terroristen. Gemeinsam mit seinen Eltern und 18 weiteren Geiseln wurde er während eines idyllischen Tauchurlaubs verschleppt und im philippinischen Dschungel gefangen gehalten. "Der größte psychische Feind war die Ungewissheit", sagt Wallert, der schließlich als eine der letzten Geiseln freigelassen wurde.

Stefanie Enzinger war 90 Minuten unter einer Lawine begraben Lebendig begraben wurde Stefanie Enzinger, als sie auf einer Skitour unter eine Lawine geriet. Bewegungsunfähig eingesperrt blieb ihr nur ein kleines Luftloch. "Ich habe gemerkt, dass ich bald nicht mehr die Kraft haben werde, auf mich aufmerksam zu machen." Der Bayerin blieb nichts anderes übrig, als auf rechtzeitige Hilfe zu hoffen. So harrte sie neunzig endlos lange Minuten unter den Schneemassen aus.

Dirk Michgehl verbrachte einige Jahre seines Lebens im Gefängnis Auch wenn Dirk Michgehl als Präsident eines Rockerclubs wusste, dass er mit einem Bein im Gefängnis stand, war er nicht auf den harten Knastalltag vorbereitet. Fünfeinhalb Jahre saß er wegen bewaffneten Drogenhandels hinter Gittern. Vor allem die Abgeschnittenheit zur Außenwelt und die Unfähigkeit der Familie in Not beizustehen, belasteten ihn: "Das sind Sachen, die einen in die Knie zwingen."

Sophie Poschs Schwester Katarina leidet am Locked-in-Syndrom Ihre Schwester Katarina war eine erfolgreiche und aktive Frau - umso entsetzlicher waren die Nachrichten, die Sophie Posch im Jahr 2015 erhielt: Nach einer Operation trat bei ihrer Schwester das Locked-in-Syndrom auf. "Wir haben Katarina als lebende Puppe zurückbekommen", sagt Sophie Posch über ihre Schwester, die seitdem bei vollem Bewusstsein in ihrem Körper gefangen ist.

Romy Stangl wurde in ihrer Ehe gedemütigt, misshandelt und eingesperrt Sechs Jahre lang erlebte Romy Stangl häusliche Gewalt. Ihr Ex-Partner demütigte sie, schlug sie und sperrte sie ein. Lange ertrug sie das Martyrium, schaffte es aber nicht, sich zu befreien. Dabei fühlte Romy Stangl eine hilflose Wut: "Wut, dass du aus dieser Situation nicht rauskannst, dass ein Mensch dir mit diesem Vorgehen deine Freiheit und dein Leben nimmt."

Prof. Dr. Joachim Bauer weiß als Psychotherapeut, was Gefangenschaft bewirkt "Zu den zentralen Grundbedürfnissen des Menschen gehört es, Bewegungsfreiheit und soziale Verbundenheit zu haben", weiß der Psychotherapeut und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Joachim Bauer. Dass eine körperliche oder psychische Gefangenschaft beides einschränkt, erklärt, weshalb das Gefangen-Sein so beängstigend und belastend für Menschen ist.

"Nachtcafé" - anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe Das "Nachtcafé" ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen.

"Nachtcafé: Gefangen" am Freitag, 26. April 2019, 22 Uhr im SWR Fernsehen

Weitere Informationen unter: http://x.swr.de/s/nachtcafegefangen

Fotos über www.ARD-Foto.de

Pressekontakt: Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285, grit.krueger@SWR.de

Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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