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25.02.2003 – 17:29

SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Programmhinweise von Samstag, 1. März 2003 (Woche 10) bis Freitag, 7. März 2003 (Woche 10)

    Baden-Baden (ots)

    Samstag, 1. März 2003  (Woche 10)
    
    00.45    SWR3 Ring frei
                 Die Radio-TV-Show
                 Moderation: Matthias Holtmann
    Gäste: Maná (Mexico City) und Faith Hill (Nashville/Tennessee)
    
    Die Rockband Maná aus Mexiko, Superstars im gesamten
lateinamerikanischen und spanisch-sprachigem Raum, sind auch
hierzulande stark im Kommen. Vier lustige Latinos, die klasse Musik
machen und gut drauf sind. Die Mexikaner haben jeden Spaß im Studio
mitgemacht und anschließend exklusiv zwei Songs unplugged gespielt:
ihre neue Single "Mariposa tracionera" und "En elle muelle de
sanblas".

    Faith Hill ist eine der schönsten Stimmen der Country-Pop-Szene
und die schönste Frau von Nashville/Tennessee. Sie sieht in natura
noch besser aus als auf ihren millionenfach verkauften Plattencovern.
Matthias Holtmann traf Faith in bester Laune im Hotel "Interconti" in
Stuttgart und sprach mit der blonden US-Amerikanerin über Berufliches
und Privates. Ihre dreijährige kleine Tochter hat bereits eine
Gitarre und ein Schlagzeug, auf dem sie täglich übt.
    
    Außerdem in der Sendung: Büttenredner Kanzler Schröder alias
SWR3-Comedy-Star Andreas Müller; Evelyn, die Wettertranse, mit dem
menschlichsten Wetterbericht im deutschsprachigen Raum; Bilder von
der Expedition Elch (der Polarkreis in Schwedisch Lappland und der
Elch in freier Wildbahn); die SWR3-Moderatoren Sascha Zeus und
Michael Wirbitzky als Ützwurst und Osterwelle im "Taxi Sharia" auf
ihrem Weg nach Memphis; und Siegfried Seltenfröhlich (Keyboards) und
Buddy Berserker (Drums) sorgen als kleinste Late-Show-Band der Welt
für den richtigen Kick.
    

    Freitag, 7. März 2003  (Woche 10)
    
    22.00    Nachtcafé
                 Gäste bei Wieland Backes
                 Alles Lug und Trug... Von Hochstaplern, Lügenbaronen und
Betrogenen
    
    Kaum ein Gebot wird wohl so oft übertreten wie das achte: Rund 200
Mal am Tag schummeln, mogeln, tricksen oder lügen wir, das wollen
Forscher herausbekommen haben. Bereits Kinder stellen sich sehr
geschickt an, bewusst die Unwahrheit zu sagen. Und für Erwachsene ist
die Fähigkeit zu lügen, zu manipulieren, irrezuführen gar Teil ihrer
sozialen Intelligenz und hilft in manchen Fällen zu überleben.
Dennoch, als Lügner möchte um Gottes willen niemand gelten. Auch ist
Ehrlichkeit für viele Eltern immer noch ein hehres Erziehungsziel.
"Lügen darf man nicht", bekommen Kinder eingebläut. Dass derzeit im
Bundestag ein Lügenausschuss tagt, der den Lügen- respektive
Wahrheitsgehalt von Wahlversprechen aufdecken soll, trägt noch lange
nicht zu einem wahrhaftigeren Verhalten bei. Denn einfach war es mit
der Wahrheitssuche noch nie. Was läuft unter Schlitzohrigkeit, was
ist Lüge? Wo beginnt die Unwahrheit, wie weit darf Ehrlichkeit gehen?
Was ist bei Fakten Interpretation, was Verdrehung der Tatsachen?
Gehört in unserer Gesellschaft der Bluff nicht eigentlich zum guten
Ton? Über diese und andere Fragen diskutiert Wieland Backes mit
seinen Gästen:
    
    "Mein Mann betrügt mich, ich weiß es genau", so fängt der
autobiografische Bestseller "Wer liebt, hat Recht" von Anita Lenz an:
Nach 28-jähriger Fernehe findet die Hauptstadtjournalistin Maja
heraus, dass ihr Mann ein bizarres Doppelleben führt. Als
Literaturprofessor in Tübingen hat er sich in der schwäbischen
Provinz häuslich eingerichtet: mit Geliebter und Kind. "Während ich
mich auf die Geburt unseres Enkelkindes freute, wurde er noch mal
Papa. Diese Wahrheit zu erfahren, war schillernder als alles, was ich
mir hätte vorstellen können."
    
    Die Psychologin Jeannette Schmid würde in diesem Fall von einer
"schonenden Lüge" des Ehemanns sprechen. Auf Beziehungsebene keine
Seltenheit, so die 44-Jährige, die sich seit Jahren wissenschaftlich
mit Lug und Trug beschäftigt. Ob im Alltag, in der Politik oder in
der Wirtschaft: Schmid ist überzeugt, dass die kaum noch erfüllbaren
Leistungsanforderungen den Hang zur Unwahrheit verstärken. Sie hat
ein weites Forschungsfeld: "Es gibt so viele Lügentechniken. Für mich
hat das die Faszination einer Naturkatastrophe!"
    
    An Anton Aschenbrenner hätte die junge Wissenschaftlerin ihre
Freude gehabt: Acht Jahre hielt der katholische Priester seine
Beziehung zu einer Lehrerkollegin geheim, obwohl sie als Haushälterin
mit ihm unter seinem Dach lebte. Nachfragen der Kirchenleitung
konterte der Niederbayer mit kleinen Lügen und Ausflüchten. Doch im
Herbst vergangenen Jahres flog der Schwindel auf: Aschenbrenners
Partnerin wurde schwanger, der Verstoß gegen das Keuschheitsgelübde
offensichtlich. Das Paar entschloss sich für das Kind und die
Wahrheit. Die empfindet Aschenbrenner heute als Strafe, denn der
Bischoff setzte ihn nach dieser ‚Schmach' sofort vor die Tür.
    
    Wilhelm Luchs hat sich im Laufe seines Lebens schon viele Namen
gemacht: Als windiger Immobilienmakler Dr. Frei versuchte er in
München sein Glück. Als ihm die Sache zu heiß wurde, wechselte er
seine Identität und gründete als Dr. Maximilian Jung auf der
Düsseldorfer Kö eine Anwaltskanzlei. Der gelernte Gerichtsschreiber,
der nie eine Uni von innen gesehen hat, stieg in höchst prominente
Kreise auf und führte ein Leben der oberen 10.000: Sabine
Christiansen, Max Schautzer und Klaus Kinkel zählten zu den
engagierten Mitgliedern seiner Stiftung "Kinder sind tabu". Doch
eines Tages flog der Schwindel auf, und Wilhelm Luchs wurde zu einer
Gefängnisstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. Seit seiner
Entlassung aus dem Gefängnis versucht der Hochstapler es zur
Abwechslung mal mit der Wahrheit.
    
    Die eigene Biografie im Stile eines Wilhelm Luchs zu schönen, hält
Günter Ogger für ein weit verbreitetes Muster im heutigen
Wirtschaftsleben. Der umtriebige Publizist, der bereits gegen die
"Nieten in Nadelstreifen" wetterte, nimmt in seinem neuesten Buch die
"Ego-Gesellschaft" aufs Korn, die vor allen Dingen eine betrügerische
sei. Egal ob im Supermarkt, bei Handwerkern oder in den Chefetagen:
Mit zunehmender Brutalität und Härte würden die Menschen heute auf
Schritt und Tritt belogen oder hinters Licht geführt. Deshalb will
Ogger den Leser "fit machen für den Überlebenskampf in der
Betrüger-Wirtschaft".
    
    Als Opfer einer Betrüger-Wirtschaft sieht sich Karl Schöntag. Weil
er dem Flowtex-Boss Manfred Schmider aus einer misslichen Lage helfen
wollte - die Steuerfahndung hatte sich angekündigt - hat er in einem
inszenierten Raubüberfall auf die Unternehmervilla belastendes
Material, sowie Schmuck, Pelze und Teppiche verschwinden lassen. "Big
Manni" kassierte für die "gestohlenen" Wertgegenstände eine
Versicherungssumme in Höhe von 1,9 Millionenn Mark. Schöntag fühlt
sich für dumm verkauft, denn von einem Versicherungsbetrug dieser
Größenordnung sei nie die Rede gewesen. Und was er heute weiß: Mit
der Versicherungssumme, die Schmider für den Überfall kassierte, war
die Grundlage für den größten Wirtschaftsbetrug aller Zeiten gelegt.
    
    "Sag die Wahrheit", fordern ARD-Sportmoderator Michael Antwerpes
und "Fanta4"-Rapper Smudo in der neuen Lügenshow, die am 5. März
(21.45 Uhr) im SÜDWEST Fernsehen anläuft. Moderator Antwerpes tischt
einem prominenten Rateteam Lügengeschichten auf: Drei Menschen
behaupten von sich, ein und dieselbe Person zu sein; zwei lügen und
nur einer sagt die Wahrheit. Neben Smudo stehen auch Heiner Geißler,
Evelin König und Katja Heijnen vor der kniffligen Aufgabe, die
raffinierten Lügner mit Spürsinn, Intuition und viel Humor zu
entlarven.
    
    
ots Originaltext: SWR
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07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

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