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18.02.2003 – 17:15

SWR - Südwestrundfunk

SWR (Südwestrundfunk)
Freitag, 21. Februar 2003 (Woche8) - Samstag, 22. Februar 2003 (Woche 9)

    Baden-Baden (ots)

    22.00 Nachtcafé     Gäste bei Wieland Backes     Lachen zwischen Krampf und Befreiung          Lachen ist gesund - behauptet zumindest der Volksmund. Erwiesen ist, dass häufiges Lachen vor Herzerkrankungen schützt und entspannt. Und da es anscheinend immer weniger zu Lachen gibt, werden zunehmend Kurse angeboten, in denen der Frohsinn erlernt werden kann. Mehr und mehr Seelendoktoren schwören auf den therapeutischen Effekt und die befreiende Wirkung des Lachens. Selbst Mediziner widmen sich diesem menschlichen Phänomen und verordnen das Lachen auf Rezept. In der Faschingszeit ist das ja eh schon eine liebe bis mühsame Gewohnheit: Hier darf und muss schließlich besonders viel gelacht werden. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, inwieweit das Lachen immer und überall angebracht ist. Müssen wir in Phasen der zwanghaft guten Laune nicht auch den Blick für den Ernst des Lebens bewahren? Oder soll die Welt doch untergehen, mag ein Krieg vor der Haustür stehen - wir lachen wie es uns gefällt!? Auch über Saddam Hussein? Kann man wirklich allen Situationen mit Heiterkeit begegnen? Kritiker sprechen von Ablenkung und Verdrängen durch den Gute-Laune-Terror. Aber wirkt nicht manchmal gerade ein herzhaftes Lachen wie eine Befreiung aus der Angststarre?          Die Gäste:          Karl Dalls Beruf und Berufung ist es seit Jahrzehnten, die Menschen zum Lachen zu bringen. Um sich vor dem Spott der anderen zu schützen, schlüpfte er einst in die Rolle des Klassenclowns und erfüllt sie heute bis zur Perfektion. Was viele an ihm hassen, mehr aber noch lieben, sind sein beißender Humor und seine respektlosen Witze - die oft auf Kosten anderer gehen. Von sich selbst sagt er: "Wenn einer es schaffen sollte, mich zum Lachen zu bringen, trete ich ab."          Eine Aufgabe, der sich Mia von Waldenfels sicher mit Freuden stellen wird. Die Lachtherapeutin lehrt selbst den muffigsten Miesepetern das Lachen. Ob in Seminaren, in Führungsetagen, auf dem Arbeitsamt oder in der Kirche - vor ihren glockenhellen Jauchzern ist niemand sicher. Denn die 32 Jahre junge Frau hat eine Mission: das Lachen als gesundheitsfördernde Maßnahme in der Welt zu verbreiten. "Es geht darum, Grenzen des Verstandes zu sprengen, das ist Befreiung und Lachen!"          Rainer Krause bezweifelt die therapeutische Wirkung von Lachseminaren. Für den renommierten Affektforscher und Psychoanalytiker ist Lachen nichts anderes als eine Belohnung für andere und drückt mitnichten die innere Gefühlswelt des Menschen aus. Der Spaßgesellschaft steht der 60-Jährige kritisch gegenüber und sagt: "Im Grunde sehen die Depressiven die Welt realistischer".          Die Depression ist Margit Sponheimer völlig fremd. Das Urgestein der Mainzer Fastnacht lebt die Fröhlichkeit - vor allem in der Karnevalszeit. Gegen den Willen der Eltern und gegen die Karnevalsaltvorderen setzte sie sich als eine der wenigen Frauen im Pappnasentreiben durch, aus tiefster Überzeugung: "Freude geben ist Freude erleben. Dafür hat der liebe Gott mich gemacht."          Wilhelm Genazino kann der organisierten Fröhlichkeit nichts abgewinnen. Der Schriftsteller setzt lieber auf die leiseren, ironischen Töne, denn: "Echter Humor war nie was für die große Mehrheit." Ohnehin lenken nach Meinung des 59-Jährigen die Gute-Laune-Terroristen nur von der ernsten Lage ab, in der sich die Gesellschaft befindet, und die nicht mit Verdrängung zu bewältigen ist.          Im Leben von Matthias Berg hat das Lachen eine besondere Rolle gespielt, da er als contergangeschädigtes Kind häufig Zielscheibe von Spott und Gelächter war. Dennoch hat er nie seinen Humor und schon gar nicht den Spaß am Leben verloren, in dem er es zu Spitzenleistungen in Sport und Beruf brachte. Um Befangenheit zu überwinden, macht der 42-Jährige von einem probaten Mittel Gebrauch: "Wenn ich in Schulen auftrete, reiße ich gern Behindertenwitze - wenn die Kinder lachen, werden sie frei, und dann können wir auch reden."          Der Clown Olli Hauenstein reiste 1994 während des Balkankriegs nach Sarajewo, um dort zwischen zerbombten Häusern und Heckenschützenangriffen die Bevölkerung zum Lachen zu bringen. Über dieses Erlebnis sagt der 49-Jährige, der mit "Illi und Olli" auch schon im Circus Knie und Roncalli spielte: "Das Clownprogramm war für die Leute genauso wichtig wie Lebensmittelpakete."               Samstag, 22. Februar 2003  (Woche 9)          00.50 SWR3 Ring frei     Die Radio-TV-Show     Moderation: Matthias Holtmann     Gäste: Jana Ina (Playmate und Moderatorin) und Meat Loaf          Der erste Talkgast von Matthias Holtmann ist Jana Ina aus Rio de Janeiro. Jana ist 25 Jahre alt und ist a) Playmate in der Playboy-Ausgabe Oktober 2002 und b) Co-Moderatorin von Jörg Pilawa in der ARD-Rekordshow. Matthias Holtmann hat Jana Ina am Drehtag in einer schwarzen Limousine am Bahnhof in Baden-Baden abgeholt und sie auf dem Beifahrersitz persönlich angeschnallt. Das Auto war mit Kameras und Aufnahmegeräten so präpariert, dass das Interview mit dem Playmate schon im fahrenden Auto beginnen konnte. Das Gespräch bei Tempo 250 auf der A5 und bei der rasanten Fahrt über kleine Waldsträßchen war aufregend wie aufschlussreich. Jana Ina, die ausgezeichnet deutsch spricht, berichtete von ihrem randvollen Terminkalender, von ihren Essgewohnheiten, von ihrem Fitnessprogramm - und, dass sie mit ihrem Traumkörper an der einen oder anderen Stelle alles andere als zufrieden ist. Anschließend ging der Talk im Studio weiter, wo Jana Ina auch ihre Single "Make My Day" vor laufenden Kameras präsentierte.

    Zweiter Studiogast ist Meat Loaf (52 Jahre, 1,83 m, 100 kg), mit dem Matthias Holtmann vor seinem Auftritt bei "Wetten, dass..?" in Böblingen sprechen konnte. Nicht nur Gottschalk war abends in seiner Live-Sendung verblüfftes Opfer eines Meat Loaf'schen Zungenkusses, auch Matthias Holtmann wurde am Nachmittag vor seinem Interview im Stuttgarter Hotel InterContinental von Meat Loaf zur Begrüßung feucht geknutscht.

    Außerdem in der Show: Müller's Puppenkiste, das Polit- und
Zeitgeist-Kasperletheater von SWR3 Comedy-Star Andreas Müller.
"Ützwurst und Osterwelle" fahren im Taxi Sharia auf ihrem
fortwährenden Trip nach Memphis. Und die legendäre Late-Show-Band mit
Siegfried Seltenfröhlich und Buddy Berserker an Keyboard und
Schlagzeug.
    
    
ots Originaltext: SWR Südwestrundfunk
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