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29.01.2019 – 14:32

SWR - Südwestrundfunk

"Nachtcafé: Bewusst vom Leben lassen"

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Baden-Baden (ots)

Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Schauspieler Winfried Glatzeder, der sich intensiv mit dem Thema Tod auseinandersetzt / Freitag, 1. Februar 2019, 22 Uhr, SWR Fernsehen

Alle Menschen wissen, dass sie eines Tages sterben werden - dennoch verdrängen sie den Tod oftmals im Alltag. Ob durch schwere Krankheit oder einen unerwarteten Todesfall: Eine Konfrontation mit dem Thema Tod löst nicht selten Sprachlosigkeit aus. Wer als Krebspatient medizinisch austherapiert gilt, wünscht sich Schmerzfreiheit und ein würdevolles Loslassen vom Leben. Müssen Menschen so lange ausharren, bis das Leben verglimmt? Soll jemand, der unter Depressionen leidet und seit Jahren nur noch Leere verspürt, den Zeitpunkt des Todes frei wählen dürfen? Befürworter und Gegner der Sterbehilfe stehen sich seit Jahren unversöhnlich gegenüber. So individuell wie die Lebensentwürfe selbst, so unterschiedlich setzt sich jeder Mensch mit seinem letzten Weg auseinander. Ist der Wunsch zu sterben ebenso natürlich wie der Wunsch, leben zu wollen? Wie weit darf Autonomie und Selbstbestimmung gehen? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im "Nachtcafé: Bewusst vom Leben lassen" am Freitag, 1. Februar, 22 Uhr, im SWR Fernsehen.

Die Gäste im "Nachtcafé":

Winfried Glatzeder setzt sich intensiv mit dem Thema Tod auseinander Schauspieler Winfried Glatzeder setzt sich ständig mit dem Sterben und dem Tod auseinander. Auch wenn die letzte Reise unvermeidlich ist, versucht der 73-Jährige, ihr mit Humor zu begegnen. Er hat bereits seinen Grabplatz ausgesucht und war auch schon zum Probeliegen in einem Sarg. Das Schlimmste wäre für ihn, wenn seine Frau vor ihm ginge. Aber diesen Gedanken schiebt er weit weg. Auch für sich selbst hat der bekennende Hypochonder ein hohes Ziel gesteckt: "Ich will 103 werden. Natürlich bei blendender Gesundheit."

Gisela Getty spricht über den Tod ihrer Schwester Jutta Winkelmann Gisela Getty und ihre Schwester Jutta Winkelmann gelten als Deutschlands berühmteste Hippie-Zwillinge. Schon immer ging ihnen der Freiheitsgedanke und ein selbstbestimmtes Leben über alles. Als Jutta Winkelmann die Diagnose Knochenkrebs bekam, ging sie auch hier ihren eigenen Weg. Trotz furchtbarer Schmerzen und langem Leiden verzichtete sie bis zuletzt auf Schmerzmittel: "Es war ein unheimlich intensiver Prozess. Jutta hat am Schluss 26 Kilo gewogen."

Muri Miyanyedi ist schwer krank und möchte den Zeitpunkt ihres Todes selbst bestimmen Muri Miyanyedi möchte selbst bestimmen, wann die Qualen ein Ende haben: Seit 16 Jahren leidet die Stuttgarterin an Multipler Sklerose. Die Krankheit hat ihr die Beweglichkeit, ihre Selbstständigkeit und viel Lebensqualität genommen: "Ich brauche in allem Unterstützung, alles ist anstrengend, mühsam und oft auch beschämend." Sie hat bereits Kontakt zu Sterbehilfeorganisationen im Ausland aufgenommen und fordert in Deutschland ein Recht auf Sterbehilfe.

Elisabeth Kunze-Wünsch lehnt als ehemalige Pfarrerin selbstbestimmtes Sterben ab "Wir haben kein Recht auf einen selbstbestimmten Tod", davon ist die ehemalige Gemeindepfarrerin Elisabeth Kunze-Wünsch überzeugt. Menschliches Leben sei ein Geschenk, das wir annehmen müssten, so die Haltung der Christin. Als Leiterin des Stuttgarter Hospizes erlebt sie täglich, dass aus dem Wissen um Zuneigung und Gottes Liebe auch die letzte Phase des Lebens erträglich gestaltet werden kann.

Rolf Mayer verlor seine Frau und seine Tochter Rolf Mayer war frisch gebackener Familienvater, als sich bei ihm ein furchtbares Familiendrama ereignete. Nachdem seine Frau nach der Geburt eine Wochenbettpsychose bekam, wurde sie in eine Klinik eingewiesen. Kurz nach ihrer Entlassung kam es zu einer folgenschweren Situation: Die junge Mutter löschte nicht nur ihr eigenes Leben aus, sondern auch das ihrer fünf Monate alten Tochter: "Ich habe meiner Frau nie einen Vorwurf gemacht, sie war schwer krank."

Mark Castens erfüllt schwer kranken Menschen ihre letzten Wünsche Eine letzte Fahrt mit der Harley, noch einmal den Lieblingsverein im Fußballstadion sehen oder ein persönliches Treffen mit einem Idol - wenn Menschen nicht mehr lange zu leben haben, bekommen Wünsche eine andere Dimension. Mark Castens hat einen Verein gegründet, der diese ermöglicht: "Es ist schön, miterleben zu dürfen, wie ein erfüllter Wunsch das Strahlen in die Augen von Sterbenskranken zurückbringt."

Prof. Dr. Sven Gottschling ist als Palliativmediziner tätig Prof. Dr. Sven Gottschling begleitet schwer kranke Menschen bis in den Tod: "Ich sehe mich als Spezialist für mehr Lebensqualität und will meinen Patienten die noch verbleibende Zeit so angenehm wie möglich gestalten." Der Palliativmediziner begleitet die letzte Phase nicht nur mit einer schmerzmildernden Versorgung, sondern versucht gleichzeitig, dem Tod die Sprachlosigkeit und das Bedrohliche zu nehmen.

"Nachtcafé" - anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe Das "Nachtcafé" ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen.

"Nachtcafé: Bewusst vom Leben lassen" am Freitag, 1. Februar 2019, 22 Uhr im SWR Fernsehen

Weitere Informationen unter: http://swr.li/nachtcafe-bewusst-vom-leben-lassen

Fotos über www.ARD-Foto.de

Pressekontakt: Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285, grit.krueger@SWR.de

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