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SWR Koproduktion erhält Documentary Emmy Award

Die SWR Kinokoproduktion "Die letzten Männer von Aleppo" ("Last Men In Aleppo") des syrischen Regisseurs Feras Fayyad ist bei den Documentary Emmy Awards ausgezeichnet worden. Redaktion SWR/ARTE: Gudrun Hanke-El Ghomri, Bernd Seidl. Weitere Informationen unter https://www.presseportal.de/nr/7169

Baden-Baden (ots) - Preisgekrönter Dokumentarfilm "Die letzten Männer von Aleppo" ausgezeichnet // Diese Woche auch Auszeichnung mit Katholischem Medienpreis

Die SWR Kinokoproduktion "Die letzten Männer von Aleppo" ("Last Men In Aleppo") des syrischen Regisseurs Feras Fayyad ist bei den Documentary Emmy Awards in der Kategorie "Outstanding Current Affairs Documentary" ausgezeichnet worden. Der Film begleitet die sogenannten "Weißhelme". Der Film ist eine SWR Koproduktion in Zusammenarbeit mit ARTE und wurde im August 2017 im Ersten sowie im November 2017 im SWR Fernsehen ausgestrahlt. Am Donnerstag dieser Woche wird der Film auch mit dem Katholischen Medienpreis 2018 in der Kategorie "Elektronische Medien" ausgezeichnet.

Film zeigt eindringlich die Schrecken einer Welt, die wir sehen müssen SWR Intendant Peter Boudgoust freut sich, dass ein solcher Gewinn einmal mehr die Qualität des öffentlich-rechtlichen Fernsehens unterstreicht: "'Die letzten Männer von Aleppo' zeigt uns eindringlich die Schrecken einer Welt, die wir sonst nie zu sehen bekommen würden - aber sehen müssen. Unser gemeinsamer und freier Rundfunk der ARD ist die Heimat für Dokumentarfilme wie diese. Sie sind heute wichtiger denn ja, denn sie öffnen unseren Blick in einer Zeit von Fake News und weltweiten Angriffen auf die Meinungsfreiheit ohne Rücksicht auf politische und wirtschaftliche Interessen."

Weißhelme bergen Überlebende

Der Dokumentarfilm handelt von der Freiwilligen-Organisation "Weißhelme" in Aleppo, einer zivilen Hilfs- und Einsatztruppe, die 2013 gegründet wurde. Sie sind bis zum Ende der Kampfhandlungen in Aleppo Anfang 2017 die ersten, die in der belagerten Stadt zur Hilfe eilen, wenn die Bomben Assads und seiner Verbündeten fallen. "Dies ist meine Stadt, sie ist alles, was ich habe. Ich kann sie nicht verlassen ...": Khaled ist bei den Weißhelmen, seit sie gegründet wurden. Wenn im Durchschnitt 50 Bomben pro Tag in den Stadtvierteln Aleppos einschlagen, ist die Suche der Weißhelme nach Überlebenden oft genug ein Kampf gegen Windmühlen: Khaled und Mahmoud, die Protagonisten des Kino-Dokumentarfilms, gehören zu den "White Helmets", die bislang über 70.000 Menschen aus den Trümmern retten konnten. Mit jedem Opfer, das die Weißhelme lebend bergen, kommen Erinnerungen an viele Tote mehr auf, die sie aus den Trümmern der Stadt ziehen.

Bleiben als Akt der Menschlichkeit

Bis zum Ende der Dreharbeiten im August 2016 sind bei den gefährlichen Einsätzen mehr als 100 Mitglieder ums Leben gekommen. Was als kurzfristige Aktion und Ad-Hoc-Organisation begonnen hatte, etablierte sich. Sehr viele Menschen konnten die "Weißhelme" in dieser Zeit retten. In dieser Hilfsorganisation arbeiten Bäcker, Bauherren, Rechtsanwälte, Ingenieure Taxifahrer, Studenten, Lehrer mit, also Menschen aus allen Berufsgruppen. Da die meisten internationalen Organisationen nicht mehr in Syrien tätig waren, waren die "Weißhelme" oft die einzige Hilfe für Zivilisten, wenn wieder Bomben fielen. Sie alle hatten die Wahl: zur Waffe zu greifen, sich zurückzuziehen oder gar zu fliehen. Aber sie entschieden sich, zu bleiben und für ein Stück Menschlichkeit zu sorgen: die letzten Helfer von Aleppo.

Eine Ode an Mut und Barmherzigkeit

Mit den ehrenamtlichen Helfern der "Weißhelme" erlebt das Filmteam über einen Zeitraum von fast zwei Jahren den harten Alltag, die Angst, den Tod und die tägliche Bedrohung in den Straßen Aleppos. Sie kämpfen um ein Stück Menschlichkeit dort, wo der Krieg zur Normalität wurde. Mit einem strikten Cinema-Verité-Ansatz weben der syrische Filmemacher Feras Fayyad (Buch und Regie) und sein dänischer Cutter Steen Johannessen ein Patchwork aus eindrucksvollen Momenten, das sich wie eine klassische Tragödie entfaltet. Ein Porträt von Helden wider Willen, eine Ode an Mut und Barmherzigkeit. Der Film ist entstanden in Zusammenarbeit mit dem Aleppo Media Center (AMC), deren Mitglieder die Zerstörung der Stadt mit Handys und kleinen Kameras festgehalten und ins Internet gestellt haben, um die Welt darauf aufmerksam zu machen, was in Aleppo geschieht.

Katholischer Medienpreis und weitere Auszeichnungen

"Die letzten Männer von Aleppo" (Originaltitel: "Last Men in Aleppo") ist vielfach preisgekrönt. Am Donnerstag gibt es gleich noch eine Auszeichnung: den Katholischen Medienpreis 2018 in der Kategorie Elektronische Medien für den syrischen Filmemacher Feras Fayyad und die ARTE-Beauftragte Dr. Gudrun Hanke-El Ghomri (SWR). Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Der Film war in diesem Jahr auch für den Oscar nominiert. Er hat u. a. im Januar 2017 den Preis für den besten Dokumentarfilm im Wettbewerb "World Cinema Documentary" beim renommierten internationalen Sundance Film Festival gewonnen. Die Freiwilligenorganisation "White Helmets" wurde 2016 für den Friedensnobelpreis nominiert und mit dem alternativen Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Produktion

"Die letzten Männer von Aleppo" ist eine Koproduktion von SWR und ARTE mit der Kloos & Co. Medien, Larm Film, Kopenhagen nu und Aleppo Media Center mit DR TV, NKR&YLE. Mit Unterstützung des Danish Film Institute, DANIDA, Nordisk Film & TV Fond, AFAC, Cinereach, Idfa Bertha Foundation, Sundance Institute, Open Society Foundations, JustFilms, IMS. Buch und Regie: Feras Fayyad, Schnitt: Steen Johannessen, Redaktion SWR/ARTE: Gudrun Hanke-El Ghomri, Bernd Seidl. Länge: 104 Minuten (Festivalfassung), 90 Minuten (TV-Fassung). Sendetermine waren am 2. August 2017 um 23 Uhr im Ersten und am 9. November 2017 um 23:45 Uhr im SWR Fernsehen.

Fotos unter www.ARD-Foto.de

Informationen auch http://ots.de/bHhygO

Pressekontakt:

Daniela Kress, Tel. 07221 929 23800, daniela.kress@SWR.de

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