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"Nachtcafé: Wenn mir Unrecht geschieht"

SÜDWESTRUNDFUNK Nachtcafé - Die SWR Talkshow - Gäste bei Michael Steinbrecher jeweils freitags um 22:00 Uhr im SWR Fernsehen. Michael Steinbrecher im Gespräch mit seinen Gästen. © SWR/Alexander Kluge, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit... mehr

Baden-Baden (ots) - Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Nadia Nischk, die als Sachbearbeiterin Sozialbetrug aufdeckte und schließlich ihren Job verlor / Freitag, 15. Juni 2018, 22 Uhr, SWR Fernsehen

Ob unschuldig im Gefängnis oder vom Geschäftspartner in die Pleite getrieben - das Gefühl von Gerechtigkeit ist tief im Menschen verankert. Zu erfahren, dass man für die Fehler anderer Menschen büßen muss, macht wütend und löst in manchen Fällen sogar den Wunsch nach Vergeltung aus. Wer Missstände oder Verfehlungen öffentlich macht und dabei seinen Arbeitgeber ins schlechte Licht rückt, begibt sich schnell auf dünnes Eis - so auch eine Behörden-Mitarbeiterin, die Sozialbetrug im großen Stil aufdeckte und schließlich ihren Job verlor. Unrecht trifft viele Menschen: Ob ein Unfallopfer, das jahrelang in die Versicherung einbezahlt hat und nach einem endlosen Rechtsstreit dennoch leer ausgeht oder ein Missbrauchsopfer, das seinen Peiniger wegen Mangels an Beweisen straffrei aus dem Gerichtssaal laufen sieht. Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im "Nachtcafé: Wenn mir Unrecht geschieht" am Freitag, 15. Juni, 22 Uhr, im SWR Fernsehen.

Die Gäste im "Nachtcafé":

Nadia Nischk deckte als Sachbearbeiterin Sozialbetrug auf und verlor schließlich ihren Job Als der Sachbearbeiterin Nadia Nischk auffiel, dass Asylbewerber unter mehreren falschen Identitäten Sozialleistungen bezogen, schlug sie in der Braunschweiger Behörde Alarm. Doch anstatt ihren Hinweisen nachzugehen, wurde vertuscht, so Nadia Nischk. Daraufhin gab sie 300 Verdachtsfälle an die Polizei weiter - und wurde von ihrem Job freigestellt: "Wenn wir nicht alle gemeinsam gegen Unrecht aufstehen, wird sich nie etwas verändern. Was da passiert ist, ist eine schreiende Ungerechtigkeit."

Kim Jung saß mehrere Jahre in Haft und sieht sich als Justizopfer Als die eigenen Kollegen vor Kim Jungs Haustür standen und ihn ins Revier mitnahmen, glaubte er zuerst an eine Verwechslung. Dem damaligen Polizisten wurde vorgeworfen, einen Getränkemarkt überfallen zu haben - Kim Jung beteuerte seine Unschuld. Im anschließenden Prozess wurde er wegen schweren Raubes zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt: "Ich bin vor Gericht regelrecht zusammengebrochen." Bis heute sieht er sich als Justizopfer und kämpft für ein Wiederaufnahmeverfahren.

Ulrike Poppe war als Brandenburgs Aufarbeitungsbeauftragte für DDR-Unrecht tätig Sieben Jahre war Ulrike Poppe Brandenburgs Aufarbeitungsbeauftragte für DDR-Unrecht. Auch sie selbst bekam damals die Willkür der kommunistischen Diktatur zu spüren. Als Bürgerrechtlerin und Friedensaktivistin wurde sie von der Stasi bespitzelt und saß im berüchtigten Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen: "Aus Gründen des Machterhalts gab es massenhaft staatliches Unrecht. Schnell geriet man als kritisch denkender Bürger ins Visier der Staatssicherheit."

Christina Krüsi erlebte in ihrer Kindheit brutalen Missbrauch Aufgewachsen in einer freikirchlichen Gemeinschaft wurde Christina Krüsi bereits als kleines Mädchen regelmäßig von Missionaren auf brutalste Weise vergewaltigt. "Bis ich elf war, wurde ich von einem Mann zum anderen weitergegeben. Das war ein gut organisiertes System." Dies alles geschah, so wurde es von den pädophilen Tätern gerechtfertigt, "im Namen Gottes". Auch Krüsis fromme Eltern wussten wohl davon, sahen aber weg und schwiegen.

Dr. Raphael Bonelli ist als Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin tätig Schuld, Unrecht und Verdrängung sind die Schwerpunktthemen von Dr. Raphael Bonelli. Die Praxis des Psychiaters ist voll mit Patienten, denen schweres Unrecht widerfahren ist. Zu ihm kommen aber auch viele Menschen, die die Schuld immer nur bei anderen suchen und förmlich daran verbittern: "Gefährlich wird es, wenn es Opfern nicht gelingt, angemessen mit erlittenem Unrecht umzugehen. Manchmal ist es klüger, ein Kapitel hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken, um nicht ein Leben lang in der Opferrolle zu verharren."

"Nachtcafé" - anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe Das "Nachtcafé" ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen.

"Nachtcafé: Wenn mir Unrecht geschieht" am Freitag, 15. Juni 2018, 22 Uhr im SWR Fernsehen

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