SWR - Südwestrundfunk

Mehr Beiß-Attacken - zu lasche Vorschriften für Hundehaltung?
"Zur Sache Baden-Württemberg", 5.10.2017, 20:15 Uhr, SWR Fernsehen in Baden-Württemberg

Mehr Beiß-Attacken im Land - zu lasche Vorschriften für Pitbull und Dackel? Bei einer Anzahl von rund acht Millionen Hunden in Deutschland steigt die Zahl der Hunde-Attacken auf Menschen. Ein Kangal-Hütehund hatte im Mai eine 72-jährige Rentnerin getötet. Gaffen statt helfen - wenn Neugier kriminell wird Auf Autobahnen verursachen Gaffer ...

Stuttgart (ots) - Clemens Bratzler moderiert das landespolitische Magazin des Südwestrundfunks (SWR).

Zu den geplanten Themen der Sendung gehören:

Gaffen statt helfen - wenn Neugier kriminell wird Auf Autobahnen verursachen Gaffer lange Staus. Sie behindern Rettungskräfte und filmen den Unfall, anstatt den Notruf zu wählen oder zu helfen. In Baden-Baden stand ein offenbar suizidgefährdeter Mann auf einem Hausdach. Schaulustige feuerten ihn an, zu springen. Das Smartphone hatten viele schon gezückt. Bei Gaffern, so der Freiburger Psychologe Jürgen Bengel, setzt offensichtlich das moralische und rechtliche Empfinden aus. Es sei ihnen anscheinend nicht bewusst, dass ihr Handeln verwerflich sein könnte und dass dieses Verhalten strafbar ist. Es wird mit hohen Strafen geahndet. Gast im Studio ist Jürgen Bengel, Professor für Psychologie an der Universität Freiburg.

Vor Ort in Ludwigsburg - wie Gaffer Einsatzkräfte behindern

SWR-Reporterin Alix Koch ist bei einer Feuerwehrübung in Ludwigsburg dabei: Unfall auf der B27. Drei Schwerverletzte. Die Übung soll realistisch sein. In der Notsituation muss jeder Handgriff sitzen. Jede Ablenkung stört, es zählt jede Minute. Schon nach kurzer Zeit sieht Alix Koch die ersten Autofahrer, die per Handy aus dem Auto heraus filmen. Wer sich ertappt fühlt, zieht es schnell weg. "Gaffer sind für uns oft ein zusätzlicher Stress", beschreibt Kreisbrandmeister Andy Dorroch die Situation. "Das sind die Momente, die auch für uns richtig gefährlich werden können", klagt ein Rettungsassistent. "In dem Moment haben die Fahrer nicht die volle Kontrolle über ihr Auto." Zur Realität gehört auch, dass sich Gaffer bis auf wenige Meter heranwagen und womöglich anfangen zu diskutieren. "So eine Situation kann ich nicht in der Feuerwache üben", so Kreisbrandmeister Andy Dorroch.

Mehr Beiß-Attacken im Land - zu lasche Vorschriften für Pitbull und Dackel?

Bei einer Anzahl von rund acht Millionen Hunden in Deutschland steigt die Zahl der Hunde-Attacken auf Menschen. Ein Kangal-Hütehund hatte im Mai eine 72-jährige Rentnerin getötet. In Baden-Württemberg gilt diese Hundeart nicht als Kampfhund. Hierzuland kann ein Kampfhundebesitzer seinen Hund über einen sogenannten Wesenstest als ungefährlich einstufen lassen. In anderen Bundesländern reicht das nicht, die Besitzer müssen auch nachweisen, dass sie einen solchen Hund richtig halten können. Und was ist mit Schäferhund, Dackel, Labrador und Co.? Auch sie können Menschen gefährden. Die Landestierschutzbeauftragte fordert einen Pflichttest für alle Hundehalter.

Straßenreinigung - Müllwegwerfer kommen Städte teuer zu stehen

Viele lassen ihren Müll fallen, wo sie gerade gehen und stehen. Die Städte rüsten auf: mehr Reinigungskräfte, mehr Kehrmaschinen, Millionen-Budgets für die Straßenreinigung. Vor zehn Jahren waren in Freiburg noch sechs Kehrmaschinen am Start, inzwischen sind es 17. Was die Maschinen nicht schaffen, sammeln die Müllwerker von Hand auf. "Vollkasko-Mentalität" nennt der Chef der Abfallwirtschaft das Verhalten vieler Mitbürger(innen). Und es wird immer schlimmer. Die Kommunen kommt das teuer zu stehen. In Freiburg kostet das Reinigen von Straßen und Plätzen mit 5,6 Millionen Euro im Jahr rund 1,5 Millionen Euro mehr als noch vor zehn Jahren. Bezahlt werden muss der Aufwand von allen.

Altersarmut - was bleibt noch vom Lebensabend?

Ein Großteil der Rentner ist gut abgesichert, kann seinen Lebensabend genießen. Aber im unteren Einkommensbereich gibt es eine wachsende Gruppe von Ruheständlern, die ihren Lebensunterhalt nicht mehr allein bestreiten kann. Seit 2003 hat sich die Zahl derer, die auf die sogenannte "Grundsicherung" angewiesen sind, eine Art Hartz IV für Rentner(innen), verdoppelt. Wer in seinem Berufsleben arm ist, obwohl er Vollzeit arbeitet, hat es auch als Rentner(in) schwer. So muss eine Rentnerin in Stuttgart, nach Abzug aller laufenden Kosten, von etwa 150 Euro im Monat leben.

Koalitionsstreit - Fahrverbote entzweien Grün-Schwarz

Vier Wochen hatte die grün-schwarze Landesregierung Zeit, eine gemeinsame Haltung zum Stuttgarter Fahrverbotsurteil zu finden. Die CDU wollte Fahrverbote vermeiden, die Grünen wollten sie in Kauf nehmen. Zuletzt fiel die CDU unter Innenminister Thomas Strobl mit einer Forderung nach einer Berufung auf - damit hätten Fahrverbote noch verhindert beziehungsweise aufgeschoben werden können. Doch Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich kurz vor Fristende nun mit einem Kompromiss durchgesetzt: Das Bundesverwaltungsgericht soll mit einer sogenannten Sprungrevision das Urteil prüfen. Ein deutlicher Rückschlag für Strobl - und ein Dämpfer für einen Teil der Grünen, die möglichst schnell Fahrverbote umsetzen wollten. Was bedeutet der Koalitionsstreit für die grün-schwarze Regierung im Land - und für eine mögliche Jamaika-Koalition im Bund?

"Zur Sache Baden-Württemberg"

Das SWR Politikmagazin "Zur Sache Baden-Württemberg" mit Clemens Bratzler berichtet über die Themen, die das Land bewegen. Vor-Ort-Reportagen, Hintergrundfilme, Studiointerviews und Satirebeiträge lassen politische Zusammenhänge verständlich werden. In der "Wohnzimmer-Konferenz" diskutieren jeden Donnerstag drei Baden-Württemberger/innen via Webcam von ihrem Wohnzimmer aus live über aktuelle politische Themen. Das letzte Wort bleibt dem Ministerpräsidenten des Landes vorbehalten - computeranimiert und mit der Stimme des SWR3 Comedychefs Andreas Müller.

Zitate mit Quellenangabe "Zur Sache Baden-Württemberg" frei.

Informationen unter www.SWR.de/zur-sache-baden-wuerttemberg.

Mediathek: Nach der Ausstrahlung sind die Sendung und deren einzelne Beiträge unter www.SWRmediathek.de und unter www.SWR.de/zur-sache-baden-wuerttemberg zu sehen.

Pressefotos bei www.ARD-foto.de.

Pressekontakt:

Katja Matschinski, Telefon 0711 929 11063, katja.matschinski@SWR.de

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