SWR - Südwestrundfunk

Erstes Deutsches Fernsehen
Mittwoch, 17. Juli 2002
23.00 - 0.30 Uhr - Der Dokumentarfilm
Ein Kind aus der Ferne
Ein Film von Caroline Goldie

    Baden-Baden (ots) - Die Zahl der Ehepaare, die sich vergeblich Kinder wünschen, steigt. Daran ändert selbst die moderne Medizintechnik nichts. Ein Ausweg ist die Adoption eines Kindes. Doch es gibt viel mehr Paare, die ein Kind adoptieren wollen, als Kinder, die zur Adoption frei gegeben werden. 20.000 Eltern warten in Deutschland auf die Vermittlung eines Kindes. Die Adoption im Ausland ist oft die letzte Chance.          Caroline Goldie (Regie) und Johann Feindt (Kamera) haben über Monate deutsche Elternpaare auf dem Weg zu ihrem neuen Kind begleitet.          Ute und Bernhard Boos aus Emmelshausen im Hunsrück, Ruth und Thomas Linke aus Rümmelsheim in der Pfalz und Barbara und Harry Hauschild aus Künzell bei Fulda haben sich schon vor längerer Zeit zur Adoption entschieden.          Etliche bürokratische Hürden galt es zu nehmen: Vom Gesundheits-Attest bis zu Grundriss und Größe der Wohnung in Quadratmetern will die Familienfürsorge, will das Ausländeramt alles wissen, bevor eine Zustimmung erteilt wird. So lange heißt es warten - und träumen vom eigenen Kind. Dann endlich der Anruf aus Frankfurt: Frau Katz-Heieck, Mitarbeiterin einer Vermittlungsstelle für Kinder aus Kolumbien, ist die Überbringerin der freudigen Botschaften. Nach Jahren der Ungewissheit hat es geklappt. Auf Familie Linke wartet Santiago, genannt Santi, auf Harry und Barbara Hauschild der kleine José, und Ute und Bernhard Boos mit Tochter Miriam können sich auf Angie-Carolina freuen.

    In Kolumbien kann Cecilia, die Pflegemutter des kleinen José, ihre
Tränen kaum unterdrücken, als sie der staatlichen kolumbianischen
Fürsorge den Jungen übergibt. Ein paar Zimmer weiter warten die
Hauschilds auf José. Bisher kennen sie ihren künftigen Sohn nur von
einem Foto. Pflegemütter und Neueltern werden sich nicht
kennenlernen. Die erste Begegnung mit dem Adoptivkind ist ein
magischer und spannungsgeladener Moment. Die Kamera ist immer
unaufdringlich und doch nah dabei. Sie hält die großen Gefühle
genauso fest wie die ersten gemeinsamen Alltags-Erlebnisse der Kinder
mit ihren neuen Eltern.
    
    Ein paar Wochen später entdeckt José in Fulda den Schnee. Stolz
zeigen José und sein neuer Vater Harry Hauschild, welche Fortschritte
der Junge bereits nach wenigen gemeinsamen Wochen beim Sprechen
gemacht hat.
    
    Ein Film mit dreifachem "Happy End" - der dennoch die Frage offen
lässt: Warum müssen die Kinder ihr Land und ihre Kultur verlassen, um
eine Chance auf ein glückliches Leben zu haben?
    
    
ots Originaltext: SWR
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