SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Dienstag, 25. Juni 2002 (Woche 26) / Programmhinweise von Dienstag, 25. Juni (Woche 26) bis Dienstag, 2. Juli (Woche 27)

    Baden-Baden (ots) -

    21.45 Blickpunkt Europa

    Moderation: Ute Brucker

    Die Themen:

    Festung Dänemark - Die Rechts-Regierung in Kopenhagen verschärft das Ausländerrecht: Am 1. Juli übernimmt Dänemark den turnusgemäßen Vorsitz in der EU. Am 1. Juli tritt auch das neue Ausländerrecht in Dänemark in Kraft. Und das lässt an deutlicher Warnung an alle Ausländer nichts zu wünschen übrig. Eher zu fürchten. Denn das Ausländerrecht wird deutlich verschärft, ein Erfolg der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei. Die Familienzusammenführung zum Beispiel wird erschwert. Asylbewerber unter 24 Jahren dürfen in Dänemark nicht mehr heiraten, sie müssen genug Eigenkapital vorweisen, dürfen Mietverträge nur noch bis zu zwei Jahren Dauer abschließen. Händeringend suchen gemischt-nationale Ehepaare in Dänemark derzeit nach einer neuen Bleibe, viele wollen nach Schweden ausweichen.

    Sanftes Wandern - 2002 ist das "Jahr des Ökotourismus" der UNO: Früher waren Ökotouristen meist ernste Menschen mit Sandalen und chemiefreiem Rucksack, die mit erhobenem Zeigefinger aus der selbst verfassten Bibel "Besser reisen" dozierten. Seit geraumer Zeit ist Ökotourismus aber auch ein Wirtschaftszweig, und dieses Jahr ist sogar das von der UNO ausgerufene "Jahr des Ökotourismus". Immer mehr Angebote in immer mehr Ländern führen nach Ansicht von Befürwortern zu einem ökologischen Umdenken beim Reisen, nach Ansicht von Kritikern dazu, dass nun auch die letzten Naturparadiese von Touristen bevölkert werden. Zum Beispiel die piemontesischen Alpen, ein vergessenes Stück Europas. Hier veranstaltet der deutsche Philosophie-Professor Gerhard Fitzthum Wanderungen mit Bodenhaftung.

    Hauptstadt der 'Squatter' - Im konservativen Genf hat sich die Hausbesetzer-Szene etabliert: Das Establishment scheint zu Genf zu gehören wie der Eiffelturm zu Paris oder die Sachertorte zu Wien. Establishment in Genf heißt Geld, Banken, Diplomatie. Etabliert zu sein, bedeutet aber in Genf offenbar so viel, dass selbst die Randgruppen der Gesellschaft danach streben, etabliert zu sein. Die Hausbesetzer zum Beispiel, 'Squatter' nennen sie sich selber. Nirgendwo sonst in Europa gibt es so viele wie im calvinistisch geprägten Genf, selten werden sie vom Genfer Etablishment aber auch so sehr geduldet und  verstanden. Grund ist das Mitleid mit den Wohnung Suchenden, der horrenden Mietpreise wegen. Die Polizei, so heißt es, räumt nur, wenn dies "konfliktfrei" möglich ist. Jetzt steht eine Räumung bevor: das traditionsreiche Besetzerhaus "Rhino" soll verkauft werden.

    Das japanische Eton - Die "Rikkyo School", die beste japanische Schule außerhalb Japans: Rudgewick, Grafschaft West Sussex, England. Man mag sich zunächst einmal gar nicht vorstellen, wie "Rudgewick" von Japanern ausgesprochen wird. Wenn man es mal gehört hat, schämt man sich für das Vorurteil. In Rudgewick nämlich gibt es japanische Eliteschüler. Allesamt besuchen sie die "Rikkyo School", die beste japanische Schule außerhalb Japans. Japan hat in der PISA-Studie vor allem in Mathematik und in Naturwissenschaften hervorragend abgeschnitten. Seit 1972 besteht die "Rikkyo School", 20 bis 30 Absolventen gibt es jedes Jahr, zwei bis drei sind jährlich so gut, dass sie den Sprung auf die elitäre "Todai"-Universität in Tokio schaffen. Das schafft selbst auf Schulen in Japan meist nur einer pro Jahrgang. Die beiden 15-jährigen Mädchen Kana Yamada und Yucca Nakaura zum Beispiel sind nur wegen des guten Rufes der Schule hier.

    Montag, 1. Juli 2002  (Woche 27)/24.06.2002

    20.15 Infomarkt - Marktinfo

    Moderation: Sabine Hampel und Stephan Schlentrich

    Die Themen:     Auslandskrankenschein - Muster ohne Wert?     Handwerker-Notdienste - Hilfe zu Wucherpreisen     Fahrradträger - Gefährlicher Transport auf dem Autodach

    Montag, 1. Juli 2002  (Woche 27)/24.06.2002

    Nachgeliefertes Thema beachten!

    21.00 Teleglobus     Die Karawane der Verzweifelten     Schwarze Immigranten aus dem Niger     Eine Reportage von Jürgen Hansen und Simone Stripp

    Im vergangenen Jahr versuchten schätzungsweise 50.000 Immigranten von Agadez im Norden Nigers, die Sahara in Richtung Libyen und Algerien zu durchqueren. Gut die Hälfte von ihnen will nach Europa, denn die wirtschaftliche Lage in ihren Heimatländern in Westafrika ist katastrophal. In ihrer Reportage schildern Jürgen Hansen und Simone Stripp, wie Schleuser in Agadez die gefährlichen Reisen durch die Sahara organisieren und gut daran verdienen. Auf den Ladeflächen ihrer Lastwagen werden über 120 Menschen zusammengequetscht. Sie müssen die glühende Hitze und eisige Wüstennächte für vier bis fünf Tage aushalten, die ein LKW normalerweise für die 700 Kilometer bis in die Nähe der libyschen Grenze benötigt. Aber die Strecke ist gefährlich. Im Mai letzten Jahres hatte ein LKW eine Panne, 90 Immigranten verdursteten in der Wüste. Das Filmteam konnte Immigranten auf ihrer gefährlichen Reise durch die Wüste begleiten, wurde jedoch an einem Kontrollpunkt von der Gendarmerie festgenommen. Später war zu erfahren, dass Schleuser offensichtlich hohe Provinz-Beamte bestochen hatten, um weitere Recherchen und Dreharbeiten zu verhindern. Denn viele verdienen an dem Transport der Immigranten im Niger. Neben Schleusern vor allem korrupte Ordnungskräfte, die Bestechungsgelder kassieren.

    Dienstag, 2. Juli 2002  (Woche 27)/24.06.2002

    Nachgeliefertes Thema beachten!

    05.30 Teleglobus (WH)     Die Karawane der Verzweifelten     Schwarze Immigranten aus dem Niger

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