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22.05.2002 – 17:46

SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Nachtkultur, Freitag, 24. Mai 2002 um 23.15 Uhr (Woche 21)

Baden-Baden (ots)

23.15   Nachtkultur
           Moderation: Markus Brock
Die Themen:
Ich, Romy - Erinnerungen an einen Mythos: Sie war eine der
faszinierendsten Schauspielerinnen, deren Schicksal auch 20 Jahre
nach ihrem Tod noch Millionen bewegt. Romy Schneider, 1938 in Wien
geboren und nur 43 Jahre später in Paris gestorben, war für die
meisten Deutschen das ewige "süße Mädel" und für den Rest der Welt
eine große Charakterdarstellerin. Auf alle Fälle war sie ein
Weltstar. Mit 21 entfloh sie dem deutschen Sissi-Image, zog nach
Frankreich, wo sie ihr schauspielerisches Talent unter namhaften
Regisseuren wie Luchino Visconti, Orson Welles oder Claude Sautet
voll entfalten konnte. Neben dem beruflichen Erfolg war ihr
Privatleben immer wieder von Schicksalsschlägen überschattet. Ihr
erster Mann Harry Meyen nahm sich 1979 das Leben, ihr Sohn David
starb 1981 an den Folgen eines tragischen Unfalls. Am 29. Mai ist ihr
20. Todestag. Lars Friedrich erinnert an die legendäre
Schauspielerin.
Vorsicht, Hildebrandt! - Geburtstag eines Kabarettisten: Der Name
Dieter Hildebrandt steht für intelligentes und scharfzüngiges
Kabarett. Seit 1980 präsentiert er im Ersten den "Scheibenwischer".
Die dienstälteste Kabarettsendung wird acht Mal pro Jahr ausgestrahlt
und ist ein Klassiker im Deutschen Fernsehen. Hildebrandts
kabarettistische Karriere begann 1956 mit der Gründung der "Münchner
Lach- und Schießgesellschaft", die vor allem mit ihren jährlichen
Beiträgen zur Lage der Nation erfolgreich war. Im Fernsehen wurde er
ab 1972 mit "Notizen aus der Provinz" bekannt. Die regelmäßig von
Protesten aus den Unionsparteien begleitete TV-Serie wurde im
Wahljahr 1980 nach 66 Folgen eingestellt. Für Dieter Hildebrandt
bedeutete dies das Ende beim ZDF und der Neuanfang mit dem
"Scheibenwischer" beim SFB. Nebenbei macht er aber auch als
Schauspieler eine gute Figur. Beispielsweise in der ARD-Serie "Kir
Royal" oder in Gerhard Polts Filmsatire "Kehr aus". Jetzt wird Dieter
Hildebrandt 75 Jahre alt. Sabine Willkop gratuliert.
Germany, 12 Points - Betrachtungen zum Grand Prix: Ob und wie oft
Corinna May beim diesjährigen Grand Prix Eurovision mit ihrem Titel
"I Can't Live Without Music" für Deutschland die optimale Punktezahl
erhalten wird, entscheidet sich am kommenden Samstag im estländischen
Tallinn. Seit 1956 gibt es den Song-Contest, der damals ins Leben
gerufen wurde, um das Medium Fernsehen populärer zu machen. Manche
Traumkarriere nahm durch ihn seinen Anfang, beispielsweise die der
schwedischen Gruppe ABBA, die 1974 mit dem Titel "Waterloo" auf dem
Siegertreppchen stand. Diese und andere Geschichten kann man jetzt
nachlesen. Der Grand-Prix-Fan Jan Feddersen hat alles Wissenswerte
über das Schlagerfestival auf rund 430 Seiten zusammengefasst und in
dem Buch "Ein Lied kann eine Brücke sein" veröffentlicht. Mit dem
gleichnamigen Lied musste Joy Flemming übrigens 1975 eine herbe
Niederlage einstecken. Sie wurde damals nur 17. Neben dem offiziellen
Wettbewerb findet zeitgleich erstmals der Grand Prix der Vögel statt,
der "Bird Eurovision 2002". Für Deutschland geht der Zaunkönig an den
Start. Harold Woetzel mit nicht ganz ernst gemeinten Betrachtungen
über die 46-jährige Geschichte des Grand Prix.
Kunstkrimi Fürstenberg - Spurensuche in "national wertvollem
Kulturgut": 150 Jahre lang war die Kunstsammlung Fürstenberg im
"Karlsbau" in der Nähe des Donaueschinger Schlosses zu Hause. Jetzt
mussten die Meisterwerke, die zu einer der bedeutendsten
Privatsammlungen gehören, für zeitgenössische Kunst Platz machen.
Aufgrund sinkender Besucherzahlen wurden die 74 Tafeln altdeutscher
und schweizerischer Malerei aus dem 15. und 16. Jahrhundert
ausgelagert. Unter dem Titel "An der Schwelle zum 21. Jahrhundert -
die Pisces Collection" werden in Donaueschingen ab 8. Juni statt
Lucas Cranach und Hans Holbein unter anderen Arbeiten von Cindy
Sherman, Rosemarie Trockel und Andreas Gursky zu sehen sein. Was aber
wird aus der erlesenen Sammlung? 26 Tafelbilder, die im
Gesamtverzeichnis des "national wertvollen Kulturguts" stehen, sind
nach Stuttgart gewandert, um künftig in der Staatsgalerie präsent zu
sein. Darunter die gemalte Leidensgeschichte Christi und der
"Falkensteiner Altar". Und was passiert mit den restlichen Tafeln,
die sich noch im Depot befinden? Rudij Bergmann hat sich auf die Spur
der wertvollen Sammlung begeben. Er war in der Stuttgarter
Staatsgalerie und hat im Haus Fürstenberg in Donaueschingen die
"Nachfolgeausstellung" besucht.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, 
Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

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