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Südwestrundfunk (SWR): SWR ließ Wirkung von Spezial-Putzmitteln wissenschaftlich untersuchen: "Antibakterielle Haushaltsprodukte nur Augenwischerei"

    Baden-Baden (ots) -

    Ergebnisse in 50-jähriger Reihe "Zeichen der Zeit" am 2. April im Südwestfernsehen

    Sogenannte hochwirksame, antibakterielle
Haushaltsreiniger säubern nicht besser als herkömmliche Mittel und
können die Gefahr allergischer Reaktionen steigern. Zu diesem
Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Untersuchung aus Freiburg, die
der SWR für eine Dokumentation im Südwestfernsehen in Auftrag gegeben
hat. Hierin hat das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene
des Universitätsklinikums Freiburg die Wirkung desinfizierender und
antibakterieller Haushaltsreiniger wissenschaftlich getestet und mit
herkömmlichen Produkten verglichen. Institutsleiter Professor Franz
Daschner kam mit einem Test zu dem Ergebnis, dass die teureren
antibakteriellen oder desinfizierenden Putzmittel "pure
Augenwischerei" seien. Das Resultat widerspreche den Werbeaussagen
der chemischen Industrie, die mit immer neuen "Bakterienkillern" eine
perfekte Hygiene im Haushalt suggeriere. In der Fernsehdokumentation
"Porentief rein - Wie viel Dreck braucht der Mensch?" aus der Reihe
"Zeichen der Zeit" werden die Ergebnisse dieses Freiburger Tests am
Dienstag, 2. April 2002, um 22.15 im Südwestfernsehen vorgestellt.
Der Sendetitel "Zeichen der Zeit" begeht mit dieser Sendung sein
50-jähriges Bestehen. Ursprünglich im Hörfunk verwendet geht der
Reihenname auf einen Vorschlag des Schriftstellers Martin Walser
zurück, der zu dieser Zeit beim damaligen Süddeutschen Rundfunk(SDR)
beschäftigt war.
    
    In dem Test für dieses Jubiläums-Zeitzeichen wurden drei Stellen
mit der gleichen Anzahl von krankmachenden Keimen verschmutzt.
Jeweils ein antibakterieller, ein desinfizierender und ein
konventioneller Haushaltsreiniger wurden nach den Herstellerangaben
mit Wasser verdünnt. Eine Mitarbeiterin, die nicht wusste, welches
Mittel sie verwendet (so sollte verhindert werden, dass sie womöglich
bei einem Mittel mehr Kraft anwendet als bei einem anderen), putzte
jede Stelle mit einem anderen Reiniger. Unmittelbar nach dem Wischen
und nach vier Stunden wurde die Keimzahl gemessen. Dann kamen die
"Abklatsche", also die Nährlösung, mit der man die Keime messen kann,
in den Brutschrank und wurden bei 37 Grad Celsius bebrütet. Nach zwei
Tagen konnte man sehen, ob und wie sich die Keime vermehrt haben. Das
verblüffende Ergebnis war, dass nach dem Reinigen bei allen drei
Mitteln genau die gleiche geringe Keimzahl vorlag. Der herkömmliche
Haushaltsreiniger beseitigte selbst krank machende Keime genauso gut
wie ein desinfizierendes oder antibakterielles Putzmittel. Nach vier
Stunden waren an allen drei Stellen wieder ganz normale und nicht
krank machende Keime zu finden. Das Freiburger Institut hält danach
fest, , dass es keinen Unterschied zu konventionellen Putzmitteln
gebe. Lediglich die Industrie habe ein Interesse, den Verbrauchern
mit teuren Werbekampagnen diesen einzureden.
    
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von Prof. Franz Daschner in Download-Qualität unter www.ard-foto.de.
    
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