SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Montag, 11. März 2002 (Woche 11)

    Baden-Baden (ots) -      

    22.15 Saldo
              Moderation: Tilman Achtnich
    
    u.a. mit folgenden Themen:
    
    Flowtex - Die Chronik eines angekündigten Milliardenbetruges
    Der zweite Flowtex-Prozess geht am 12. März zu Ende. Die
Flowtex-Bosse sitzen hinter  Gittern. Die  möglichen Helfershelfer
in den Behörden und Amtsstuben dagegen stehen bis heute nicht vor
Gericht.  Seit über einem Jahrzehnt hatte es Dutzende Hinweise auf
die krummen Geschäfte des Manfred Schmider gegeben. Der größte
Betrugsfall in der deutschen Wirtschaftsgeschichte, ein
Milliardenbetrug  mit Ankündigung. Doch immer wieder wurden die
Verfahren eingestellt. Lagen die Behörden im Dornröschenschlaf oder
gab es "schützende Hände" in der Landesregierung,  deren Minister
sich noch wenige Monate bevor der Milliardenschwindel endlich
aufflog, auf Kosten des Betrügers amüsieren durften?
    
    Seniorenfalle - Droht der Altenpflege das Geld auszugehen?
    Jung, dynamisch, erfolgreich: Ein auslaufendes Modell. Langsam,
aber gewaltig rollt ein neuer Typ auf uns zu: Alt, dement, teuer.
Laufen wir sehenden Auges in die Altersfalle? Im Jahr 2010 wird jeder
vierte Bundesbürger über 60 sein, im Jahr 2030 sogar jeder dritte.
Immer weniger Beitragszahler müssen für immer mehr Pflegebedürftige
zahlen.  Die Politik tut sich mit der Erhöhung der Beitragssätze
schwer. Experten sprechen bereits von einer schleichenden Abschaffung
der Pflegeversicherung. Komplettlösungen sehen sie keine, höchstens
Konzepte in Teilbereichen.
    
    Heimliche Macher - Immer mehr Markenprodukte kommen von namenlosen
Herstellern

    Ob Handies, Drucker oder PC, sie alle sind meist mit dem Logo einer bekannten Markenfirma versehen. Das heißt aber nicht, dass sie von dieser Firma auch produziert wurden. Das Geschäft mit der Auftragsfertigung boomt und hat die IT-Branche bereits komplett umgekrempelt. Ericsson etwa fertigt kein einziges Handy  mehr selbst. Auftragsfertiger  wie Solectron oder Flextronics kaufen ganze Fabriken und produzieren nicht selten die selben Produkte für unterschiedliche Markenfirmen. Die Folge im Bereich elektronischer Massenware: eine noch nie dagewesene Standardisierung der Produkte. Die aber unterscheiden sich letztlich nur noch durch ein anderes Design und einen anderen Namen voneinander.

    Elektroschock - Wie die Elektrokonzerne auf der Leitung stehen     "Mix it Baby" dröhnte E.on, und Yello gab dem Strom eine Farbe. Doch "Nix is Baby" heißt es heute bei E.on, und die Zukunft sieht für Yello eher schwarz aus.  Gerade mal tausend neue Kunden soll E.on mit der teuren Kampagne um Arnold  Schwarzenegger gewonnen haben, und Yello hat bis heute gerade mal die Hälfte  der anvisierten Kundenzahl zur Rentabilität erreicht. Der Stromkunde bleibt stur,  er wechselt nicht! Da helfen auch keine Billigangebote. Aus dem angekündigten Stadtwerke-Sterben  wurde eine überraschend neue Stärkung der kommunalen Unternehmen vor Ort. EnBW hat den Trend erkannt: Das Tochterunternehmen Yello schafft den Zugang zum Kunden nicht,  also kauft EnBW heute die Stadtwerke auf. Wichtig ist, der Endverbraucher wird mit dem Strom aus den teuren Kraftwerken erreicht.

    Dienstag, 12. März 2002  (Woche 11)
    
    23.00
                 Um Elf: Von der Kunst, sein Kreuz zu tragen
                 Gesprächssendung
    
    Nicht erst seit dem 11. September ist die Angst vor Leid,
Krankheit und Unglück  ein  Gefühl, das die Menschen immer stärker
bestimmt. Ratgeber sind überall präsent. In der Suche nach den
Gründen für die Angst sind sich die meisten Ratgeber einig. Worauf
aber kann man denn seine Hoffnung setzen? Spätestens hier
widersprechen sich populäre Kolumnisten, Ratgeber aller Art und
Therapeuten der verschiedenen Couleur. Zur Angst kommt Verwirrung.
"Um elf" hat  zwei  Leute eingeladen,  deren Ratschläge seit Jahren
gefragt sind: die Therapeutin und Sachbuchautorin Doris Wolf hat sich
auf die Therapie von Angst, Leid und Trauer spezialisiert. Um
Hoffnung und Trost zu geben, braucht sie Religion und Gott nicht
unbedingt. Ihr  gegenüber sitzt der Benediktinerpater Anselm grün aus
Münsterschwarzach. Er schöpft Kraft gerade aus seinem
gemeinschaftlich gelebten Glauben.

    
ots Originaltext: SWR
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