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"Der Kracher von Moskau" am 13.9. im SWR Fernsehen 45-min. Film von Tomas Grimm über das erste sowjetisch-deutsche Fußballspiel nach 1945

Baden-Baden (ots) - Es gibt nicht viele Momente in der deutschen Sportgeschichte, in denen Politik und Sport so eng verwoben waren wie bei diesem ganz besonderen Fußballspiel im Jahre 1955. Umso erstaunlicher ist, dass dieses Sensationsspiel in der öffentlichen Wahrnehmung so wenig präsent scheint. Die 45-minütige Doku "Der Kracher von Moskau", eine Koproduktion des SWR unter Federführung des RBB, wird am 13. September um 11.15 Uhr im SWR Fernsehen ausgestrahlt. (Erstausstrahlung RBB am 8. September)

Moskau, 21. August 1955: Im Dynamo Stadion findet zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges das erste Fußball-Länderspiel zwischen der sowjetischen und der westdeutschen Nationalmannschaft statt. Die amtierenden Weltmeister um Fritz Walter treffen auf sowjetische Spieler, von denen nur wenige im Westen bekannt sind. Das Spiel wird auf hohem Niveau, temporeich und sehr fair geführt. Die Begeisterung der Zuschauer über diesen spannenden, torreichen Wettkampf ist auf beiden Seiten groß. Am Ende gewinnt die Auswahl der UdSSR mit 3:2. Dass dieses Spiel überhaupt stattfindet, ist keine Selbstverständlichkeit: Es ist die Zeit des Kalten Krieges, zwischen Bonn und Moskau gibt es noch keine offiziellen Beziehungen. Die Bundesrepublik ist kurz zuvor in die NATO aufgenommen worden, die Sowjetunion hat daraufhin den Warschauer Pakt gegründet. In dieser Situation sucht der Kreml über den Sport internationale Anerkennung und lädt die Auswahl des DFB zu dem Freundschaftsspiel ein. Und der sagt zu, ohne sich mit der Bundesregierung abzusprechen. Das Spiel ist somit zum Politikum geworden, zumal Bundeskanzler Konrad Adenauer eine Einladung zu politischen Gesprächen aus Moskau für September 1955 erhalten hat.

Nach dem Spiel können alle zufrieden sein. In der DDR-Presse legt man besonderen Wert auf das Ergebnis des Spiels. Mit dem 3:2 Sieg über den Weltmeister wird die Sowjetunion zur Weltklasse erhoben. In der westlichen Presse wird das gute Spiel der deutschen Mannschaft in den Vordergrund gestellt. Auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs wird hervorgehoben, dass sich unabhängig vom Ergebnis das Verständnis zwischen den beiden Völkern verbessert hat. Was nach der Begegnung auf politischer Ebene folgt, gleicht einer Sensation: Die UdSSR und die Bundesrepublik Deutschland nehmen diplomatische Beziehungen auf, die letzten deutschen Kriegsgefangenen kommen aus den Lagern frei. In der Filmdokumentation rekonstruiert Filmemacher Thomas Grimm die Geschichte dieses ganz besonderen deutsch-russischen Sportereignisses anhand originaler Film- und Tondokumente aus der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und der Sowjetunion. Fotos zum kostenlosen Herunterladen unter ARD-foto.de. Pressekontakt: Daniela Kress, 07221 929-23800, daniela.kress@swr.de

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