SWR - Südwestrundfunk

Gruß bezeichnet Empfehlung des Ethikrats zu Stammzellenimport als "richtig und wichtig"
Designierter Vorsitzender der Max-Plank-Gesellschaft allerdings gegen Herstellung in Deutschland

    Baden-Baden (ots) - Der designierte neue Vorsitzende der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruß, hat es begrüßt, dass sich der Nationale Ethikrat mehrheitlich für den Import von Stammzellen ausgesprochen hat. Im Südwestrundfunk sagte Gruß: "Ich bin dankbar für diese Entscheidung, die sich der Ethikrat, wie ich weiß, nicht leicht gemacht hat. Ich bin der Auffassung, dass das für unsere Gesellschaft eine wichtige und richtige Entscheidung war. Es sind jetzt neue Forschungen möglich, um Therapien zu entwickeln im Sinne der regenerativen Medizin."

    Allerdings, so gab Gruß zu bedenken, bedeute die Zulassung des Stammzell-Imports noch nicht automatisch, dass den deutschen Forschern diese Stammzell-Linien aus dem Ausland ohne weiteres zur Verfügung stehen. "Viele dieser Stammzell-Linien wurden von privaten Firmen hergestellt, und diese Firmen haben auch weiterhin ein großes eigenes Interesse an diesen Zell-Linien. Insofern wird es schwer sein, sie zur freien Forschung zu bekommen."

    Gruß betonte gleichzeitig, dass er nichts davon halte, neben dem
Import auch die künstliche Erzeugung embryonaler Stammzellen in
Deutschland zuzulassen. Dies hatte heute unter anderem der Theologe
Richard Schröder gefordert, der zugleich Mitglied des Ethikrats ist.
Gruß: "Im Ausland gibt es eine Unmenge an überzähligen Embryonen aus
der In-vitro-Fertilisation, und ich glaube, dass wir mit den
Stammzell-Linien, die schon jetzt im Ausland hergestellt werden, zur
Zeit unseren Forschungsbedarf decken können. Nur wenn sich im Zuge
der anstehenden Forschungen herausstellen sollte, dass diese Zellen
nicht die Qualitätskriterien erfüllen, müsste man neu nachdenken."
    Peter Gruß wird im Juni die Nachfolge von Hubert Markl als
Präsident der Max-Planck-Gesellschaft antreten.
    
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