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Südwestrundfunk (SWR): REPORT Mainz, Montag, 26.11.2001, 21.00 Uhr im ERSTEN

    Baden-Baden (ots) -      

    REPORT MAINZ: Wirtschaft kritisiert CDU/CSU wegen Zuwanderungsblockade

    - BDI-Präsident Rogowski: "Es wäre furchtbar, daraus ein Wahlkampfthema zu machen"

    - BDA-Präsident Hundt: "Zuwanderung aus wirtschaftlichen Gründen notwendig"

    - Ex-DIHT Chef Stihl: "Wir können keine Sympathien für CDU/CSU-Position aufbringen"          Mainz: Führende Repräsentanten der deutschen Wirtschaft kritisieren den Konfrontationskurs von CDU und CSU in Sachen Zuwanderung. Im ARD-Politmagazin REPORT Mainz äußerten sich alle Vertreter der großen Wirtschaftsverbände unzufrieden über die Art und Weise, wie dieses Thema jetzt von Seiten der konservativen Parteien zum Wahlkampfthema gemacht werden soll. BDI-Präsident Michael Rogowski erklärte im REPORT-Interview: "Es wäre furchtbar, wenn das in den Wahlkampf hineingezogen werden würde, weil es dann so verbrannt wird, dass das Thema dann für längere Zeit nicht mehr realisierbar ist."

    Im gleichen Sinn äußerte sich der BDA-Präsident Dieter Hundt gegenüber REPORT Mainz: "Wir dürfen vorhandene Ängste nicht noch schüren, wir müssen klar machen, dass Zuwanderung aus wirtschaftlichen Gründen notwendig ist." Hundt führte weiter aus, dass für den deutschen Lebensstandart ausländische Fachkräfte in vielen Branchen dringend notwendig seien. Er verwies in dem Zusammenhang auf die Tatsache, dass die deutsche Industrie derzeit mehr als eine Million Arbeitsplätze wegen fehlender Fachkräfte nicht besetzen könne.

    Auch der langjährige Präsident des DIHT, Hanns-Peter Stihl, warf CDU/CSU in diesem Zusammenhang vor, eine sachfremde Politik zu verfolgen. Stihl gegenüber REPORT Mainz wörtlich: "Wir sind von Seiten der Wirtschaft viel stärker für die Position des Herrn Schily, wir sind gegen die Positionen der Grünen und können auch keine Sympathien für die Positionen der CDU aufbringen."

    Alle Vertreter der deutschen Wirtschaft erwarten offensichtlich
eine am wirtschaftlichen Bedarf orientierte Lösung der
Zuwanderungsfrage. Auch der ehemalige BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel
warnte die Union davor, mit dem Thema Wahlkampf zu machen. Er verwies
in REPORT Mainz auf die guten Erfahrungen mit der Greencard. Henkel
wörtlich: "Die Greencard-Erfahrung hat gezeigt, dass die ersten 10
000 Karten, die ausgegeben wurden, dazu geführt haben, das 22.500
Arbeitsplätze für Deutsche geschaffen werden konnten."
    
    
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