SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Freitag, 23. November 2001 (Woche 47) / (Woche 48)
(Woche 49)

    Baden-Baden (ots) -      

    21.45    Nachtcafé
                 Gäste bei Wieland Backes
                 Tod und Sterben - Vom Umgang mit einem Tabu
    
    Der Tod ist ein gesellschaftliches Tabuthema. Gestorben wird schon
lange nicht mehr daheim im Kreise der Familie, sondern zu 80 Prozent
hinter den verschlossenen Türen der Krankenhäuser. In Würde sterben,
Sterbende begleiten, Trauer zulassen - das alles setzt die
Auseinandersetzung mit dem Tod voraus. Wie gehen die Menschen mit
ihrer Sterblichkeit und mit der Angst vor dem Tod um? Welchen Trost,
welche Hilfe gibt es für diejenigen, die Angehörige verlieren? Gibt
es Möglichkeiten, sich auf den Tod vorzubereiten und die Angst zu
bewältigen? Wie viel gedanklichen Raum sollte man dem Tod einräumen?
Darüber diskutiert Wieland Backes mit seinen Gästen:
    
    Jessica Stockmann: Die Ehefrau von Tennisspieler Michael Stich
verlor ihre erste große Liebe Michael Westphal durch eine
"heimtückische Virusinfektion". Erst zehn Jahre nach seinem Tod
teilte sie der Öffentlichkeit mit, dass es sich dabei um die
tabuisierte Krankheit Aids handelte. Die unausweichliche
Auseinandersetzung mit dem Tod hat die Schauspielerin nachhaltig
geprägt. Nicht zuletzt deshalb hat die inzwischen zur
UNO-Ehrenbotschafterin ernannte Stockmann mit ihrem Ehemann eine
Stiftung gegründet, die HIV-betroffene Kinder unterstützt.

    Dieter Steuer: "Wenn die Kinder vor den Eltern sterben, dann ist die natürliche Ordnung aufgehoben." Diese Extremerfahrung musste er machen, als 1994 sein 17-jähriger Sohn an Leukämie starb. Weil er am eigenen Leib erfahren hat, welches Beratungsdefizit bei solchen Trauerfällen besteht, gründete der Familienvater den Verein "Trauernde Eltern".

    Heidelinde Weis: Nach fast 40-jähriger Ehe hat die Schauspielerin 1998 ihren Mann verloren, der nach einer Gehirnblutung zehn Jahre lang ein Pflegefall war. In dieser Zeit machte sie sich rar auf dem Bildschirm, bewältigte Kummer und Sorgen meist alleine, "denn eigentlich geht man damit ja jedem auf die Nerven". Trotz schwerer Zeiten hat sie ihre positive Einstellung nicht verloren - der Tod gehört für sie ganz selbstverständlich zum Leben dazu.

    Katja Doubek: Über den Wandel im Umgang mit dem Tabu weiß die Autorin und Psychotherapeutin Bescheid. "Wir haben ein verkorkstes Verhältnis zum Tod und Sterben", sagt sie. Der Tod werde in der heutigen Gesellschaft zunehmend aus dem Bewusstsein verdrängt. Dass die Gesellschaft aber trotz aller Tabuisierung ein bizarres Interesse am Thema hat, belegen für die Autorin des "Lexikons merkwürdiger Todesarten" auch die lustigsten Todesfälle der Welt des so genannten "Darwin Awards".

    Christopher Beyer: Er wusste genau, wann der Todestag seiner Mutter sein würde. Der 1. Oktober 1999 war der Tag, an dem Maria Ohmberger mit Hilfe der Schweizer Sterbehilfeorganisation "Dignitas" ihrem Krebsleiden ein Ende setzte. Ihre Kinder haben sie auf ihrem letzten Weg begleitet, der Sohn ist noch heute voller Bewunderung für den würdevollen Abgang seiner Mutter.

    Eugen Brysch: Der Vorsitzende der Deutschen Hospiz-Stiftung hält die "Todespille" für ein höchst fragwürdiges Mittel, mit dem sich Todkranke kostengünstig und bequem "entsorgen" lassen können. Er macht sich stark für mehr Rechte und die Würde Todkranker und stemmt sich damit gegen eine soziale Kälte.

    Ilse Grünewald: Sie gründete vor drei Jahren mit ihrer Partnerin
Sigrun Baum ein Bestattungsunternehmen der anderen Art. Die letzte
Gelegenheit Abschied zu nehmen, soll so gestaltet werden, wie es für
die Angehörigen tröstlich ist: Sie können bei ihren Toten verweilen
und Feste feiern, Kinder können Särge bemalen. Ilse Grünewald ist es
wichtig, mit ihrem Haus eine Normalität zu schaffen, in der alle
Seiten des Lebens ihren Platz haben.
    
    
    Sonntag, 25. November 2001  (Woche 48)
    
    21.15    Wolltoben in Love
                 Eine Aufführung vom Theater "Alte Werkstatt Frankenthal"
                 "Frieda und Gilles sind verknallt"
    
    Frieda und Gille Wolltoben sind ein zänkisches Zwillingspaar, das
seit ewigen Zeiten zusammenwohnt. Eigentlich ist es höchste Zeit,
dass jeder für sich in den Hafen der Ehe einläuft. Aber sie passen
aufeinander auf, als wären sie selbst ein altes Ehepaar. Als nun
Frieda sich in Robbi und Gille sich in Jenny verliebt, versuchen
beide, das vor dem "Geschwisterchen" geheimzuhalten. De Verwicklungen
sind vorprogrammiert.
    
        
    Mittwoch, 28. November 2001  (Woche 48)
    
    Geänderte Beiträge beachten!
    (keine geänderten VPS-Zeiten!)
    
    Themenabend: "Jüdisches Leben"
    
    21.45    Ausschwitz und kein Ende
                 Nachkriegszeit: Die schwarze Milch der Frühe
                 (Erstsendung: 24.01.2000)
    
    22.30    Juden in der deutschen Kultur
    
    23.15    Aktuell
    
    23.20    Ausschwitz und kein Ende
                 60er Jahre: Die Bühne als Gerichtssaal
                 (Erstsendung: 31.01.2000)
    
    00.05    Ausschwitz und kein Ende
                 1970-1989: Holocaust - ein Medienereignis
                 (Erstsendung: 07.02.2000)
    
    00.50    Ausschwitz und kein Ende
                 Trauer. staatstragend: Die 90er Jahre
                 (Erstsendung: 14.02.2000)
                 (bis 01.35)
    
    weiter wie mitgeteilt

    Sonntag, 2. Dezember 2001 (1. Advent)  (Woche 49)
    
    15.15    Adventskonzert
                 Festliche Klänge aus der Abteikirche in Otterberg
    
    Das heutige Adventskonzert des SWR kommt aus der Abteikirche in
Otterberg. Dort spielt das SWR-Rundfunkorchester Kaiserslautern unter
der Leitung von Max Pommer. Mit dabei sind der südafrikanische Tenor
Kobie van Rensburg, der im vergangenen Jahr bei den Schwetzinger
Festspielen gefeiert wurde, und die Europa-Chor-Akademie Mainz.
Gespielt und gesungen werden Werke von Teleman, Berlioz und anderen.
Die durch "Die Fallers" bekannt gewordene Schauspielerin Ursula
Cantieni hat diesmal eine andere Rolle übernommen. Sie geht auf die
Suche nach einem "nie zuvor gesehenen Stern" und führt die Zuschauer
mit Geschichten, Gedichten und adventlichen Gedanken durch das
Konzert.
    
ots Originaltext: SWR
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