SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Montag, 22. Oktober 2001 (Woche 43)

    Baden-Baden (ots) -      

    22.15    Saldo
                 Moderation: Tilman Achtnich
    
    Die Themen:
    
    Billigkaffee - Nur Pfennigbeträge für die Erzeugerländer:
    Mit Billigangeboten von unter fünf Mark für das Pfund locken zur
Zeit die Kaffeeketten. Für die Erzeugerländer fällt da nur noch ein
Pfennigbetrag ab. Der Grund ist, dass Überangebot auf dem Weltmarkt,
verursacht vor allem durch den "jungen" Anbaustaat Vietnam. Für die
auf den Kaffee-Export angewiesenen Entwicklungsländer ist dies ein
Teufelskreis. Einen deutlich höheren Anteil am Erlös für die
Erzeugerländer verspricht der sogenannte "fair gehandelte" Kaffee,
der in Dritte-Welt-Läden und bei einigen Handelsketten angeboten
wird. Doch lohnt es sich für diese - in der Regel edleren -
Kaffeesorten etwas tiefer in die Tasche zu greifen?
    
    Regionalverkehr - Billig-Konkurrenz für die Deutsche Bahn:
    Zum Fahrplanwechsel 2002 will die Deutsche Bahn zahlreiche
Strecken streichen. Betroffen sind vor allem die
Interregio-Verbindungen. Jetzt wollen private Betreiber künftige
Lücken im Bahnnetz schließen. Zum Beispiel die Firma Connex, ein
Tochterunternehmen der französischen Vivendi-Gruppe und der größte
private Konkurrent der Bahn. Was bedeutet diese Privatisierung für
die Bahnkunden? Bislang betreibt Connex in Deutschland nur einzelne
Streckenabschnitte. In England dagegen betreut sie schon eine ganze
Region. Saldo hat sich dort umgeschaut.
    
    Kriegsgewinnler - Rüstungsindustrie wittert Morgenluft:

    Die deutsche Rüstungsindustrie erhofft sich nach einer langen
Durststrecke neue Aufträge von ihrem Hauptauftraggeber, der
Bundeswehr. Sind sie wirtschaftlich und technisch stark genug, um
gegen die Konkurrenz aus den USA zu bestehen?
      
    Arabische Unternehmen in Deutschland aktiv:

    Saldo hat sich bei ihnen umgesehen. Wir wirkt sich der derzeitige Konflikt auf ihre Geschäfte aus?          Partnersuche - Vermittler fürchten die Online-Konkurrenz:

    Das Geschäft mit der Einsamkeit war schon immer eine lohnenswerte Sache. Das haben inzwischen auch einige Internetfirmen erkannt. Umsätze in Millionenhöhe, Partnerauswahl en masse - und das alles kostenlos. Für viele klassische Heiratsvermittler bedeutet das den Ruin. Denn immer mehr Paare erleben heutzutage die Liebe auf den ersten Klick.

    Dienstag, 23. Oktober 2001 (Woche 43)
    
    21.45    Blickpunkt Europa
                 Magazin
                 Moderation: Ute Brucker
    
    Die Themen:
    
    Kampf gegen den Bioterror - Österreichs Anti-Biowaffeneinheit im
    Manöver:

    Auch in Österreich geht die Angst vor Milzbrandanschlägen um. 15 verdächtige Briefe wurden vergangene Woche sichergestellt, ein Schreiben war an den ORF adressiert, die anderen Adressaten wurden nicht bekannt gegeben. Die österreichischen Behörden wollen die Bevölkerung beruhigen. Die Antibiowaffeneinheit der österreichischen ABC-Schule sei hervorragend ausgerüstet und ausgebildet, besser als vergleichbare Einheiten anderswo in Europa. Am Wochenende zog die ABC-Schule ins Manöver.          Jagd auf die Flüchtlinge - Reportage von der ungarisch-rumänischen     Grenze:

    Die Grenze zwischen Ungarn und Rumänien ist eines der größten Schlupflöcher für Flüchtlinge entlang der europäischen Ostgrenzen. Die Zahl der Flüchtlinge, die über diese künftige Außengrenze der Europäischen Union nach Europa kommen wollen, ist in den letzten Jahren dramatisch angewachsen. Nun will die Europäische Union die Polizeien Mittel- und Osteuropas technisch und finanziell aufrüsten, um ihnen bei der Kontrolle der Grenzen zu helfen.          Wettlauf bei der Ernte - Die größten Austerngärten Frankreichs bei     La Rochelle

    Geerntet wirden Austern von Oktober bis Ende Dezember. Größter Produzent in Europa, mit einer Produktion von jährlich etwa 135.000 Tonnen, ist Frankreich. Die größten Austerngärten Frankreichs liegen vor der Atlantikküste bei La Rochelle. Für die tiefsten Austernbänke sind die Fischer bei der Ernte wegen der kurzen Ebbe im Wettlauf mit dem Meer.

    Mittwoch, 24. Oktober 2001 (Woche 43)
    
    23.15    "Lauter schwierige Patienten"
                 Marcel Reich-Ranicki über Thomas Bernhard
                 Folge 2/6
    
    Er ist der Wüterich der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, der
Hasser und Vernichter, der in gewaltigen Monologen Gott, die Welt und
Österreich attackiert hat: Thomas Bernhard. Marcel Reich-Ranicki hat
ihn bei seinem Besuch im österreichischen Ohlsdorf ganz anders
kennengelernt: höflich, unterhaltsam. Aber seine Romane waren für
Reich-Ranicki von Anfang an eine Quelle der Beunruhigung, große
Literatur, die ihre Kraft aus der hartnäckigen Wiederholung gewinnt.
So sehr, dass Reich-Ranicki auf die Besprechung der ersten Prosatexte
von Bernhard freiwillig verzichtete. Erst später fand er regelmäßig
lobende Worte für den "Überbietungsfanatiker" Thomas Bernhard.
    
    Marcel Reich-Ranicki zeichnet ein behutsames Porträt Bernhards, er
erinnert an die Lungenkrankheit, die Bernhard in seiner Jugend fast
umgebracht hätte, er erzählt von der schwierigen Kindheit und scheut
sich auch nicht, Bernhards sexuelle Probleme mit seiner Literatur in
Verbindung zu bringen. Neben der Prosa Wolfgang Koeppens und Günter
Grass' ist Thomas Bernhards Sprachkraft für Reich-Ranicki einzigartig
in der Nachkriegsliteratur.

ots Originaltext: SWR
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich,
Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: SWR - Südwestrundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: