SWR - Südwestrundfunk

SWR Fernsehen Programmhinweise und -änderungen von Freitag, 16.05.14 (Woche 20) bis Freitag, 27.06.14 (Woche 26)

Baden-Baden (ots) - Freitag, 16. Mai 2014 (Woche 20)/13.05.2014

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Wieland Backes Alltagsdroge Alkohol - zwischen Sektempfang und Komasaufen

Wir tun es vor dem Theaterbesuch und nach der Arbeit, beim Grillen und im Fünfsterne-Restaurant: Ein Gläschen in Ehren, das kann niemand verwehren... Alkohol ist der Schmierstoff der Gesellschaft, Alkohol enthemmt - und ist Kulturgut: Für einen guten Wein zahlen Kenner tausende Euros, exzellenter Gin ist das Ergebnis hoher Destillierkunst, und lokale Bierspezialitäten aus Süddeutschland sind bundesweit der Renner in Szeneclubs. Doch wenn Jugendliche am Wochenende flaschenweise Wodka stürzen, sogenannte "Beergames" Schulkinder zum Trinken verführen und der Penner an der Ecke schon um acht Uhr morgens Korn trinkt, wird schnell klar, dass Alkohol auch gefährlich sein kann. Eine aktuelle Studie der Bundesregierung ist alarmierend: Jeder zweite junge Mensch trinkt mindestens einmal pro Monat bis zur Besinnungslosigkeit. Doch auch Erwachsene sind nicht geschützt vor den fatalen Folge maßlosen Konsums: So hat schon mancher Familienvater Heim und Herd versoffen, um dem beruflichen Alltagsdruck zu entgehen. Muss die Gesellschaft umdenken? Wie gefährlich ist die Droge Alkohol? Wie viel trinken Jugendliche wirklich?

Die Gäste:

Mats Brassait blickt mit 21 Jahren bereits auf eine lange "Trinker-Karriere" zurück: Sein erster Schluck mit zwölf, mit 14 jedes Wochenende feiern mit Freunden - Komasaufen bis zur Besinnungslosigkeit. Im Alter von 17 Jahren brauchte der Auszubildende dann schon seine morgendliche Dosis Alkohol - vor seinem Entzug trank Mats täglich bis zu zwei Flaschen Schnaps. "Heute habe ich meinen Alkoholkonsum im Griff, aber die Abhängigkeit legt man nie ganz ab."

Drag Queen Olivia Jones eröffnet demnächst in Hamburg ihre vierte Bar. "Bei uns herrscht immer Ausnahmezustand! Für so einen Barbetrieb ist natürlich auch Alkohol wichtig, weil der für die unvergleichliche Stimmung sorgt." Dennoch plädiert die selbsternannte Königin von St. Pauli für einen maßvollen Umgang, denn aus eigener Erfahrung weiß sie, welchen Schaden Alkohol anrichten kann: Ihr Vater starb an den Spätfolgen seiner Sucht.

Die vielfältigen Gründe für Alkoholismus von Jugendlichen wie Erwachsenen kennt Prof. Dr. Manfred Singer. Der Facharzt für innere Medizin beschäftigt sich seit über vierzig Jahren mit den Folgen des Alkoholkonsums. "Alkohol ruiniert Geist und Körper und manchmal auch das ganze Leben. Die Begierde ist so groß, dass alles andere sekundär wird." Obwohl die Krankheit behandelbar ist, suchen nur zwei Prozent aller Betroffenen nach professioneller Unterstützung.

Ein Gläschen Champagner oder ein edler Tropfen Wein gehören für den Theatermacher Ulrich Waller zu einem gelungenen Theaterabend. Auch beflügelt ihn der Alkohol seit jeher in seinem künstlerischen Schaffen. "Als ich im Theater angefangen habe, war es fast verpönt, nüchtern zu einer Probe zu kommen." Um dem edlen Traubensaft gebührend zu huldigen, gründete der Regisseur und Autor daher den St. Pauli Weinklub.

Durch den Alkoholismus ihres Ehemannes traf Claudia Faulborn die Entscheidung, das "flüssige Gift" gänzlich aus ihrem Leben zu verbannen. Seit nunmehr 27 Jahren lebt sie völlig alkoholfrei und setzt sich für einen bewussteren Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft ein. "Alkohol verändert die Menschen zu ihrem Nachteil und wirkt sich auch negativ auf das Miteinander aus. Was spräche gegen eine Welt ganz ohne Alkohol?"

Schwester Doris Engelhards Herz schlägt für Gott - und Bier. Für den hellen Gerstensaft hatte die Ordensschwester zunächst jedoch nicht viel übrig, bis sie im niederbayrischen Kloster Mallersdorf an den Braukessel berufen wurde. Seit mittlerweile 48 Jahren braut sie nun mit viel Leidenschaft ihr eigenes Bier. "Wenn ich wieder auf die Welt kommen würde, würde ich wieder ins Kloster gehen und Braumeisterin werden."

Das Leben von Siegfried Franz wurde gleich zwei Mal durch Alkohol zerstört. "Als Kind war der Alkoholismus meiner Mutter fester Bestandteil meines Lebens. Sie hat sich selbst und auch mich und meine Geschwister kaputt gemacht." Als der Künstler endlich mit einer eigenen Familie sein Glück gefunden hatte, traf ihn ein furchtbarer Schicksalsschlag: Sein 14-jähriger Sohn wurde von einem betrunkenen Autofahrer getötet.

An der Bar:

Alkohol wurde über die Jahre zu Henning Hirschs ständigem Begleiter. Die höchste Tagesdosis: Zwei Flaschen Wodka und ein halber Kasten Bier. Ehe und Firma scheiterten, es folgte der soziale Abstieg. "Für die Umwelt ist man als Alkoholiker der letzte Dreck. Ich hätte meinen Tod billigend in Kauf genommen." Nach 30 klinischen Entzügen und zwei Langzeit-Therapien schaffte er schließlich 2012 den Entzug und ist seither trocken.

Montag, 02. Juni 2014 (Woche 23)/13.05.2014

22.00 Sag die Wahrheit

Die SWR Rateshow Moderation: Michael Antwerpes Rateteam: Kim Fisher, Pierre M. Krause, Ursula Cantieni, Smudo Folge 348

Bei "Sag die Wahrheit" brennt die Luft: Eine der drei Damen entschärft von Beruf Bomben. Welche der drei Kandidatinnen riskiert regelmäßig ihr Leben, damit andere Menschen sicher sind? Die zweite Runde reist musikalisch nach Hawaii: Gesucht ist der echte Ukulele-Spieler unter den Dreien. Der interpretiert die kleine Schwester der Gitarre neu und spielt sogar Bach auf ihr. Zum Schluss geht es um ganz ungewöhnliche Lebensweisen.

Montag, 09. Juni 2014 (Woche 24)/13.05.2014

21.50 Sag die Wahrheit

Die SWR Rateshow Moderation: Michael Antwerpes Rateteam: Kim Fisher, Pierre M. Krause, Ursula Cantieni, Smudo Folge 349

Eine Instinktforscherin bei "Sag die Wahrheit". Was treibt den Menschen an, wenn er mal gar nichts denkt? Essen beschaffen, für die Kinder sorgen - da ist er nicht viel anders als Tiere. Genau das ist es, was eine der drei Kandidatinnen erforscht. Die zweite Runde sitzt hoch auf dem gelben Wagen - wer von den dreien fährt Gäste auf dem stilechten Nachbau einer Postkutsche mit vier Pferden, genau wie vor hundertfünfzig Jahren? In der Vis-aVis-Runde heißt es: Alte Schule! Doch welche der vier Geschichten stimmt?

Samstag, 14. Juni 2014 (Woche 25)/13.05.2014

Geänderten Beitrag beachten!

12.45 (VPS 12.44) Tiere der Großstadt - Lebensraum Stuttgart Erstsendung: 16.03.2004 in SWR/SR

Mittwoch, 25. Juni 2014 (Woche 26)/13.05.2014

23.30 Liebe Grüße aus Dürnau - Geschichten vom Lande Erstsendung: 08.01.2009 in SWR/SR

Wiedersehen in Dürnau nach 13 Jahren. Linde Breitschmied ist schon seit sieben Uhr in den Himbeeren, Stefanie Neher schwingt ihre 75 Jahre aufs Fahrrad und macht sich auf den Weg zum Schweinestall des Sohnes. Bei Erika Baumeister duftet wieder ein Apfelkuchen, und an Marieluise Müllers Augenringen kann man ablesen, dass die Nachtschicht in der Backstube wieder lang war. Alles wie gehabt. Die Bauerngärten leuchten, die Fachwerkhäuser grüßen die Radtouristen und Kurgäste. "Aber `s isch nemmä so wie damals!" Breitschmieds Kuhstall steht leer, Stefanie Neher weiß nicht, wer das schöne alte Haus mal übernehmen soll, Müllers spüren, dass der jüngste Sohn die Landwirtschaft vermisst ... Von damals 15 Bauern gibt es heute noch eine Handvoll in Dürnau. Das ist vergleichsweise viel für diesen Landstrich in Oberschwaben, zwischen Alb und Bodensee. Aber wann ist ein Dorf noch ein Dorf? Was passiert, wenn die gemeinsame Basis, der Antrieb fehlt? Vor 13 Jahren hat die Filmemacherin Eva Witte Frauen in der Landwirtschaft, Bäuerinnen, in Dürnau porträtiert. Verschiedene Generationen, unterschiedliche Lebensentwürfe. Vieles, was damals anklang, ist heute Realität. Aber die Veränderungen haben keine dramatischen Spuren hinterlassen. Sie gehen nach innen, langsam, immer tiefer. Quer durch die Gemeinschaft. Aber noch funktioniert das Miteinander. Wie und um welchen Preis? - mit dieser Frage haben sich Eva Witte und ihr Kamerateam über Wochen an den Dorfbrunnen, auf Bänkle und an Küchentische gesetzt und einfach eingefangen, was es zu sehen, zu hören, zu erleben gab. Und dieses Mal kommen auch die Männer zu Wort.

Freitag, 27. Juni 2014 (Woche 26)/13.05.2014

20.15 Expedition in die Heimat

Unterwegs im Schönbuch Moderation: Karen Markwardt

"Wald des Jahres 2014" - mit diesem Prädikat darf sich neuerdings der Schönbuch schmücken.

Eine bemerkenswerte Auszeichnung, bedenkt man doch, dass Schönbuch eingezwängt zwischen Autobahn, Flughafen und Industrieschneisen direkt vor der Haustür des Ballungsraumes Stuttgart liegt. Der Naturpark hat sich trotz des Besucheransturms an den Wochenenden in einzelnen Ecken seine unberührte Schönheit erhalten. "Expedition in die Heimat" mit Karen Markwardt sucht nach diesen stillen Winkeln. Sie besucht ebenso die Orte, die man gesehen haben muss, wenn man im Dreieck Herrenberg-Tübingen-Stuttgart unterwegs ist. Im Siebenmühlental klappern nicht nur die Mühlen, hier gehört bei "Hannes und der Bürgermeister" schwäbisches Klappern zum Handwerk. Die Mäulesmühle ist die bekannteste der sieben Mühlen im Tal. Das Kloster Bebenhausen ist ein Ort, an dem Landesgeschichte geschrieben wurde. Ganz andere Geschichten verfasst Schriftsteller Felix Huby: In seiner Heimatgemeinde Dettenhausen ist die Idee für den Kommissar Bienzle entstanden. Herrenberg besitzt eine markante Stiftskirche, die wie eine Glucke über dem Tal hockt. In Waldenbuch gibt es zwei Attraktionen zu bestaunen: das Museum für Alltagskultur und das Museum Ritter, ein Kunstmuseum ganz im Zeichen des Quadrates.

SWR Pressekontakt: Johanna Leinemann, Tel 07221/929-22285, johanna.leinemann@swr.de

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