SWR - Südwestrundfunk

"Kanzlerbilder" am 15. Februar im Südwestfernsehen zeigt Rituale der Regierungsarbeit

    Baden Baden (ots) -

    An die Fersen von Gerhard Schröder geheftet / Grimme-Preisträger       Thomas Schadt begleitete den Bundeskanzler mit der Kamera

    Der Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden hat in einer
Fernsehdokumentation Bundeskanzler Gerhard Schröder bei seiner
Regierungsarbeit begleitet. Am Donnerstag, 15. Februar um 22.15 Uhr
ist dieser Blick hinter die Kulissen des Regierungshandelns von
Schröder im Südwestfernsehen zu sehen. Der Dokumentarist und
Grimme-Preis-Träger Thomas Schadt beobachtete Schröder in der Zeit
von Mai bis September 2000 für den Film "Kanzlerbilder". An fünfzig
Drehtagen heftete sich das Filmteam an Schröders Fersen, begleitete
ihn unter anderem zum Weltwirtschaftsgipfel nach Okinawa, ins
Baltikum und nach New York. Schadt beobachtete das Treiben rund um
die Steuerreform, Schröders Sommerreise in die neuen Länder, sowie
eine Vielzahl kleiner und großer Termine aus dem Arbeitsalltag des
Bundeskanzlers. In der 90-minütigen Dokumentation geht es um das
"öffentliche und halböffentliche" Kleine am Rande, welches das "nicht
öffentliche" Große dahinter spürbar werden lässt, an Schröder selbst,
wie auch an der Politik im Ganzen.
    
    Bereits im Bundestagswahlkampf 1998 zeichnete Schadt ein Bild von
Gerhard Schröder als Spitzenkandidat der SPD. Für diesen Film "Der
Kandidat" (Das Erste) wurde Schadt mit dem Grimme-Preis
ausgezeichnet. Im Nachfolgefilm "Kanzlerbilder" ergab sich für Schadt
zum zweiten Mal die Gelegenheit, Schröder mit der Kamera zu
beobachten. Autor und Kameramann Schadt ging in der Dokumenation
unter anderem der Frage nach, wie sich der "Kandidat" vom "Kanzler"
unterscheidet, ob sich Gerhard Schröder in seinem Auftreten verändert
hat.
    
    Das Ergebnis ist keine Bilanz von Schröders Regierungsarbeit, es
ist auch kein Porträt des Kanzlers. Über die ablesbaren Ränder der
Politik gewährt der Film einen Einblick in politische Rituale. Auf-
und Abtritte sind wichtig, Höflichkeiten, kleine taktische
Scharmützel, sowie das Feilschen um den besten Blick auf dieses
Theater zu ergattern. Schröder selbst erweist sich dabei als Meister
in der Mitte der Bühne, der mit der politischen Überlebenskunst
brilliert, wenig zu zeigen, aber immer präsent zu sein. An einigen
Stellen gelang es der Kameraführung in Schadts Film, mit Schröder
dorthin zu gehen, wo eigentlich keine Kameras und damit keine
Öffentlichkeit zugelassen werden. Dann veränderte sich Sprache und
Mimik des Kanzlers und die Dokumentation vermittelte eine Ahnung von
wirklicher Politik.
    
    Die Dreharbeiten zu "Kanzlerbilder" gestalteten sich schwierig,
weil die Räume für Kamera und Ton eng und begrentzt waren und die
Regeln für Journalisten vor und auf der Bühne der Politik streng
festgelegt sind. Außerdem hingen die Bilder stets vom Wohlwohlen des
Kanzlers ab, der mit einem Handwinken die Dreherlaubnis für beendet
erklären konnte. Als Ergebnis der SWR-Dokumentation ist festzuhalten,
dass die Distanz zwischen Politik und Bürgern viel größer ist, als
gemeinhin angenommen.
    
    
ots Originaltext: SWR
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