SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Programmhinweise von 29. Mai 2000 (Woche 22) bis 22. Juni 2000 Fronleichnam (Woche 25)

    Baden-Baden (ots) -
    Montag, 29. Mai 2000  (Woche 22)
    
    Geändertes Thema beachten!
    
    20.15    Infomarkt - Marktinfo
                 Moderation: Sabine Gaschütz und Wolf-Dieter Ebersbach
    
    Die Themen:
    
    Bankgebühren - Billiger im Internet?
    Autokauf - Billiger durch Re-Importe?
    Im Test: Pflanzenschutzmittel
    
    
    Dienstag, 30. Mai 2000  (Woche 22)
    
    21.45    Straße der Lieder (1)
              
                 Oberbayern I
                 "Von der Zugspitze bis zum Starnberger See"
    
    Die  ARD-Unterhaltungssendung "Straße der Lieder" folgt diesmal
den Spuren des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II.  Sein Nachfahre
Prinz Leopold von Bayern stellt die Traumschlösser Linderhof und
Neuschwanstein vor. Ski-As Christian Neureuther zeigt sein
Garmisch-Partenkirchen. Petra Schürmann, die ehemalige Miss World,
präsentiert den Starnberger See  von seiner schönsten Seite.  Die
musikalische Reise beginnt mit dem Sonnenaufgang auf der Zugspitze
und führt zu den Klöstern Benediktbeuren und Ettal.
    Weiter geht es durch Oberammergau zur Wieskirche,  die zu den
schönsten Gotteshäusern Deutschlands zählt. Diese Wallfahrtskirche im
oberbarischen Steingaden wurde 1983 von der UNESCO zum Weltkulturerbe
erklärt als ein Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft und ein
außergewöhnliches Zeugnis einer untergegangenen Kultur. Die Wallfahrt
zu einem wundertätigen Bildwerk war für den Prämonstratenserabt von
Steingaden Anlaß, ein glanzvolles Heiligtum zu errichten. Die
Bauarbeiten begannen 1745 unter Leitung des berühmten Architekten
Dominikus Zimmermann. Er schuf im Wiesengelände zu Füßen der Alpen
eines der vollendetsten Kunstwerke des bayerischen Rokoko. Der Chor
wurde 1749, die Kirche 1754 geweiht. Dem ovalen Kirchenschiff ist an
der Westseite eine halbkreisförmige Eingangshalle vorangestellt. Im
Osten schließt sich ein von zwei übereinanderliegenden Laufgängen
eingefaßter langer und tiefer Chor an. Die verschwenderischen
Stuckverzierungen von Dominikus Zimmermann und die Deckengemälde
seines Bruders Johann Baptist Zimmermann, Hofmaler des bayerischen
Kurfürsten, erzeugen eine heitere und leicht bewegte Dekoration,
deren Reichtum und Feinheit unerreicht sind.
    
    Der Starnberger See mit seinen prominenten  Anwohnern wird ebenso
vorgestellt wie die bayerische Biergartenkultur.  Die Reise endet bei
Sonnenuntergang auf der Zugspitze mit "La montanara",  gesungen von
den Fischer-Chören. Besonders reizvoll ist die Inszenierung des
Erfolgsmusicals "Die Schöne und das Biest" in der von Ludwig II
entworfenen  Venusgrotte  im Schloßpark von Linderhof.  Neben
Gastgeber Gotthilf Fischer  begleiten bekannte Künstler die Reise:
Johannes Heesters,  die Flippers,  Rondo Veneziano,  Canticum novum,
Robert Kreis und die Extravaganten, die Kaiserlich-Böhmischen, Sissy,
das 8. Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr und viele andere.
    
    
    Sonntag, 4. Juni 2000  (Woche 23)
    
    20.15    Hereinspaziert
                 Die nostalgische Unterhaltungssendung mit Sigi Harreis
                 und Lars Reichow aus der Alten Festhalle in Flonheim
                 Thema: Die Italiensehnsucht der Deutschen
    
    "Kennst Du das Land wo die Zitronen blühn' - dann komm' ein
bisschen mit nach Italien", hat man den Deutschen - quer durch die
Jahrhunderte - nicht zweimal sagen müssen. Ob mit Goethe oder dem
Gogomobil, ob Toskanafraktion oder Campingfreund, im Herzen sind wir
alle kleine Italiener. Und das hat man jenseits der Alpen seit den
50-er Jahren zu spüren bekommen. Italien wurde binnen weniger Jahre
vom Traumland zum Hausstand der sonnenhungrigen Nachkriegsdeutschen.
Schlau forciert durch eine wahre Schwemme von Italienschlagern.
    In "Hereinspaziert", einer 90-minütigen Show aus der Festhalle
Flonheim, beleuchten die Moderatoren, Sigi Harreis und Lars Reichow,
auf unterhaltsam-nostalgische Weise die Italiensehnsucht der
Deutschen. Stars der Italienwelle, wie Silvio Francesco und namenlose
Italienfans der ersten Stunde Stunde sorgen zwischen Vesparollern und
Eiswagen für wohlige Erinnerungsseufzer. Weitere Gäste: Die
Musikclowns Gogol und Mäx, der italienische Liedermacher und Koch
Santino de Bartolo, die Rock'n'Roll-Band Boppin'B und die Chansonette
Ulrike Neradt.
    
    
    Dienstag, 13. Juni 2000  (Woche 24)
    
    23.10    Viktor Klemperer: Tagebücher bis 1945 (1/2)
                 "Mein Leben ist so sündhaft lang"        
                
                 Film von Ullrich Kasten und Wolfgang Kohlhaase
    
    Die  Tagebücher des Romanisten Viktor Klemperer über die Zeit des
"Dritten Reiches" sind mit ihrem psychologischem Scharfblick und der
sprachlichen Meisterschaft ein einzigartiges Zeugnis über den Alltag
im NS-Staat und die Praxis der Judenverfolgung. Sie sind ein
Protokoll über die sich fast täglich verschärfende Sitation der
deutschen Juden,  über die Vielzahl der Einschränkungen,
Drangsalierungen, Bedrohungen und Demütigungen durch das Regime.
Publizisten und Wissenschaftler sind sich darin einig,  dass an
diesen Tagebüchern nicht vorbeikommt, wer in Zukunft über diese Zeit
forschen will. Der Dokumentarfilm  über das Schicksal Viktor
Kemperers,  der im NS-Jargon eine "Mischehe" führte, konzentriert
sich auf die Leidensjahre 1933-1945 in Dresden. Dabei lassen der
renommierte  Szenarist Wolfgang Kohlhaase und der Filmautor Ullrich
Kasten die politisch verdüsterte Erlebniswelt Klemperers einfühlsam
erstehen -  in einer atmosphärisch dichten Komposition von
Tagebuchauszügen,  seltenem historischen Filmmaterial, Berichten von
Augenzeugen und Aufnahmen von Originalschauplätzen. Der knappe,
informierende Kommentar überläßt alles Weitere der  bannenden Kraft
von Klemperer Sprache.
    
    Im erzählerischen Nachvollziehen des Tagebuchs und des realen
Geschehens entwickelt der Film eine beklemmende Spannung. Viktor
Klemperer wird zugleich als ein Chronist des Jahrhunderts deutlich -
durch die biografischen Rückblenden ins Kaiserreich und die Weimarer
Zeit: erzählerische Einschübe, in denen Klemperer von Kindheit und
Jugend, Studium und Teilnahme am 1.  Weltkrieg berichtet. Ihnen
liegen die Lebensbeschreibungen "Curriculum Vitae" (1881-1918) und
"Leben sammeln, nicht fragen,  wozu und warum" (1918-1933) zugrunde.
Der filmische Epilog, der die Jahre 1945-1960 umreißt,  spiegelt sein
Leben in der DDR und zitiert aus noch unveröffentlichten
Selbstzeugnissen dieser Zeit.
    
    Viktor Klemperer erscheint als ein Repräsentant des jüdischen
Bildungsbürgertums in Deutschland, das durch den Holocaust vernichtet
wurde und das unwiederbringlich verloren ist. Klemperer, ein Romanist
von europäischem Rang, arbeitete in den Jahren der Verfolgung
unermüdlich weiter an seinem Werk, schrieb eine Geschichte der
französischen Aufklärungsliteratur, sammelte Material  für eine
Studie über die Sprache der Nazizeit ("Lingua Tertii Imperii") und
begann, sich mit dem Judentum auseinanderzusetzen. Sein Leben und
Werk ist Teil der schmerzhaften Assimilationsgeschichte des deutschen
Judentums. Die  stupende öffentliche Resonanz auf die Tagebücher
1933-45 verdeutlicht das Singuläre dieses Dokuments: die
Authentizität, mit der hier aus der Innenansicht  und Perspektive
eines Opfers das unglaubliche Geschehen festgehalten worden ist.
    
    
    Mittwoch, 14. Juni 2000  (Woche 24)
    
    21.00    (VPS 20.59)
                 Schlaglicht
                 "Flirten bei 60°" - Bekanntschaften im Waschsalon
                 Eine Reportage von Lutz G. Wetzel
    
    33 Minuten dauert das Waschprogramm. Zeit zum Reden, Zeit zum
Lesen, Zeit zum Flirten. Im Waschsalon kommt man sich näher: Dort ist
immer einer, der zuhört. Wo früher das SS-Hauptquartier war, ist
heute einer der schrillsten Waschsalons Berlins. Täglich von 6.00 bis
23.00 Uhr ist der Kreuzberger Waschsalon Umschlagplatz für schmutzige
Wäsche und Alltagsgeschichten. Dort begegnen sich Menschen aus
unterschiedlichen Schichten: Hausfrauen, Yuppies, Obdachlose,
Singles, schräge Typen. Silvia lernt Micky kennen. Bernd verfärbt
sein bestes Sonntagshemd. Die spanische Dame Luxoria, die eigentlich
Juan heißt, singt von Granada. Die Bauunternehmer-Gattin findet, dass
ihre Kuscheldecken in dem Waschsalon besonders flauschig werden, und
Silvio übt Gitarre am liebsten dort, wegen der Akustik. Zwischen
Vorwäsche und Trockengang ist die Gelegenheit günstig für Gespräche
über das Leben an sich und das der Waschmaschinenlosen im Besonderen.
    
    
    Donnerstag, 15. Juni 2000  (Woche 24)
    
    Geänderten Gast beachten!
    
    13.00    Wunschbox
                 Zu Gast: Matthias Reim
                 Folge 478
    
    Donnerstag, 15. Juni 2000  (Woche 24)
    
    Geänderten Gast beachten!
    
    04.00    Wunschbox (WH)
                 Zu Gast: Matthias Reim
                 Folge 478
    
    
    Freitag, 16. Juni 2000  (Woche 25)
    
    20.15    Fröhlicher Alltag
                 Landesgartenschau Kaiserslautern
                 Mitwirkende: Heino, Die Klostertaler, Ingrid Peters, Nik
P.,
                 Astrid Harzbecker, Eberhard Hertel
                 Aufzeichnung vom 15. Juni 2000
    
    Am 16. Juni kommt der Fröhliche Alltag mit Moderator Heinz
Siebeneicher und Assistentin Frau Wäber aus dem rheinland-pfälzischen
Kaiserslautern. Veranstaltungsort ist die Landesgartenschau, die im
April in Kaiserslautern eröffnet wurde.
    
    Heino gehört zu den erfolgreichsten deutschen Interpreten und mit
über 40 Bühnenjahren sicherlich zu denen, die am längsten immer
präsent waren. Der gebürtige Düsseldorfer wurde 1965 von Ralf Bendix
entdeckt, sein Platten-Debüt gab er mit der Single "Jenseits des
Tales". Und seither kamen unzählige Hits, Fernsehauftritte,
Auszeichnungen und immer im Gespräch. 1989 produzierte Heino aus
seinen Hits "Blau, blau blüht der Enzian" und "Schwarzbraun ist die
Haselnuss" ungewöhnlicherweise Rap-Versionen. 1995 erschien dann
Heinos (eigentlich: Heinz Georg Kramm) Memoiren "Heino - und sie
lieben mich doch". Seine aktuelle CD: "Heino singt die schönsten
Jahrhundertmärsche & Hymnen".
    
    1976 gründeten die Brüder Markus Wolfahrt und Thomas Berthold "Die
jungen Klostertaler", eine Band, die zunächst nur regional am Arlberg
erfolgreich war. Doch irgendwann schaffte es die Happy-Power-Band
und ihre volkstümliche Pop-Musik setzte sich durch. Zu den ohnehin
guten Platten-Verkaufszahlen gesellte sich die Auszeichnungen
"Erfolgreichste neue Gruppe der volkstümlichen Musik 1995" und die
"Goldene Stimmgabel 1996". Das "jung" im Namen haben die sechs
Klostertaler inzwischen abgelegt, ihrem Stil bleiben sie aber treu.
Die aktuelle Besetzung der Band: Markus Wolfahrt, Uwe Altenried,
Wolfgang Maier, Gerhard Tschann, Dietmar Konzett, Markus Fend.
    
    Vor 20 Jahren legte Ingrid Peters einen Karriere-Start hin, der
ahnen ließ, was von der zierlichen Saarländerin noch zu erwarten ist:
Sie galt 1979 als Show-Entdeckung des Jahres und  wurde mit der
"Goldenen Europa" ausgezeichnet. Ihren bürgerlichen Beruf -
Sportlehrerin - gab sie bald auf. Ihre Bilanz bisher: Über 300
Fernsehauftritte, Moderation dreier TV-Reihen, etwa der
6-Siebeng'scheiten, und viele Hits.
    
    Nik P. ist Schlagerinterpret, Komponist, Texter und Arrangeur. Mit
dem Titel "Flieg, weißer Adler" gelang dem österreichischen
Schlagerstar und seiner Band "Reflex" der Durchbruch. Bei der
nationalen Vorentscheidung zum Schlager Grand Prix belegte er in Wien
den ersten Platz, viele Fernsehauftritte folgten und binnen kürzester
Zeit eroberte Nik P. die Spitze der Schlagerparade. Seit einiger Zeit
feiern die Österreicher auch in Deutschland Erfolge. Ihr aktuelles
Album heißt  "Du und ich".
    
    Die "Stimme aus Sachsen" begann schon früh mit ihrer musikalischen
Ausbildung in Gitarre, Klavier und Gesang. Doch dann arbeitete Astrid
Harzbecker etliche Jahre als Stahlgießerin, ehe sie ihre Karriere als
Sängerin vorzubereiten begann. Sie studierte moderne Tanz- und
Unterhaltungsmusik in Leipzig und machte schließlich ihr Examen als
Musikpädagogin. Bei allem was Astrid Harzbecker anfängt, legt sie
eine gewisse Perfektion an den Tag. Ihre Lieder sind ausgefeilt,
haben Sinn und Tiefgang. Dazu kommt Astrid Harzbeckers
unverwechselbares Timbre, das gelegentlich an die große Sängerin
Alexandra erinnert. 1991 gewann Astrid Harzbecker den
Herbert-Roth-Preis mit dem selbstgeschriebenen Lied "O Maria schütz
die Berge", das sich als Riesenhit entpuppte. 1999 gewann sie mit
diesem Titel das "Superwunschkonzert der Volksmusik". Im Januar
diesen Jahres wurde sie mit der "Krone der Volksmusik" geehrt. Astrid
Harzbecker ist mit dem Kirchenmusiker und Komponist Hans-Jürgen
Schmidt verheiratet.
    
    Der Titel seines Albums "Die besten Jahre kommen noch", könnte
auch das Lebensmotto von Eberhard Hertel sein, der bislang eine sehr
ungewöhnliche Karriere gemacht hat. Der 60jährige aus Oelsnitz
versuchte nach der Schule zunächst als Schauspieler zur Bühne zu
kommen, dann wandte er sich der Volksmusik zu. Zwar war er in der
ehemaligen DDR damit überaus erfolgreich - so als Dauergast im
Ost-Fernsehen. Die staatliche Schallplattenfirma hatte für Volksmusik
jedoch nichts übrig. So dauerte es bis zu Eberhard Hertels 57.
Lebensjahr, bis er endlich sein erstes Solo-Album aufnehmen konnte.
Schon in den 80er Jahren trat Eberhard Hertel gemeinsam mit Tochter
Stefanie auf, nach der Wende widmete er sich ganz ihrer Karriere.
Jetzt läßt der "Franzl Lang des Ostens", wie ihn seine Fans nennen,
seine eigene Karriere wieder aufleben. 1999 trat er bei einer großen
Konzerttournee gemeinsam mit Tochter Stefanie und Stefan Mross auf.
In diesem Jahr tourte er mit der "Starparade der Volksmusik".
    
    
    Dienstag, 20. Juni 2000  (Woche 25)
    
    23.10    Viktor Klemperer: Leben nach 1945 (2/1)
                 "Und so ist alles schwankend"        
                
                 Film von Ullrich Kasten und Klaus Wischnewski
    
    "Wie  einen  vollkommenen Märchenumschwung ihres Schicksals"
empfanden es Eva und Viktor Klemperer, als sie am 10. Juni 1945 aus
den Ruinen Dresdens zu ihrem  Haus in Dölzschen hinaufstiegen. Sie
hatten die Judenverfolgung und das Bombeninferno in der Nacht vom 13.
auf den14. Februar 1945 überlebt. Nach den Jahren des Nazi-Terrors,
der ständigen Todesgefahr und Erniedrigung erhoffte der Romanist
Viktor Klemperer einen radikalen politischen Neubeginn. Er engagierte
sich in der sowjetischen  Besatzungszone,  trat  trotz
bürgerlich-liberaler Vorbehalte der KPD  bei,  stürzte sich in die
Arbeit und erhielt seinen Lehrstuhl an der Technischen Hochschule
Dresden  zurück. Später erreichte ihn ein Ruf an die Universität
Greifswald, dann nach Halle, schließlich an die Humboldt-Universität
in Berlin. Er wird berühmt und geehrt in der DDR, war einflussreiches
Mitglied des Kulturbundes und  wurde  sogar Abgeordneter der
Volkskammer.  Über den Preis dieser Erfolge reflektiert  er  in den
Tagebüchern bis 1959,  über seinen inneren Zwiespalt, sein Schwanken
zwischen Hoffnung und Angst, zwischen Opportunismus und Rebellion,
über zunehmende Zweifel an der politischen Entwicklung und dem Sinn
seines Engagements.  Als im Juli 1951 Eva Klemperer stirbt,  die
Frau, die 45 Jahre  lang immer an seiner Seite war,  nimmt er seine
Pflichten nur noch mechanisch  wahr. 71jährig  heiratete  er die 45
Jahre jüngere Studentin Hadwig Kirchner. Der unerwartete Gewinn an
Leben und Glück bietet ein Gegengewicht zu seiner wachsenden
Enttäuschung über die Misere Deutschlands.

    Nach dem Dokumentarfilm über Viktor Klemperers Tagebücher der Jahre 1933-45 beschreibt dieser Film Klemperers Leben in der Nachkriegszeit - bis zu seinem Tode 1960.  In der Auseinandersetzung Klemperers mit seiner Lebenswelt und dem Zeitgeschehen entsteht ein ungewöhnlich dichtes Bild der früheren  DDR.  Die Autoren Ullrich Kasten und Klaus Wischnewski stützen sich dabei  vorwiegend  auf  die Tagebuchaufzeichnungen nach 1945,  spüren seltene Film- und Bilddokumente dieser Zeit auf und spiegeln die Gestalt Viktor Klemperers aus der Perspektive von Verwandten (Hadwig Klemperer und Neffe Peter), Freunden (Rita Schober,  Max Kahane) und Zeitzeugen (Fritz J.  Raddatz,  Hans Mayer).     

    Donnerstag, 22. Juni 2000 Fronleichnam  (Woche 25)
    
    21.55    Fahr mal hin
              
                 Straße der Synagogen im Elsass
    
    Das Elsass ist um eine Attraktion reicher geworden. Viele
Gemeinden und Städte laden ein,  das elsässisch-jüdische kulturelle
Erbe zu entdecken.  So groß war das Interesse der Besucher,  daß
daraus ein neues Projekt erwachsen ist - "Die  Straße der Synagogen".
Der Film besucht ausgewählte Stationen dieser Route: Den Friedhof
von Rosenwiller mit Gräbern aus dem 13.  Jahrhundert, die prachtvolle
Synagoge  von Benfeld,  die älteste Matzenbäckerei des Elsass in
Wasselonne. In Westhoffen wird das pittoreske ehemalige jüdische
Wohnviertel besichtigt,  dicht drängt es sich um eine orientalisch
anmutende Synagoge.  Eingekehrt wird in einem Restaurant, das
traditionelle elsässisch-jüdische  Speisen anbietet. Die letzte
Etappe wird Straßburg sein. Dort lebt heute eine sehr dynamische
jüdische Gemeinde; mit mehr als 15.000 Mitgliedern, eine der größten
in Europa.
    

ots Originaltext: SWR
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