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Krypto-Programm DES hat ausgedient
Neuer Verschlüsselungsstandard bald offiziell

    Hannover (ots) - Mehr als zwanzig Jahre beherrschte der von IBM
entwickelte Data Encryption Standard (DES) die Krypto-Welt, jetzt
steht mit Advanced Encryption Standard, kurz AES der Nachfolger kurz
vor der offiziellen Einführung als neue Verschlüsselungsnorm. AES ist
im Gegensatz zu seinem Vorgänger vollständig veröffentlicht,
berichtet das IT-Profimagazin iX in seiner aktuellen Ausgabe 10/2001.
    
    Der vor zwanzig Jahren mit Hilfe der US-amerikanischen
Geheimdienstorganisation NSA entwickelte DES, der unter anderem für
die Verschlüsselung von ec-Karten eingesetzt wird, stand immer unter
Beschuss von Kritikern. Zum einen weil der DES-Algorithmus nie
vollständig offen gelegt wurde. Zum anderen bestand die NSA auf einer
Schlüssellänge von 56 statt 128 Bit, wie ursprünglich von IBM
vorgeschlagen.
    
    Dieser kurze Schlüssel wurde DES 1998 zum Verhängnis: die
amerikanische Bürgerrechtsorganisation EFF führte vor, dass eine so
genannte Brute-Force-Attacke DES knacken kann. Brute Force bedeutet
in diesem Zusammenhang, mit möglichst schnellen Rechnern alle
denkbaren Schlüssel auszuprobieren. Die Industrie stieg daraufhin
zunächst auf 3DES mit 112-Bit-Schlüssel - auch bei den ec-Karten -
um.
    
    Jetzt haben Kryptologen aus aller Welt sich auf den Advanced
Encryption Standard geeinigt, der voraussichtlich im Herbst dieses
Jahres in Kraft tritt. Grundlage ist der von belgischen
Wissenschaftlern entwickelte Rijndael-Algorithmus, der mehrfach
ausgeführt wird und Schlüssellängen von 128 bis 256 Bit erlaubt.
    
    "Damit", so Ute Roos, E-Commerce-Expertin bei iX, "sind
Brute-Force-Attacken zu Zeit nicht vorstellbar." Wichtiger ist ihr
aber ein anderer Aspekt von AES. "Das Verfahren ist vollständig
veröffentlicht und konnte so von zahlreichen Wissenschaftlern auf
Herz und Nieren geprüft werden." Zudem sei sämtlichen Spekulationen
über eventuelle Hintertürchen von Geheimdiensten der Boden entzogen.
(ur)
    
    Titelbild iX 10/2001: www.heise.de/presseinfo/bilder/ix/01/
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