EAFA - European Aluminium Foil Association

Institut kritisiert BfR-Warnung vor Aluminiumschalen

Düsseldorf, 26.06.2017. Videostatement von Dr. Ulrich Nehring, Geschäftsführer des unabhängigen Institut Nehring und Mitglied der Ad-hoc Arbeitsgruppe "Metalle und Legierungen in Kontakt mit Lebensmitteln" des Europarates. Dr. Nehring zweifelt die Relevanz einer Prüfung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von Aluminiumschalen ...

Düsseldorf (ots) - Ein unabhängiges Fachinstitut zweifelt die Relevanz einer Prüfung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von Aluminiumschalen an. In einem Test stellte das BfR erhöhte Übergänge von Aluminium auf Lebensmittel fest.

Die mediale Berichterstattung in Folge einer Pressemitteilung des BfR vom 29. Mai 2017 sorgte bei Verbrauchern, institutionellen Verwendern und in der Lebensmittelindustrie für Unsicherheit, ob Aluminiumschalen weiterhin gesundheitlich unbedenklich verwendet werden können. In der Stellungnahme Nr. 007/2017 stellte das BfR die Ergebnisse eigener Forschungsarbeiten vor, bei denen erhöhte Mengen von Aluminiumverbindungen aus unbeschichteten Aluminiumschalen auf die enthaltenen Speisen übergingen und verfasste eine entsprechend lautende Pressemitteilung. Zu Unrecht, wie Dr. Ulrich Nehring, Geschäftsführer des unabhängigen Institut Nehring und Mitglied der Ad-hoc Arbeitsgruppe "Metalle und Legierungen in Kontakt mit Lebensmitteln" des Europarates, in einem Video-Interview in Düsseldorf am 26. Juni erklärte. Der Experte zweifelt die Aussagen in der getroffenen Form an.

Skurrile Prüflebensmittel

Der Vorwurf an die Studienleiter des BfR: Die Auswahl der Prüflebensmittel sei skurril "...und selbst mit der gängigen Forschungspraxis eines worst-case Szenarios nicht vereinbar", wie der Institutsleiter feststellt. Anstelle von Speisen, die üblicherweise in Aluminiumschalen angeboten werden, wurden stark saurer Sauerkrautsaft sowie verdünntes Apfelmus und passierte Tomaten mit einem aggressiven pH-Wert über einen Zeitraum von zwei Stunden auf 65 Grad Celsius erhitzt. Apfelmus sei ein Dessert oder eine Beilage und würde üblicherweise nicht erhitzt. Passierte Tomaten seien meist ein Bestandteil von Saucen oder eine von mehreren Komponenten eines Gerichtes, die in der Kombination einen geringeren Säuregehalt hätten und damit nicht so stark mit Aluminiumoberflächen reagierten, wie es der Test suggeriert. Auch Sauerkraut würde verzehrfertig meistens mit anderen Zutaten wie etwa Fetten hergestellt und hätte damit einen ganz anderen pH-Wert als der getestete Sauerkrautsaft. Außerdem sei Sauerkraut im Unterschied zu Sauerkrautsaft nicht flüssig, wirft Dr. Nehring den BfR-Testern vor. "In der Konsequenz muss man sich die Frage stellen, warum die BfR-Prüfer nicht gängige und häufig im Markt anzutreffende Speisen und Zubereitungsformen getestet haben. Ein solcher Test hätte nach unseren Erfahrungen andere Ergebnisse zur Folge gehabt", erklärt der Experte für Lebensmittelsicherheit.

BfR testet unsachgemäße Verwendung und ignoriert Verwendungshinweise

Neben der Auswahl der eingesetzten Lebensmittel im Test kritisiert das Institut Nehring auch, dass die Aluminiumprodukte entgegen ihres ausgewiesenen Verwendungszwecks und damit unsachgemäß eingesetzt wurden. Grundsätzlich sind unbeschichtete Aluminiumschalen mit dem Verwendungshinweis "nicht für stark saure oder salzhaltige Lebensmittel verwenden" versehen. Für diesen Einsatzzweck gibt es beschichtete Aluminiummenüschalen. Es gibt auch keinen Grund anzunehmen, wie es das BfR latent voraussetzt, dass geschultes Küchenpersonal grundsätzlich nicht richtig und fachgerecht arbeitet und Aluminiumschalen unsachgemäß verwendet. "Gerade Großversorger wissen, dass sie die endgültige Verantwortung für das Produkt vor dem Gesetzgeber haben und sind sich dieser Verantwortung auch bewusst", sagt Nehring. Dennoch prüften die BfR-Tester mit einer Auswahl stark saurer Lebensmittel in unbeschichteten Aluminiumschalen. "Unbeschichtetes Aluminium sollte man nicht zur Zubereitung oder Aufbewahrung von sauren bzw. säurehaltigen Lebensmitteln verwenden. Wer die Hinweise auf den Umverpackungen beachtet oder auf beschichtete Aluminiumprodukte zurückgreift, kann sicher sein, den Übergang von Aluminium in das Lebensmittel zu verhindern", rät der Institutsleiter weiter. Auch Kunststoffbehälter und -verpackungen - wie in der nachfolgenden Presseberichterstattung des Öfteren angeführt - wären in der Regel keine Alternative, da diese nicht ohne Weiteres für die Zubereitung warmer Speisen geeignet seien.

Über Dr. Ulrich Nehring:

Dr. Ulrich Nehring ist Geschäftsführer des unabhängigen Institut Nehring und Mitglied der Ad-hoc Arbeitsgruppe "Metalle und Legierungen in Kontakt mit Lebensmitteln" des Europarates.

Interview mit Dr. Ulrich Nehring:
Deutsch mit englischen Untertiteln: 
https://vimeo.com/226278778/bc6897592a 
Deutsch mit deutschen Untertiteln: 
https://vimeo.com/226278265/04c34897ad 
Deutsch ohne Untertitel: 
https://vimeo.com/226277768/51e01f3a78 

Pressekontakt:

Guido Aufdemkamp
Executive Director
Tel: +49 211 387 326 10
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