Gruner+Jahr, BRIGITTE

Frauen fragen: Was haben wir erreicht?

    Hamburg (ots) -     So sieht die Gleichberechtigung im Alltag aus - Ein Zwischenfazit nach 30 Jahren Gleichberechtigung

    Nach 30 Jahren Gleichberechtigung könnten den jungen Frauen heute
alle Türen offen stehen. Sie sind gut ausgebildet, selbstbewußt und
sie wissen, was sie wollen. Trotzdem kommen sie nur selten nach ganz
oben, müssen sich oft entscheiden zwischen Kindern und Karriere.
    
    "Wir haben einiges erreicht, aber es geht viel langsamer als wir
dachten."  So zieht zum Beispiel Ingrid Kolb (59), Leiterin der
Hamburger Henri-Nannen-Journalistenschule und Feministin der ersten
Stunde, ein persönliches Fazit in der aktuellen Ausgabe der
Zeitschrift "Brigitte". In der Tat hat sich für die Frauen in den
letzten 30 Jahren viel verändert. Nach dem Gesetz sind sie den
Männern in allen Bereichen gleich gestellt. Wie es allerdings im
Alltag aussieht, beschreibt die "Brigitte" ebenfalls.
    
    Mit dem Stand der Gleichberechtigung sind die Deutschen so
unzufrieden wie seit 1974 nicht mehr. Nur 30 Prozent der Frauen
halten die Gleichberechtigung für weitgehend verwirklicht. 78 Prozent
der Frauen wollen endlich Taten sehen, aber nur 44 Prozent der Männer
halten das auch für erforderlich.
    
    Andererseits gilt unter jungen Frauen häufig, dass feministische
Ansichten nicht erwünscht sind. "Es gibt so ein diffuses
feministisches Grundbewußtsein, aber es gibt, außer im privaten
Bereich, keine Ausdrucksform dafür", faßt die 35jährige Redakteurin
Meike Dinklage das Gefühl von jungen Frauen zum Thema
Gleichberechtigung im Jahr 2001 zusammen.
    
    Doch konkreten Handlungsbedarf gibt es nach wie vor:
    
    Um durchschnittlich 44 Prozent sinkt das Einkommen einer Frau nach
einer Scheidung. Frauen mit Kindern haben monatlich 37 Prozent
weniger im Portemonnaie. Das Einkommen der Männer hingegen verringert
sich nach der Scheidung nur um sieben Prozent.
    
    Im Januar 2001 waren insgesamt 4093216 Deutsche arbeitslos, davon
1846751 Frauen. Damit liegt  die Arbeitslosenquote von Männern bei
11,4 Prozent, die der Frauen bei 10,7 Prozent. Mit 912 Mark Rente
müssen Frauen aus den alten Bundesländern auskommen. Männer hingegen
erhalten 1715 Mark.
    
    17 Frauen regieren die Bundesrepublik mit, sechs Ministerinnen und
elf parlamentarische Staatssekretärinnen. Damit liegt Deutschland im
europaweiten Vergleich auf Platz fünf.
    
    Fast die Hälfte aller Studierenden ist heute weiblich. Und: 1999
habilitierten 16 Prozent  mehr Frauen als 1998, neuer Höchststand!
Diese Zahl hat sich seit 1992 verdoppelt. Der Frauenanteil unter den
Professoren stieg in der gleichen Zeit von 6,5 auf knapp 10 Prozent.
    
    Die Zahl der Frauen in Führungspositionen ist in den letzten
Jahren kontinuierlich gestiegen. 1986 lag der Frauenanteil bei
mageren vier Prozent, jetzt sind es immerhin gute 13 Prozent. Aber
ganz oben, im Top-Management und in den Unternehmensvorständen,
arbeiten nur drei bis vier Prozent Frauen. Und: Während fast 80
Prozent aller erfolgreichen Männer Kinder haben, sind nur 50 Prozent
der Top-Frauen auch Mütter.
    
    Eine Stunde und zwölf Minuten beschäftigen sich deutsche Väter
täglich mit ihren kleinen Kindern, wenn sie älter werden reduziert
sich die Spielzeit noch weiter auf 53 Minuten. Mütter hingegen, auch
wenn sie berufstätig sind und die meiste Hausarbeit machen, widmen
sich dem Nachwuchs rund drei Stunden täglich. Nur knapp zwei Prozent
der Väter nehmen Erziehungsurlaub. 40 Prozent der Akademikerinnen
bleiben kinderlos, bei den Hauptschulabgängerinnen sind es 21
Prozent. Der häufigste Grund: Mangelnde Möglichkeiten der
Kinderbetreuung.
    
    Diese Daten hat die "Brigitte" aus verschiedenen Quellen
recherchiert (IfD Allensbach, Universität Wien, Universität
Bielefeld, Bundesamt für Arbeit, Statistisches Bundesamt).
    
    
ots Originaltext: Brigitte, Gruner + Jahr
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de


Für Interviews steht "Brigitte"-Redakteurin Meike Dinklage unter
Tel. 040/3703-2501 zur Verfügung.


HEINZ KIRCHNER PROMEDIA PR,
Falkenried 84,
20251 Hamburg
Tel. 040/48065518,
Fax 040/465130,
eMail H.Kirchner@ProMedia-PR.de

Original-Content von: Gruner+Jahr, BRIGITTE, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Gruner+Jahr, BRIGITTE

Das könnte Sie auch interessieren: