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WAZ führt Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften enger zusammen
WAZ-Chef Hombach: "Unnötige Parallelstrukturen nützen niemandem"

    München (ots) - Die WAZ-Mediengruppe will künftig stärker auf redaktionelle Synergien bei ihren Zeitungen und Zeitschriften setzen. Dies erklärte Geschäftsführer Bodo Hombach im Interview mit dem Wochenmagazin Werben & Verkaufen. Hombach bestätigte dort die Pläne des Zeitungskonzerns, eine zentrale Sportredaktion einzurichten. "Wir glauben, dass in vielen unserer Lokalausgaben die Sportteile besser werden, wenn wir die Redaktionen zusammenziehen", erklärt der ehemalige Kanzleramtsminister, der seit 2002 an der Spitze von Deutschlands drittgrößtem Zeitungskonzern steht. Hombach will mit der Umstrukturierung die journalistische Qualität der WAZ-Titel steigern. Die funktioniere "nur durch mehr Zusammenarbeit und Synergien", meint Hombach. "Unnötige Parallelstrukturen nutzen nichts und niemandem". Auch die zum Konzern gehörenden Zeitschriften (Gong, Ein Herz für Tiere) will Hombach "erheblich" in "die Synergiestrategie einbeziehen".

    Das Essener Verlagshaus modifiziert damit ein jahrzehntelang geübtes Prinzip, das unter dem Namen WAZ-Modell bekannt wurde. Es besagt, dass die WAZ-Zeitungen zwar wirtschaftlich im Verbund, redaktionell aber strikt getrennt agieren. Die aktuellen Synergiepläne hätten indes "nichts mit der Preisgabe von Titelidentitäten zu tun", so Hombach gegenüber W&V.

    Die WAZ-Gruppe denkt außerdem über Kooperationen mit anderen Verlagen nach. Bei "Fragen der Expansion" könnte sich Hombach "auch vorstellen, im Verbund mit anderen Verlagen" zu agieren. "Ein Verlag, der glaubt, er käme alleine durch, wird in relativ kurzer Zeit zum Objekt der Kaufbegehrlichkeiten Dritter", meint Hombach. Nur durch Kooperationen "auf technischem, logistischem und verlegerischem Gebiet" könne langfristig der Qualitätsjournalismus gestärkt werden. Berichte, die WAZ-Gruppe verhandele derzeit mit dem Holtzbrinck-Konzern über eine Kooperation im Bereich der Regionalzeitungen, wollte Hombach nicht kommentieren. Als mittelfristige Bedrohung eines "Journalismus, der seine gesellschaftliche Funktion in der Demokratie erfüllt", sieht Hombach auch eine mögliche Gratiszeitung. In fünf Jahren, prognostiziert der WAZ-Gruppen-Chef, werde es in Deutschland "eine tägliche Verschenkzeitung geben".

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