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Erste Erfolge im Kampf gegen Zwangsbeschneidung CARE-Projekt in Äthiopien zeigt, dass Zwangsbescheidung überwunden werden kann. Jamann: "Tradition rechtfertigt keine Zwangsmaßnahmen gegen Frauen."

    Bonn (ots) - Bonn, 6. Februar 2006. "Die medizinischen und psychologischen Folgen der Beschneidung von Frauen und Mädchen sind fatal. Die Praxis darf nicht durch Tradition gerechtfertigt werden", fordert der Hauptgeschäftsführer von CARE International Deutschland, Dr. Wolfgang Jamann, zum heutigen Tag gegen Mädchen-Beschneidung. Dass jahrtausende alte Riten durchbrochen werden können, beweist ein Projekt von CARE: Das Nomadenvolk der Afar in Äthiopien rückt mehr und mehr von der Beschneidung ab. In diesem im Nordosten des Landes lebenden Volk sind noch 95 Prozent der Frauen beschnitten. Nur so war es bisher möglich, einen Ehemann zu finden. Jamann, der vier Jahre in Ostafrika gearbeitet hat, kennt die Probleme und Konsequenzen für die Frauen: "Von einem Ehemann hängt die Zukunft der Frauen ab: Ohne Familie gibt es kein Auskommen. Viele Frauen aber leiden unter den lebenslangen Folgen der Genitalverstümmelung bis hin zu schweren Komplikationen bei Geburten und zum Tod."

    Jamann erläutert den Ansatz der Projektarbeit: "CARE setzt auf Aufklärung - nicht nur von Frauen, sondern vor allem auch von Männern." Mit Hilfe eines Videofilmes wurden die Dorfältesten der Afar über Zwangsbeschneidung informiert. CARE-Mitarbeiter standen im ständigen Dialog mit den Angehörigen der Afar, erklärten in Diskussionsrunden die gesundheitlichen Folgen der Beschneidung. Schließlich gelang es, die politischen und religiösen Autoritäten zu überzeugen. Sie sprachen sich öffentlich gegen die Beschneidung aus. Damit war ein entscheidender Grundstein gelegt: Die Stammesführer verdeutlichten, dass die Zwangsbeschneidung weder im Koran noch in anderen Traditionen vorgeschrieben ist und verurteilten sie sogar. Seitdem bleibt immer mehr Mädchen der Afar die Beschneidung erspart.

    Das Projekt zieht mittlerweile Kreise: Im internationalen CARE-Verbund wurde die Arbeit gegen Zwangsbeschneidung in weitere Teile der Region ausgedehnt. CARE bezieht auch die Regierung mit ein und fordert eine klare rechtliche Verurteilung der Mädchen- und Frauenbeschneidung. Jamann resümiert: "Mit kontinuierlicher Aufklärung hat CARE einen Sinneswandel bei den Afar erzeugt. Dadurch erhielten die Frauen der Gemeinschaft das universelle Recht auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit."

    Spendenkonto 4 40 40 Sparkasse KölnBonn (BLZ 380 500 00) Onlinespenden unter www.care.de Stichwort: Beschneidung Äthiopien

    ACHTUNG REDAKTIONEN: Dr. Wolfgang Jamann steht für Interviews zur Verfügung. Unsere Pressestelle vermittelt Ihnen gerne einen Kontakt.

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