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18.03.2004 – 11:37

CARE Deutschland e.V.

Die Rückkehr der Gewalt im Kosovo: Versöhnung und Friedensarbeit wichtiger denn je

    Bonn (ots)

CARE fordert stärkeres Engagement zur Förderung
gewaltfreier Konfliktlösungen im ehemaligen Jugoslawien /
Erfolgreiche Projekte mit ethnisch gemischten Dörfern und
kriegstraumatisierten Kindern
    
    Die Hilfsorganisation CARE zeigt sich besorgt und alarmiert
über den neu aufbrechenden Hass im Kosovo. Manuela Roßbach,
Geschäftsführerin von CARE Deutschland: "Das Aufflammen gewaltsamer
Auseinandersetzungen zwischen Serben und Albanern zeigt, wie
zerbrechlich die Bildung eines stabilen, multi-ethnischen und
demokratischen Kosovo noch immer ist. Mindestens 18 Tote, hunderte
Verletzte, niedergebrannte Häuser, Kirchen und Moscheen führen uns
erschreckend vor Augen, wie wichtig Projekte zur Förderung von
Frieden, Versöhnung und Toleranz im ehemaligen Jugoslawien sind und
bleiben. Wir müssen diese Arbeit dringend intensivieren."
    
    Kurz bevor sich der Beginn des Kosovo-Krieges am 24. März zum
fünften Mal jährt, sind nach dem Tod zweier albanischer Kinder in der
geteilten Stadt Mitrovica Straßenschlachten und Unruhen ausgebrochen,
die sich auf weitere Städte des Kosovo und Serbiens ausbreiten.
    
    Bujar Hoxha, Projektleiter der Hilfsorganisation CARE im Pristina:
"Kriegstraumen und Misstrauen sitzen vielerorts bei beiden
Bevölkerungsgruppen noch immer zu tief, um problemlos wieder Tür an
Tür zu leben. Beide Seiten brauchen eine gezielte Vorbereitung und
neutrale Moderation, um sich miteinander zu arrangieren."
    
    "Die Provinz braucht weiterhin massive Unterstützung beim Aufbau
ziviler, demokratischer  und wirtschaftlicher Strukturen sowie bei
der Überwindung von Hass und Gewalt", fordert Manuela Roßbach.
"Private Hilfsorganisationen wirken hier als wichtige Vermittler und
Impulsgeber gewaltfreier Konfliktlösungen."
    
    Seit 1997 im Kosovo, arbeitet CARE in multi-ethnischen
Dorfgemeinden für eine friedliche Wiedereingliederung von
Minderheiten und zurückkehrenden Flüchtlingen. Als Moderator bringt
die Organisation Roma, Serben und Albaner an einen Tisch und
initiiert gemeinsame Dorfaktionen, die die Lebenssituation aller
verbessern und Misstrauen abbauen helfen.
    
    So beispielsweise in Berivojcé: 1.200 Albaner, 800 Serben und 300
Roma leben hier Tür an Tür. Mit CARE verständigten sie sich erstmals
über gemeinsame Ziele und Prioritäten des Dorfaufbaus. Erstes
symbolträchtiges Ergebnis war der Bau einer Brücke unter
Arbeitseinsatz aller Bewohner. "Serben, Roma und Albaner haben
erstmals wieder gemeinsam Stein auf Stein gesetzt", sagt Zoran
Jeftic, Vertreter der Serben des Dorfes. "Die Brücke ist für uns ein
Symbol des Friedens geworden. Sie zeigt, dass wir nur gemeinsam
weiterkommen", so Bekim Leci, Sprecher der albanischen Mehrheit.
    
    Die größte Unterstützung bei der Überwindung von Hass und Gewalt
brauchen jedoch weiterhin die Kinder. Noch immer leiden viele von
ihnen an posttraumatischen Symptomen wie Bettnässen, Alpträumen,
Ängstzuständen, extremer Agression, Apathie oder Rückzug in die
soziale Isolation. "Werden diese Kinder mit ihren seelischen
Verletzungen alleine gelassen, ist es schwer, den Kreislauf von
Gewalt und Ausgrenzung im Kosovo zu durchbrechen", sagt Sigrid
Maurer, Leiterin des CARE-Büros in Prizren, Kosovo. Seit Mitte 2000
führt CARE dort gemeinsam mit der Karl Kübel Stiftung und dem
Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ) ein Pilotprojekt für traumatisierte Kinder durch.
    
    Über Lehrerfortbildungen, Elterngespräche, Schulprogramme,
freizeitpädagogische und kreative Aktivitäten wie Malen, Kunst- und
Theaterprojekte wurden mehr als 2.800 Kinder darin unterstützt, sich
unter professioneller Betreuung behutsam mit ihren schrecklichen
Erlebnissen auseinanderzusetzen, Kriegstraumata zu verarbeiten und
sich langsam für eine multikulturelle Gemeinschaft zu öffnen.
    
    Mitte 2003 wurde der Schwerpunkt des Programmes auf die Erziehung
zu Frieden und Toleranz verlagert. Gleichzeitig bezogen CARE und die
Karl Kübel Stiftung zwölf neue ethnisch gemischte Schulstandorte in
der Region Prizren in ihre Arbeit ein. Zurzeit nehmen rund 8.800
Kinder sowie ihre Lehrer und Eltern an diesem Projekt teil.
    
    Um die Erziehung zu Frieden und Toleranz im Kosovo fortführen zu
können, muss CARE Deutschland bis Ende nächsten Jahres 97.000 EUR aus
Spenden aufbringen:
    
    Spendenkonto 44 040
    Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00)
    Stichwort: Kosovo
    Online-Spenden: www.care.de
    
    Ausführliche Informationen zum Projekt finden Sie unter
http://www.care.de/be_kosovo.html
    
    Interviews mit Sigrid Maurer, der deutschsprachigen Leiterin des
CARE-Büros in Prizren/Kosovo, vermittelt die Pressestelle von CARE
Deutschland:
    
    
    
ots Originaltext: CARE Deutschland e.V.
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Pressekontakt:
Christina Heitmann, Pressesprecherin,
Tel. +49 (0)228 97563-23,
Mobil +49 (0)170 2046339,
heitmann@care.de

Christian Worms, Redaktion Print/Online,
Tel. +49 (0)511 98437-66,
Mobil +49 (0)163 6250466,
worms@care.de

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