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06.02.2003 – 09:01

CARE Deutschland e.V.

Afghanistan: Sicherheitsvakuum gefährdet den Wiederaufbau
CARE fordert Friedenstruppen auch außerhalb Kabuls
Klare Trennung von militärischer und humanitärer Hilfe erforderlich

    Bonn/Kabul (ots)

Am 10. Februar übernehmen deutsche und
niederländische Truppen das Kommando über die ISAF-Kontingente zur
Friedenssicherung in Afghanistan. Aus diesem Anlass fordert CARE, das
Einsatzgebiet der internationalen Schutztruppe über Kabul hinaus zu
erweitern und den Aufbau regulärer afghanischer Sicherheitskräfte zu
beschleunigen. Überlegungen, in Afghanistan stationierte Streitkräfte
verstärkt für den Wiederaufbau einzusetzen, kritisiert die
Hilfsorganisation.
    
    "Militärisches Engagement beim Wiederaufbau ist kein Ersatz für
Sicherheit. Nur internationale Truppen können das akute
Sicherheitsvakuum im heutigen Afghanistan füllen", heißt es in dem
von CARE veröffentlichten "Policy Brief". Es sei der falsche
Zeitpunkt, militärische Ressourcen auf Kosten ungelöster
Sicherheitsprobleme für den Wiederaufbau abzustellen. Humanitäre und
zivile Aufgaben könnten und sollten durch zivile Kräfte koordiniert
werden.
    
    Trotz wiederholter Bitten der afghanischen Bevölkerung, von
Politikern und sogar regionalen Militärkommandeuren bleibt die
internationale Gemeinschaft bei ihrer Entscheidung, die
Friedenssicherung nicht über die Hauptstadt Afghanistans hinaus zu
erweitern. Stattdessen will sie Sicherheit und politische Stabilität
im Land durch Wiederaufbauhilfe fördern.
    
    Der Vorschlag sieht vor, so genannte "Joint Regional Teams" (JRT)
einzusetzen. Sie bestehen aus Soldaten, militärisch-zivilen
Verbindungsoffizieren und Vertretern der US-Regierung. Sie sollen in
sieben bis zehn afghanischen Städten schätzen, welche Hilfe benötigt
wird, und die angemessene Vorgehensweise bestimmen. Die CARE-Studie
kommt zu dem Schluss: "Es ist zu bezweifeln, dass dieser Ansatz dem
Sicherheitsproblem in Afghanistan gerecht wird."
    
    "Mit mehr als 200.000 bewaffneten Männern haben die Kommandeure
der Milizen ein Sicherheitsvakuum außerhalb Kabuls gefüllt, das durch
das Fehlen einer afghanischen Armee oder einer internationalen
Friedenstruppe entstanden ist", warnt CARE-Mitarbeiter Kevin Henry,
einer der Autoren der Untersuchung. "Die irregulären Truppen nehmen
an Größe und Macht zu. Eine internationale Friedenstruppe muss in
Schlüsselpositionen außerhalb Kabuls stationiert werden, bis die
nationale Armee Afghanistans ihre volle Stärke erreicht hat. Die
Demobilisierung der Milizen und die Ausbildung der nationalen Armee
sowie der Polizeieinheiten müssen verstärkt werden."
    
    Bis jetzt haben nur wenige tausend Rekruten eine Ausbildung für
die nationale Armee Afghanistans durchlaufen. Die Hälfte ist
mittlerweile desertiert. Ausbildung und Bezahlung, so die
CARE-Untersuchung, müssten verbessert und mehr Anreize geschaffen
werden, Rekruten vom Desertieren abzuhalten. Nur so könne eine
effektive und repräsentative afghanische Sicherheitstruppe in einem
Zeitraum von weniger als zehn Jahren geschaffen werden.
    
      Der "Policy Brief" im Wortlaut ist in deutscher und englischer
Fassung bei der Pressestelle von CARE Deutschland erhältlich. Beide
Dokumente stehen auch zum direkten Download auf unserer Homepage
www.care.de (Menupunkt Aktuell) bereit.

    
    CARE in Afghanistan
    
    CARE ist seit 1961 in Afghanistan tätig. Derzeit werden unter
anderem rund 400.000 Menschen in Kabul mit Trinkwasser sowie 10.000
Witwen und ihre Familien mit Nahrung und Arbeitsmöglichkeiten
versorgt. Darüber hinaus unterstützt CARE den Bau und die Ausstattung
von Schulen in ländlichen Regionen Afghanistans. Ein Hauptaugenmerk
gilt dort der Integration und Förderung von Mädchen.
    
    CARE Deutschland ist Mitglied von 'Aktion Deutschland Hilft'.
Unter diesem Namen haben sich neun Organisationen
zusammengeschlossen, um im Falle großer Katastrophen ihre Kapazitäten
zu bündeln und Hilfseinsätze stärker aufeinander abzustimmen.
Aktionspartner sind: ADRA, Arbeiter-Samariter-Bund,
Arbeiterwohlfahrt, CARE, HELP, Die Johanniter, Malteser Hilfsdienst,
Paritätischer Wohlfahrtsverband und World Vision. Weitere
Informationen finden Sie im Internet unter
www.aktion-deutschland-hilft.de
    
      
ots Originaltext: CARE
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Pressekontakt:
Christian Worms: +49 228 97563-28 (Fax -51)
mobil +49 163 6250466
worms@care.de

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