Das könnte Sie auch interessieren:

Frauen ist Karriere wichtiger als Männern

Hamburg (ots) - Karriere machen ist den weiblichen PR-Profis wichtiger als ihren männlichen Kollegen. Das ...

Scheitern Sterne-Köche an anspruchsvoller Shanghai-Küche? Die neue Kochshow "Top Chef Germany" am Mittwoch, 15. Mai 2019, um 20:15 Uhr in SAT.1

Unterföhring (ots) - Wie gut kennen sich deutsche Sterne-Köche mit asiatischen Köstlichkeiten aus? Werden ...

Mehr drin zum selben Preis: ALDI TALK stockt Datenvolumen inkl. LTE deutlich auf

Essen/Mülheim a. d. Ruhr (ots) - ALDI TALK stockt das Datenvolumen in seinen Kombi-Paketen, Internet-Flatrates ...

Alle Meldungen
Abonnieren Sie alle Meldungen von CARE Deutschland e.V.

03.02.2003 – 13:27

CARE Deutschland e.V.

CARE wendet sich an die Vereinten Nationen: Irak-Krieg hätte katastrophale Folgen
Büroleiterin aus Bagdad beim Weltsicherheitsrat

    Bonn/New York (ots)

    Irakische Bevölkerung leidet seit Jahren unter Hunger und
Krankheit / Situation mit 1991 nicht mehr zu vergleichen: Keine
Ressourcen, um zusätzliche Krise aufzufangen
    
    Deutschland hat am 1. Februar den Vorsitz im Weltsicherheitsrat
übernommen. Aus diesem Anlass warnt CARE, eine der wenigen großen
Hilfsorganisationen im Irak, erneut vor den katastrophalen Folgen
eines Krieges.
    
    Margaret Hassan, Leiterin des CARE-Büros in Bagdad, traf jetzt in
New York mit Vertretern des Weltsicherheitsrates und weiterer
UN-Organisationen zusammen, um sie über die gegenwärtige humanitäre
Krise in ihrem Land zu informieren.
    
    Nach Verhängung umfassender UN-Sanktionen im Jahr 1990 und dem
ersten Golfkrieg 1991 erreichte die Not bereits Mitte der 90er Jahre
verheerende Ausmaße. "Die Menschen im Irak haben keine Kräfte mehr,
mit einer zusätzlichen Krise fertig zu werden", erklärt Hassan.
    
    Vor dem Golfkrieg hatten die Iraker einen hohen Lebensstandard,
die Mehrheit der Bevölkerung zählte zur relativ wohlhabenden
Mittelschicht. Mit einem guten Bildungsniveau, geringer
Kindersterblichkeit, ausreichendem Zugang zu Trinkwasser und
Sanitäreinrichtungen lag der Irak 1990 noch an 67. Stelle des
UN-Entwicklungsindexes. Grundlage des hohen Lebensstandards bildeten
die Einkünfte aus Ölexporten. Als diese nach 1990 ausblieben, geriet
der Irak rasch in eine Situation, die geprägt war von Nahrungs- und
Wassermangel, verfallenden Gesundheits- und Bildungssystemen, einer
kollabierenden oder zerstörten Infrastruktur und Wirtschaft.
Konsequenz dieser Entwicklung war eine sich ständig verschärfende
humanitäre Krise.
    
    Durch den Kollaps der Wasseraufbereitung im Irak fließen Tag für
Tag 500.000 Tonnen ungeklärter Abwässer in saubere Quellen. Allein
300.000 Tonnen verschmutzen den Tigris in Bagdad - die einzige
Wasserquelle der Hauptstadt.
    
    Elektrischer Strom, einst auch in entlegensten Dörfern verfügbar,
fließt heute in vielen Teilen des Irak kaum noch zwölf Stunden am
Tag. Weite Teile der Bevölkerung im Zentral- und Südirak spüren die
dramatischen Auswirkungen: Wasserquantität und -qualität nehmen ab,
die Arbeit von Gesundheitsdiensten und  Bildungseinrichtungen ist
zunehmend gefährdet.
    
    "Öl für Lebensmittel" - Rationen reichen nicht
    
    Obwohl das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen
bestätigt, dass das staatliche System der Lebensmittelausgabe hoch
effizient ist, sind die von der irakischen Regierung verteilten
Monatsrationen aus dem "Oil-for-Food"-Programm unzureichend. Sie
versorgen die meisten Familien lediglich 21 bis 25 Tage. Der
Kaloriengehalt dieser Unterstützung entspricht zwar Mindeststandards
der Weltgesundheitsorganisation, die Zusammensetzung der Nahrung aber
bleibt unausgewogen. Sie besteht hauptsächlich aus Kohlenhydraten,
ist arm an Proteinen und Nährstoffen.
    
    Nach Angaben des WFP bildet die staatliche Lebensmittelhilfe für
40 Prozent der Iraker gleichzeitig Hauptquelle des
Familieneinkommens. Die Bevölkerung verfügt nur noch über wenig oder
gar kein Bargeld. Nach Berichten des UN-Generalsekretärs müssen viele
Familien Teile ihrer Ration gegen andere lebensnotwendige Güter
tauschen.
    
    In den zwölf Jahren des Wirtschaftsembargos haben die meisten
Iraker alles veräußert, was sie besaßen. In vielen Fällen wurden
Möbel, Teppiche, Küchengeräte und anderer Hausrat verkauft, um Geld
für dringend benötigte Medikamente und Behandlungen oder zur
Befriedigung anderer wichtiger Grundbedürfnisse aufzubringen. Heute
besitzen die meisten Familien im Irak wenig mehr als ein eigenes Dach
über dem Kopf.
    
    Ein Drittel der Kinder geht nicht mehr zur Schule
    
    Der Anteil chronisch unterernährter Kinder unter fünf Jahren stieg
von 18,7 Prozent nach dem Golfkrieg 1991 auf 30 Prozent im Jahr 2000.
Irakische KIeinkinder leiden durchschnittlich 14 mal im Jahr unter
Durchfall, was einem Anstieg von etwa 300 Prozent gegenüber 1990
entspricht. Ein Drittel aller Kinder besucht keine Schule mehr, weil
ihre Familien nicht in der Lage sind, die damit verbundenen Kosten zu
tragen. Dies gefährdet auch die Gleichberechtigung im Irak: Mehr
Mädchen als Jungen werden heute vom Unterricht fern gehalten, während
vor 1990 die Teilnahme ausgewogen und der Bildungskanon für Jungen
und Mädchen annähernd gleich war. Mehr als die Hälfte der
Schulgebäude im Irak befinden sich laut UNICEF in einem für Schüler
und Lehrer unzumutbaren Zustand.
    
    CARE nahm seine Tätigkeit im Irak nach dem ersten Golfkrieg auf.
Seither ist das Hilfswerk die einzige internationale
Nicht-Regierungsorganisation, die kontinuierlich im Süden und der
Mitte des Irak präsent war und dort bis heute aktiv ist. In den
vergangenen elf Jahren hat CARE mit Projekten der humanitären
Unterstützung und des Wiederaufbaus mehr als sieben Millionen
Menschen erreicht - etwa ein Drittel der irakischen Bevölkerung.
    
    Seit 1995 konzentriert CARE seine Projekte auf die
Arbeitsschwerpunkte Wasser, Gesundheit und Kinder. Unter anderem
wurden 97 Kinderkliniken regelmäßig mit Ergänzungsnahrung und
lactose-freier Milch versorgt. Durch diese Programme gewann CARE
einen nachhaltigen Einblick in den Gesundheitszustand der Bevölkerung
und die Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern oder Gesundheitszentren.
    
    "Weil CARE dort hilft, wo die Not am größten ist, kennen wir jedes
einzelne Hospital im Irak", sagt Margaret Hassan. "Wir tun, was wir
können. Unsere größten Ressourcen sind die Erfahrung und das
Engagement unserer 30 einheimischen Mitarbeiter." Ein Krieg im Irak
würde ihre Arbeit mit der Not leidenden Bevölkerung um Jahre zurück
werfen.
    
    Um die Irak-Hilfe aufrecht erhalten und intensivieren zu können,
ist CARE auf Spenden angewiesen: Spendenkonto 44 040 Stichwort "Irak"
Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00) Online-Spenden: www.care.de
    
    
ots Originaltext: CARE
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Pressekontakt:

Christian Worms: +49 228 97563-28 (Fax -51),
mobil +49 163 6250466,
worms@care.de

Original-Content von: CARE Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell

Alle Meldungen
Abonnieren Sie alle Meldungen von CARE Deutschland e.V.
  • Druckversion
  • PDF-Version

Themen in dieser Meldung