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30.09.2019 – 10:38

Russell Reynolds Associates

MDAX schlägt DAX: Aufsichtsräte internationaler, agiler und günstiger als DAX-Gremien - Erstmals Frauenquote überschritten

München (ots)

- MDAX holt bei Diversität der Aufsichtsräte schnell auf und ist 
stellenweise weiter als der DAX
- Mehr nicht-deutschsprachige Aufsichtsräte als beim DAX
- Anteil der Digitalisierungsexperten steigt schneller
- MDAX-Aufsichtsräte verursachen nur die Hälfte der Kosten von 
DAX-Aufsichtsräten
- Verflechtung der MDAX-Unternehmen über Aufsichtsräte geringer als 
beim DAX
- Erstmals ist auch in MDAX-Aufsichtsräten die Frauenquote von 30% 
überschritten
- Aber zwei Drittel der MDAX-Unternehmen haben noch rein männliche 
Vorstände 

Die im Aktienindex MDAX zusammengefassten 60 Unternehmen haben dieses Jahr bei der Diversität ihrer Aufsichtsräte große Fortschritte gemacht und den DAX zum Teil sogar überholt. So sind die Aufsichtsräte des MDAX mit einer Quote nicht-deutschsprachiger Mitglieder von 27% bereits internationaler als der DAX mit 20%. Auch hat der MDAX dieses Jahr zum ersten Mal die gesetzliche Frauenquote von 30% überschritten; der Frauenanteil in MDAX-Aufsichtsräten (Kapitalseite) liegt jetzt bei 30,6%, auf die gesamten Gremien bezogen (inkl. Arbeitnehmervertretung) bei 32%.

Zwar hat der DAX die Frauenquote schon vor zwei Jahren erreicht, doch verlief die Entwicklung beim MDAX seit 2013 steiler, denn beim MDAX lag der Frauenanteil vor sechs Jahren erst bei 14%. Auch liegt der Frauenanteil der dieses Jahr neu gewählten Aufsichtsräte beim MDAX mit 33% deutlich höher als beim DAX (22%). Zudem gibt es erstmals drei weibliche Aufsichtsratsvorsitzende (gegenüber zwei Frauen an der Spitze von Aufsichtsräten im DAX). Das geht aus einer Erhebung der Personalberatung Russell Reynolds Associates hervor. Das auf die Besetzung von Spitzenpositionen spezialiserte Unternehmen untersucht dazu seit 2015 die Zusammensetzung der Aufsichtsräte der MDAX-Unternehmen.

"Der MDAX steht oft im Schatten des 'großen Bruders' DAX. Doch mittlerweile ist der MDAX zum Teil agiler und dynamischer als der DAX, wenn es um die Besetzung der Aufsichtsräte geht, Veränderungen verlaufen schneller. Das sehen wir bei der Frauenquote. Auch bei der Internationalisierung ist der MDAX weiter als der DAX", sagt Jens-Thomas Pietralla, Leiter der Europäischen CEO & Board Praxisgruppe bei Russell Reynolds Associates.

Die Zahl der Digitalisierungsexperten in MDAX-Aufsichtsräten stieg in den vergangenen beiden Jahren um 74%, und damit schneller als beim DAX. Aktuell verfügen 43% der Unternehmen über Digitalkompetenz, 20% haben zwei oder mehr Digitalisierungsexperten an Bord; 12% aller Aufsichtsräte (Aktionärsvertreter) verfügen über Expertise in Digitaliserungsfragen. Allerdings ist dieses Wissen noch nicht gleichmässig verteilt; der Anteil der Unternehmen, die noch gar keinen Experten für Digitalisierung in den Aufsichtsrat berufen haben, ist höher als beim DAX.

"Während der MDAX zunächst hinterherhinkte, hat er nun bei der Besetzung der Aufsichtsräte mit Digitaliserungsexperten Fahrt aufgenommen und beim Tempo den DAX überholt", sagt Dr. Thomas Tomkos, Leiter der deutschen CEO & Board Praxisgruppe bei Russell Reynolds Associates.

Großen Nachholbedarf gibt es jedoch - ähnlich wie beim DAX - beim Frauenanteil auf Vorstandsebene. So haben zwei Drittel der MDAX-Unternehmen (40 von 60 Firmen) immer noch einen rein männlichen Vorstand. Im DAX gibt es noch sieben Unternehmen (von 30), die keine Frau im Vorstand haben.

Beim Vergleich der Vergütungen kommt die Untersuchung von Russell Reynolds zu dem Ergebnis, dass die Aufsichtsräte der MDAX-Unternehmen sehr viel günstiger arbeiten als die vergleichbaren Gremien des DAX. Die Aufsichtsräte kommen mit weniger Personal aus und die Vergütung liegt mit durchschnittlich 100.000 Euro pro Jahr fast 50% unter der Bezahlung der DAX-Kollegen und -Kolleginnen. Die höchste durchschnittliche Bezahlung gibt es bei Axel Springer (mehr als 300.000 Euro), die niedrigste bei Telefonica Deutschland (weniger als 25.000 Euro). Das Gehaltsgefälle zwischen Aufsichtsräten und Vorständen ist beim MDAX - ähnlich wie im DAX - hoch: Vorstandsvorsitzende verdienen 13 Mal mehr als ihre Aufsichtsratsvorsitzenden (im Durchschnitt rund 2,4 Millionen Euro).

Weiter kommt die Russell Reynolds-Studie zu dem Ergebnis, dass die Verflechtung der MDAX-Unternehmen untereinander durch Aufsichtsräte mit mehreren Mandaten weiter abnimmt und insgesamt gering ausfällt. Nur 22 Unternehmen sind auf diese Weise miteinander verbunden. 38 Unternehmen (63%) haben keine einzige Verbindung innerhalb des Indexes. Die Verflechtung ist damit geringer als beim DAX (7 Unternehmen oder 23% haben keinerlei Verbindung untereinander).

Die Studie bewertet die Zusammensetzung der MDAX-Aufsichtsräte nach den Kriterien Geschlechteranteil, Nationalitäten, Auslandserfahrung, Altersverteilung und Verweildauer, und vergibt dafür eine Gesamtnote. Die durchschnittliche Bewertung verbessert sich 2019 auf 2,3 (deutsches Schulnotensystem). Das Ranking führen dieses Jahr Evonik, Metro und Telefonica Deutschland an.

Vollständige Studie herunterladen: http://ots.ch/UA2asf

Pressekontakt:

Shepard Fox Communications
Axel Schafmeister
Tel.: +41 44 252 0708
Mobil: +41 78 714 8010
axel.schafmeister@shepard-fox.com

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