Ärzte ohne Grenzen

Länder-Update: Pakistan/Indien, 10. November 2005

    Berlin/Islamabad (ots) - Mehr als einen Monat nach dem Erdbeben in Kaschmir arbeiten die Helfer gegen die Zeit: Der Winter steht bevor und die Bergdörfer sind teils immer noch schwer erreichbar. Manche Regionen sind weiter nur per Helikopter oder zu Fuß zugänglich. Rund 400 nationale und internationale Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen leisten in beiden Teilen Kaschmirs und in der pakistanischen Nord-West-Provinz medizinische Nothilfe und psychosoziale Unterstützung. Teams verteilen Hilfsgüter für Tausende und bereiten Trinkwasser auf. Bisher wurden mehr als 800 Tonnen Material in die Region gebracht, darunter winterfeste Zelte. Das veranschlagte Budget für den Hilfseinsatz von Ärzte ohne Grenzen liegt derzeit bei mehr als 18 Millionen Euro.

    Aktivitäten in Pakistan (Auszug): In Pakistan helfen Teams von Ärzte ohne Grenzen von 18 Orten aus. Die Helfer führten in der vergangenen Woche rund 4.000 Konsultationen durch. Sie treffen auf eine zunehmende Zahl von Patienten mit Atemwegs- und Hautinfektionen sowie Durchfallerkrankungen. Diese Krankheiten sind auf die oft schlechten Lebensbedingungen zurückzuführen. Darüber hinaus wurden mehr als 4.000 Kinder gegen Masern geimpft. Ein wichtiger Aspekt der Hilfe liegt zudem auf der psychosozialen Unterstützung der Erdbebenopfer.

    In der schwer zerstörten Hauptstadt des pakistanischen Teils Kaschmirs, Muzaffarabad, wurden 15 nationale Mitarbeiter für die psychosoziale Unterstützung der Menschen ausgebildet. In den umliegenden Dörfern Saidpur, Kai Manja, Lamnian und Lipa hat Ärzte ohne Grenzen ambulante Behandlungszentren eingerichtet. Auf der Suche nach Bevölkerungsgruppen, die noch Hilfe benötigen, erkunden Teams weiter die Region.

    Auf dem Gelände des zerstörten Bezirkskrankenhauses von Bagh hat Ärzte ohne Grenzen eine Klinik mit 25 Zelten aufgebaut. Dort stehen unter anderem ein Operationssaal, ein Kreißsaal, ein Labor, eine Intensivstation und eine Station mit 40 Betten zur Verfügung. Auch von Bagh aus leistet Ärzte ohne Grenzen Hilfe in umliegenden Orten.

    In Mansehra unterstützt Ärzte ohne Grenzen das Bezirkskrankenhaus unter anderem mit Zelten für 120 Patienten, mit Personal für die chirurgische Abteilung und die Versorgung Verletzter. Viele Patienten kommen mit entzündeten Wunden, die teils operiert werden müssen. Psychologen kümmern sich besonders um die Betreuung von Kindern.

    Aktivitäten in Indien (Auszug): Ärzte ohne Grenzen unterstützt die Menschen auf der indischen Seite von Kaschmir mit psychosozialer Hilfe. Zudem verteilt die Organisation Hilfsgüter wie winterfeste Zelte und Decken und stellt Krankenhäusern medizinisches Material zur Verfügung.

    Ärzte ohne Grenzen bittet um freie Spenden, um die Menschen in Pakistan, Indien und in anderen Krisengebieten weltweit medizinisch versorgen zu können.

Pressestelle, Christiane Löll Tel: 030-22 33 77 00 www.aerzte-ohne-grenzen.de

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