Ärzte ohne Grenzen

Pakistan/Indien: Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen nach dem Erdbeben
Hilfe für Überlebende in entlegenen Dörfern

    Berlin/Islamabad (ots) - 19. Oktober 2005. Elf Tage nach dem Erdbeben in Kaschmir konzentriert sich die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verstärkt auf die Hilfe für die Überlebenden in abgelegenen Bergdörfern. Mehr als 200 nationale und internationale Mitarbeiter leisten in beiden Teilen Kaschmirs und in der pakistanischen Nord- West-Provinz medizinische und psychologische Nothilfe. Teams verteilen Hilfsgüter für Tausende von Menschen. Bisher wurden rund 400 Tonnen Material in die Region gebracht, darunter winterfeste Zelte. Große Sorgen bereitet den Teams der nahende Wintereinbruch.

    Pakistan: Basis für die Aktivitäten der Teams von Ärzte ohne Grenzen ist die stark vom Beben betroffene Hauptstadt des pakistanischen Teils Kaschmirs, Muzaffarabad. Von dort aus leisten sie auch Hilfe in mehr als einem Dutzend ländlich gelegenen Orten. Die Mitarbeiter stoßen immer weiter in die zerstörten Regionen und zu den Hilfsbedürftigen vor - wegen unpassierbarer Straßen vielfach zu Fuß oder per Helikopter.

    Auf dem Universitätsgelände Muzaffarabads leistet ein Team psychosoziale Hilfe für Traumatisierte. Etwa tausend Menschen, die Familienangehörige und Zuhause verloren haben, sind hier in Zelten untergekommen.

    Auf dem Gelände des zerstörten Bezirkskrankenhauses von Bagh baut Ärzte ohne Grenzen eine Zeltklinik auf. In zwei großen Zelten sollen Verletzte ambulant, stationär und chirurgisch versorgt werden. Die Stadt im Süden Muzaffarabads, in der rund 60.000 Menschen leben, ist fast vollständig zerstört. Die Teams helfen zudem in zwei ambulanten Zentren.

    In Islamabad behandeln Nierenspezialisten Schwerverletzte mit dem Crush-Syndrom. Bei diesem können starke Muskelverletzungen unbehandelt zu Nierenversagen und zum Tod führen. In den vergangenen Tagen sind hunderte Patienten mit großflächigen Quetschungen in die pakistanische Hauptstadt gebracht worden. Ärzte ohne Grenzen hat vier Dialysegeräte und Medikamente zur Behandlung dieser Patienten eingeflogen.

    Indien: Ärzte ohne Grenzen hilft den Menschen in Tangdhar, Uri und Srinagar. In den Kliniken von Srinagar unterstützen Teams Überlebende medizinisch und psychosozial. Ein Schwerpunkt liegt auf der Betreuung von Waisenkindern. In der nahe der Grenze zu Pakistan gelegenen, stark bevölkerten Region Tangdhar versorgen mobile Teams Verletzte. Mitarbeiter verteilen Nahrungsmittel, Decken und winterfeste Zelte.

    Ärzte ohne Grenzen bittet um freie Spenden, um die Menschen in Pakistan, Indien und anderen Krisengebieten weltweit medizinisch versorgen zu können.

Pressestelle, Christiane Löll, Svenja Kühnel Tel: 030-22 33 77 00 www.aerzte-ohne-grenzen.de

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