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Ernährungskrise in Niger verschärft sich weiter: ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert mehr Hilfe

    Berlin/Zinder (ots) - Eine Ernährungsstudie der internationalen Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN in der Region Zinder hat ergeben, dass sich die ohnehin kritische Situation weiter verschlechtert. Eine Besserung der Lage sei nicht absehbar. ÄRZTE OHNE GRENZEN ruft andere Hilfsorganisationen dazu auf, rasch in Niger tätig zu werden und die Nahrungsmittelverteilungen auszuweiten. Jedes fünfte Kind in der Region Zinder ist unterernährt. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die ÄRZTE OHNE GRENZEN mit dem epidemiologischen Institut Epicentre im August durchgeführt hat. Bei Kindern unter zweieinhalb Jahren ist die Situation noch dramatischer: Jedes dritte Kind dieser Altersklasse ist unterernährt, 5,6 Prozent leiden unter schwerer Mangelernährung.

    Obwohl in Niger in den letzten Wochen mehr Nahrungsmittel eintrafen, steigt die Zahl der Kinder, die dringend Hilfe benötigen. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat innerhalb der vergangenen Woche allein in den Ernährungszentren von Zinder rund 1.000 schwer unterernährte Kinder aufgenommen. „Wir haben jetzt eine besonders kritische Phase der Krise erreicht und stellen fest, dass der Umfang der Nothilfe keineswegs den Bedürfnissen entspricht,“ so Christian Captier von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Zinder. „Wenn nicht dringend weitere Hilfsorganisationen vor Ort tätig werden, um den unterernährten Kindern zu helfen, befürchten wir das Schlimmste.“

    Die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren ist der Untersuchung zufolge in der Region Zinder doppelt so hoch wie die Notfallschwelle, die bei täglich zwei Todesfällen pro 10.000 Menschen liegt. Zwischen April und August 2005 war die Kindersterblichkeit noch höher und lag bei 5,3 Todesfällen pro Tag und 10.000 Menschen. Rund 90 Prozent aller Haushalte verfügen über keine Nahrungsmittelreserven mehr.

    ÄRZTE OHNE GRENZEN ist derzeit in den Provinzen Maradi, Tahoua, Zinder, Diffa und Tillaberi im Einsatz und hat seit Januar 2005 mehr als 30.000 schwer unterernährte Kinder betreut. Die Organisation geht davon aus, dass sie in den betroffenen Regionen bis Jahresende mehr als 40.000 schwer unterernährte Kinder behandeln wird.

Pressestelle, Stephan Große Rüschkamp, Tel: 030-22 33 77 00 www.aerzte-ohne-grenzen.de

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