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20.08.2003 – 13:38

Ärzte ohne Grenzen

Liberia: Sicherheit von 60.000 Vertriebenen durch Kämpfe in Bong County bedroht

    Monrovia/Berlin (ots)

Kämpfe in der Region Bong County,
nordöstlich von Monrovia, bedrohen laut ÄRZTE OHNE GRENZEN die
Sicherheit von rund 60.000 Vertriebenen. Sie leben in
Vertriebenenlagern, die nur 45 Kilometer von der Frontlinie entfernt
sind. Die Organisation kümmert sich um die medizinische Versorgung in
den Lagern.
    
    "Die Menschen in Bong County waren allein in den vergangenen zwei
Jahren mindestens viermal gezwungen, vor Kämpfen in der Region zu
fliehen. Sie sind aus Mangel an Nahrungsmitteln geschwächt und müssen
jetzt erneut um ihre Sicherheit bangen", sagt Pierre Mendiharat,
Landeskoordinator von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Liberia. "Wenn die Kämpfe
näher kommen, fürchten wir, dass es zu einer massiven Flucht von
Zivilisten kommen wird." Seit Mitte Mai hat es aus Sicherheitsgründen
keine Nahrungsmittelverteilungen mehr in den Lagern gegeben. Die
Menschen leben von Kassawa-Wurzeln, die sie im umliegenden Buschland
suchen.
    
    Am 2. August hat ÄRZTE OHNE GRENZEN ein Ernährungszentrum im Lager
Sasala eröffnet, in dem 150 schwer unterernährte Kinder versorgt
werden. Jeden Tag kommen fünf bis zehn weitere hinzu. Außerdem hat
die Organisation zweimal Nahrungsmittelrationen an etwa 4.000 Kinder
ausgegeben. Nachdem es zu einem Choleraausbruch gekommen war, wurden
in den letzten zwei Wochen mehr als 150 Patienten behandelt.
    
    In der vergangenen Woche hat ÄRZTE OHNE GRENZEN vier
Erkundungstouren nach Tubmanburg in Bomi County, Bo Waterside in
Grand Cape Mount County, Zwedru in Grand Gedeh County und Buchanan in
Grand Bassa County durchgeführt. Diese Regionen sind seit Monaten von
jeglicher humanitärer Hilfe abgeschnitten, und die Menschen haben
weder Zugang zu medizinischer Versorgung noch ausreichend
Nahrungsmitteln und Wasser. Ab heute wird die Organisation mit einer
mobilen Klinik die medizinische Betreuung von etwa 14.000 Menschen in
Tubmanburg sicherstellen. In Buchanan brauchen etwa 30.000
Vertriebene dringend Unterstützung. Doch die Sicherheitslage ist zu
angespannt, um dort umfassende Hilfe leisten zu können.
    
    Zur Zeit arbeiten 23 internationale und 300 liberianische
Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Liberia. In Monrovia unterhält
die Organisation zwei Notkliniken, neun Gesundheitszentren und drei
Cholerastationen. Täglich werden 200 bis 400 Kinder gegen Masern
geimpft, und Tanklastwagen versorgen die Vertriebenenlager in der
Stadt mit 100.000 Liter Wasser täglich. Darüber hinaus leistet ÄRZTE
OHNE GRENZEN Hilfe in drei Vertriebenenlagern in Bong County. Ein
Gesundheitszentrum im Vertriebenenlager Plumcor im Norden Monrovias
konnte wieder eröffnet werden.
    
    
ots Originaltext: Ärzte ohne Grenzen
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Pressekontakt:

Pressestelle Berlin,
Petra Meyer, Kattrin Lempp,
Tel.: 030 - 22 33 77 00
www.aerzte-ohne-grenzen.de

Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

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